Feuerwehr kümmert sich um Fahrgäste

Die Feuerwehrmänner Markus Blanke (rechts) und Christian Behrens helfen den Fahrgästen auf freier Strecke sicher aus dem erixx. Fotos: A. Wiese

Zug hält nach Unfall auf freier Strecke – Wehr organisiert Shuttleservice

Plumhof (awi). Feuerwehrkamerad Markus Blanke kommt am Sonnabendmorgen um kurz vor 7 Uhr gerade von der Schicht und freut sich auf sein Bett. Vorm Bahnübergang in Plumhof hält er an, die Schranken sind unten. Als er nach rechts sieht, steht wenige hundert Meter entfernt auf freier Strecke im Dunkeln der erixx. In dem Moment löst auch schon sein digitaler Meldeempfänger aus: Einsatz für die Feuerwehr Berkhof, Bahnunfall. Markus Blanke dreht um und fährt direkt zum Feuerwehrhaus, wo er bereits auf andere Kameraden trifft und mit ihnen nur wenige Minuten später ausrückt. Bereits auf der Anfahrt zum Gerätehaus sind Feuerwehrkameraden auf die beim Bahnunfall verletzte Person getroffen, sie leisten Erste Hilfe und übergeben sie Minuten später den Rettungskräften. Jetzt steht für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Berkhof die Absicherung der Strecke, vor allem aber die Betreuung der Fahrgäste im erixx im Vordergrund. Die gemäß der Ausrückeordnung zeitgleich alarmierten Wehren aus Elze und Mellendorf konnten bereits auf der Anfahrt wieder abdrehen, als nach einem ersten Lagecheck klar war, dass sie an der Einsatzstelle nicht benötigt werden. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer, selbst Mitglied der Feuerwehr Berkhof, ist bereits im Zug, vergewissert sich, dass beim Bremsmanöver niemand verletzt worden ist, und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. In Absprache mit der Bahnpolizei ist schnell geklärt: mit diesem erixx können die Fahrgäste nicht weiterfahren, sie müssen so zum Bahnhof Elze-Bennemühlen gebracht werden, dass sie dort nicht zu lange in der am Sonnabendmorgen doch recht empfindlichen Kälte auf die S-Bahn warten müssen, mit der sie dann Richtung Hannover weiterfahren können. Es ist kein Werktag. Im Zug sind zu dieser frühen Stunde lediglich 21 Fahrgäste. Bis die Bahn einen Bus nach Plumhof geordert hätte, würde es doch eine Weile dauern. Der Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Berkhof ist vor Ort, auch genügend Einsatzkräfte stehen zur Verfügung. Also springt die Feuerwehr in diesem speziellen Fall als Shuttleservice ein: Sieben Personenkönnen im MTW transportiert werden. Die Feuerwehr legt Leitern am Zug an, um den Höhenunterschied zum Gleisbett zu überbrücken und über das gefrorene und dadurch trittfeste Feld laufen sieben Personen in Begleitung von Feuerwehrkameraden zur Straße, wo der MTW da-
rauf wartet, sie zum Bahnhof Elze-Bennemühlen bringen zu können. Die anderen warten solange im Zug, bis das Shuttle-Fahrzeug wieder zurück ist, damit sie nicht unnötig frieren müssen. Knapp eineinhalb Stunden nach dem unfreiwilligen Stopp auf freier Strecke sind auch die letzten Fahrgäste in Elze abgesetzt, die Feuerwehrkameraden übergeben die Einsatzstelle an die Bahnpolizei und machen sich auf den Weg ins Berkhofer Gerätehaus, um nach kurzer Einsatznachbesprechung ihren Sonnabend so fortzusetzen, wie sie ihn eigentlich geplant hatten – im Fall von Markus Blanke wohl endlich nach Schicht und Einsatz ins warme Bett zu steigen. Und die Fahrgäste aus dem erixx, die ihre Fahrt mit Verzögerung fortsetzen konnten, dürften an diesem Morgen wohl sagen „Danke Florian“.