Filteranlage brennt im Gewerbegebiet

Eine brennende Filteranlage auf einem Betriebsgelände „Auf der Haube“ im Gewerbegebiet Bissendorf löste gestern vormittag Alarm aus. Weil es in genau so einer Situation im Oktober 2008 im Nachgang der Löscharbeiten zu einer Explosion gekommen war, bei der ein Feuerwehrmann aus Bissendorf schwer verletzt wurde, ließ die Wedemärker Feuerwehr gestern äußerste Vorsicht walten und forderte die Berufsfeuerwehr aus Hannover an. Foto: A. Wiese

Wieder Einsatz im Recyclingbetrieb Auf der Haube – Erinnerungen an Unfall 2008

Bissendorf (awi). Eine weithin sichtbare Stichflamme aus einer Filteranlage auf einem Industriegelände Auf der Haube und gleich darauf Feuerwehrsirenen schreckten gestern am späten Vormittag die Mitarbeiter von Betrieben im Gewerbegebiet Bissendorf auf. Die kurze Einsatzmeldung lautete zunächst Containerbrand, dann Brand einer Filteranlage, doch für die Feuerwehren aus Bissendorf und Mellendorf war dies gestern vormittag dennoch ein Einsatz von höchster Brisanz, denn in einer vergleichbaren Einsatzsituation auf dem selben Betriebsgelände war im Oktober 2008 ein Feuerwehrkamerad bei einer Explosion schwer verletzt worden.
Darum war gestern Vorsicht das oberste Gebot. Die Filteranlage stand nicht mehr wie vor drei Jahren hinten auf dem Hof des Betriebes, der diverse Stoffe recycelt, wie die Polizei vor Ort bestätigte, sondern im vorderen Bereich des Geländes, so dass sie für die Feuerwehreinsatzkräfte gut erreichbar war. Die sperrten zunächst das Gelände weiträumig ab und nahmen dann die Anlage ganz vorsichtig von oben aus dem Drehleiterkorb heraus in Augenschein. Flammen waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu sehen, nur ab und zu ein bisschen Rauch und der geschwärzte Teil der Anlage, aus dem die Stichflamme geschlagen war. Da ein Brand im Innern der Filteranlage, in der sich unter anderem Stoffe wie Magnesium und Aluminium befinden – so die Auskunft der Mitarbeiter der Firma gegenüber den Feuerwehrleuten vor Ort – auf keinen Fall mit Wasser bekämpft werden darf, beschränkten sich die Wedemärker Feuerwehrleute unter Einsatzleitung des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters Jens Kahlmeyer auf die Beobachtung der Anlage bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr aus Hannover. Diese hat nach Auskunft der Polizei einen Spezialbehälter, in dem der Inhalt der Filteranlage transportiert werden kann. Zur Brandursache konnte vor Ort noch keine Auskunft erteilt werden. Der Kriminaldauerdienst aus Hannover nahm noch gestern mittag die Ermittlungen auf. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Nähere Einzelheiten melden wir in unsrer Samstagsausgabe. Bei den am Einsatz beteiligten Kräften, nicht nur bei den Brandschützern, sondern auch bei den vorsorglich alarmierten Rettungskräften, kamen vor Ort die Erinnerungen an jenen Einsatz im Oktober 2008 wieder hoch, der mit Schlagzeilen wie „Explosion im Gewerbegebiet“, „Feuerwehrleute bangen um ihren Kameraden“ und „fünf Verletzte nach Explosion“ für Aufsehen gesorgt hatte. Als die Brandstelle bereits gelöscht war, das Rohrsystem gekühlt und dann geöffnet wurde, um noch nach Wärmequellen zu suchen, hatte eine Durchzündung eine Explosion ausgelöst, bei der es diverse Verletzte und einen Schwerverletzten gegeben hatte. Zwar wurde auch dieser Kamerad wieder ganz gesund und hat auch seinen Feuerwehrdienst wieder aufgenommen. Die Diskussion über den Unfall und das Vorgehen in solchen Fällen war jedoch lange vorherrschendes Thema in der Feuerwehr, die Gemeinde reagierte mit der Ausrüstung der gesamten Wedemärker Wehren mit speziellen Brandschutzhosen.