Feuerwehrwachwechsel in der Ratssitzung

Der alte gratuliert dem neuen Gemeindebrandmeister: Kräftiger Händedruck von Michael Hahn (l.) für seinen Nachfolger Dr. Maik Plischke (r.) und dessen – bisher noch kommissarischen – Stellvertreter Christoph Boss. Foto: A. Wiese
 
Wechsel bei den Grünen: Mona Achterberg (r.) scheidet als Ratsmitglied aus und tritt am 1. Juli ihren neuen Job als Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus an. Angela Klingrad (l.) rückt als Ratsmitglied nach. Wilhelm Lucka (M.) wurde am Montagabend im Rat zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Foto: A. Wiese

Personalien dominieren – Wilhelm Lucka neuer stellvertretender Bürgermeister

Bissendorf (awi). Wenn jemand geht, muss es Nachfolger geben und dementsprechend rotierte am Montagabend im Gemeinderat das Personalkarussell, denn in den vergangenen Wochen sind einige Amtsinhaber aus den verschiedensten Gründen gegangen. Die meis-ten Bewegungen hat es in jüngster Zeit bei der Feuerwehr gegeben, doch auch die Wahl des Grünen Ratsmitglieds Mona Achterberg als neue Gleichstellungsbeauftragte ist nicht ohne Folgen geblieben: Als Beschäftigte der Gemeinde Wedemark musste Achterberg ihr Ratsmandat niederlegen. Ordentliche Nachrückerin für die Grünen ist Angela Klingrad aus Bissendorf-Wietze. Und als neuen zweiten stellvertretenden Bürgermeister an Stelle von Achterberg stimmte der Rat dem Vorschlag der Grünen zu und wählte Wilhelm Lucka.
So herzlich Bürgermeister Tjark Bartels die scheidende Mona Achterberg verabschiedete und betonte, dass er sich freue, ab 1. Juli mit ihr im Rathaus zusammenarbeiten zu dürfen, so feierlich verpflichtete der Verwaltungschef Achterbergs Nachfolgerin Angela Klingrad als neues Ratsmitglied der Grünen. Darüber, dass die Grünen auch diesmal den zweiten Stellvertreter des Bürgermeisters stellen würden, hatten sich die Fraktionen im Vorfeld verständigt und so gingen Nominierung und Wahl von Wilhelm Lucka problemlos vonstatten. Lucka wird auch Achterbergs Platz im Verwaltungsausschuss einnehmen. Angela Klingard rückt in den Ausschuss für Natur und Naherholung nach. Doch nicht nur in der Politik gab es Ablösungen, ein umfangreicher Wach- oder Stabwechsel, wie Ratsvorsitzender Heiner Peterburs es formulierte, stand vor allem bei der Feuerwehr an. Förmlich musste der Rat zunächst die beiden Ortsbrandmeister Bernd Peters (Negenborn) und Andreas Senkel (Resse), diesen in Abwesenheit, aus dem Ehrenbeamtenverhältnis entlassen, anschließend Gemeindebrandmeister Michael Hahn nach 14 Jahren und seinen langjährigen Stellvertreter Klaus Wilhelms nach zwölf Jahren. Der förmlichen Entlassung folgte die Verabschiedung. Er habe sich mit viel Energie für die Feuerwehr eingesetzt, sehr viel Zeit investiert und sich durch seine fachliche Kompetenz ausgezeichnet, bescheinigte Bürgermeister Tjark Bartels Michael Hahn. Mit den Worten „Die Feuerwehr hat sie umgetrieben“ bedankte sich Bartels bei Hahn für die geleistete Arbeit und überreichte Entlassungsurkunde und durch die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf einen Blumenstrauß. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön für den ehrenamtlichen Einsatz gab es von der Verwaltung für Klaus Wilhelms und Bernd Peters. Im Namen der CDU-Fraktion überreichte Hobbykoch Rudi Ringe an Hahn und Wilhelms einen Gutschein für ein Dinner mit ihren Ehefrauen in seinem Hause. Die SPD spendierte passend dazu den Wein, natürlich roten, schmunzelte SPD-Fraktionschef Helge Zychlinski.
Wie Ringe bedankte sich auch Jürgen Benk von der SPD bei Hahn und Wilhelms für die ausgesprochen offene und warmherzige Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Er habe früher in seiner Funktion als SPD-Fraktionschef und jetzt als Vorsitzender des Feuerschutzausschusses immer auf die vertrauensvolle Unterstützung des Gemeindekommandos bauen können, so Benk. Ein minutenlanger Applaus aus Rat und Zuschauerreihen, die bis auf den letzten Platz besetzt waren – einige standen sogar – verabschiedete Michael Hahn schließlich endgültig und vermittelte auf diese Art noch einmal, wie sehr ihn nicht nur seine Feuerwehrkollegen schätzen. Es folgte die feierliche Verpflichtung der neuen Funktionsträger. Bürgermeister Tjark Bartels verpflichtete Dr. Maik Plischke als Gemeindebrandmeister und Georg Kohne als neuen Ortsbrandmeister der Feuerwehr Negenborn.Die Ernennung von Christoph Boss erfolgte zunächst kommissarisch (siehe Text unten). Erster Gratulant nach der offiziellen Ernennung von Plischke und Boss war Michael Hahn, der seinem Nachfolger fest die Hand drückte und ihm ganz bestimmt in Zukunft noch mit Rat und Tat zur Seite stehen wird, wenn das gewünscht wird.
Doch es standen noch andere Themen auf der Tagesordnung des Rates am Montagabend, zum Beispiel die Veräußerung des Grundstücks des ehemalilgen Bauamtsgeländes in Mellendorf, die auch im nichtöffentlichen Teil Thema war. Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Rudi Ringe für die CDU beantragt, diesen Tagesordnungspunkt abzusetzen, weil die Vorlage so kurzfristig gewesen sei, dass die CDU sie nicht mehr in der Fraktion habe beraten können und auch der Ortrat sich erst am gestrigen Dienstag damit befassen könne. Die Vertagung wurde jedoch von SPD und Grünen zunächst mehrheitlich abgelehnt, da der Bürgermeister Zeitdruck geltend machte: Nur wenn der Grundstücksverkauf kurzfristig über die Bühne gehe, könne noch in diesem Jahr mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Ansonsten würde sich der Baustart bis ins nächste Jahr verzögern. Als der Punkt zum Ende der Sitzung dann dran war, stellte Fachbereichsleiter Kay Petersen die Planungen der beiden Investoren, die sich um das Grundstück beworben haben und beide jeweils 26 Wohnheinheiten für das Gelände vorsehen, vor und sprach sich für das zweite Konzept aus. Namen durften im öffentlichen Teil nicht genannt werden. Vor der Abstimmung wurde ein Antrag auf Sitzungsunterbrechung gestellt. Während dieser Unterbrechung verständigten sich die Fraktionen schließlich doch darauf, den Punkt für diesen Tag von der Tagesordnung abzusetzen und am nächsten Montag, 24. Juni, um 19 Uhr in einer außerordentlichen Sitzung zu beraten. Beschlossen und direkt in die Verwaltung überwiesen wurde ein gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und rünen sowie WGW, FDP und DIe Linke zur Einführung eines Behindertenrates, der noch in diesem Jahr vom Rat berufen werden soll.

