Finanzielle Auswirkungen von Corona

Bürgermeister prognostiziert „das schlimmste Haushaltsjahr der Geschichte“

Wedemark (awi). Bürgermeister Helge Zychlinski freut sich nach wie vor über „eine ruhige Infektionslage in der Wedemark“. Einen neuen Fall, der auch im Krankenhaus behandelt werde, habe es am Mittwoch in der Wedemark gegeben, damit sei die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in der Gemeinde auf 34 angestiegen, von denen 33 aber wieder genesen seien. Weniger ruhig sei die Lage im Rathaus im Zusammenhang mit den Konsequenzen der Corona-Pandemie für ihn und seine Mitarbeiter, so der Bürgermeister. Die Wiederaufnahme des Betriebes in KiTas und Schulen mit entsprechenden Auflagen fordere die Gemeinde in starkem Maße. Durch weitere Lockerungen werde die Situation noch komplexer, da neue Rechtssituationen in Anwendung und Durchsetzung der Maßnahmen entständen und es viele „Graubereiche“ geben. Zudem würden erste Gerichtsurteile gefällt, was für die Rechtslage ebenfalls Konsequenzen habe. Die Gemeinde setze alle Lockerungen zeitnah um. So habe die Musikschule ihren Unterricht wieder aufgenommen. Lediglich Unterricht an Blasinstrumenten und in Chormusik dürfe noch nicht erteilt werden. Auf Wunsch sei der Unterricht auch weiterhin per Video möglich. Da die Kinder- und Jugendkunstschule keine Einzelangebote vorhalte, sei die Situation dort eine andere und er könne noch nichts dazu sagen, wann die Kurse hier wieder aufgenommen werden dürften, so Zychlinski in der wöchentlichen Video-Pressekonferenz am Mittwoch.
Das Freibad werde voraussichtlich am 28. Mai öffnen. Ein Hygieneplan liege vor, der sich auf die am Montag erlassene Verordnung stütze, lobte der Bürgermeister das Engagement und die zeitgerechte Umsetzung bei der Sport- und Freizeit GmBH. Selbstverständlich seien Zugangsbeschränkungen und Auflagen unerlässlich. Deren Kontrolle sei Sache des Badbetreibers, nicht der Gemeinde.
Zu den finanziellen Auswirkungen von Corona auf den Gemeindehaushalt sprach der Bürgermeister nach vorsichtigen Schätzungen von einem erwarteten Einbruch von rund drei Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und 1,6 Millionen Euro beim Einkommenssteueranteil. Dazu kämen rund 400.000 Euro weitere Mindereinnahmen. Unterm Strich bedeute das fünf Millionen Euro Mindereinnahmen bei einem Haushaltsvolumen von 62 Millionen Euro. Damit sei das schlimmste Haushaltsjahr in der Geschichte der Gemeinde zu befürchten, zumal Corona ja auch auf der Ausgabenseite Mehrkosten in sechsstelliger Höhe verursacht habe. Dazu komme der Gebührenausfall von den freien Trägern der Kindertagesstätten.