Die neuen Feuerwehrchefs Dr.Maik Plischke und Christoph Boss


Gemeindebrandmeister Maik Plischke ist verheiratet, hat zwei Kinder (6 und 9 Jahre) und wohnt in Mellendorf. Er ist 38 Jahre alt und seit 28 Jahren in der Feuerwehr Mellendorf. Auf Gemeindeebene war er bis zur Wahl als Mitglied im Pressesprecherteam aktiv und in der Ortsfeuerwehr Mellendorf war er bis zum letzten Sommer Zugführer. Während seines Zivildiens-tes hat Plischke seine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert und ist bis zum Jahr 2000 beim DRK in der Wedemark im Rettungsdienst aktiv gewesen. Maik Plischke ist promovierter Medizininformatiker und arbeitet als Geschäftsführer in der gemeinnützigen Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum GmbH. Hierbei geht es in erster Linie darum, wie mit Computertechnologie die Gesundheits- und Pflegeversorgung der Zukunft sowie das selbstständige und selbstbestimmte Leben und Wohnen im Alter gestaltet und unterstützt werden kann. Zu diesen Themenbereichen leitet Plischke mehrere Initiativen im Auftrag der niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft und Soziales für das Land Niedersachen. Der zunächst kommissarisch bestellte stelvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss ist 33 Jahre alt und wohnt mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kind in Elze. Er ist 1990 mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr Elze eingetreten. Bis zur Wahl war er in der Ortsfeuerwehr Elze als Gruppenführer mit der Leitung der Aus- und Weiterbildung für die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen sowie mit der Ausbildung der Atemschutzgeräteträger betraut. Christoph Boss ist gelernter Elektroinstallateur und hat 2004 seine Weiterbildung zum Techniker für Energie- und Prozessautomatisierung abgeschlossen. Er arbeitet derzeit bei der Firma Hartmann Elektrotechnik in Langenhagen und ist als Projektleiter für die Koordinierung und Planung von Automatisierungsprojekten im In- und Ausland verantwortlich. Für den stellvertretenden Gemeindebrandmeister fehlt ihm noch ein Lehrgang, den er so schnell wie möglich absolvieren wird. Danach wird er vom Rat offiziell zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister ernannt.