Forderung der Senioren

Einfache Vergabe von Terminen und wohnortnahe Impfungen

Wedemark. „Es ist ein Unding, dass die nicht in Alten- und Pflegeeinrichtungen wohnenden Älteren aus der höchsten Risikogruppe der Corona-Gefährdung darauf angewiesen sind, sich selbst um einen Impftermin zu kümmern“, bemängelt Jürgen Schart, der in Neustadt wohnende Kreisvorsitzende der Senioren-Union der CDU Hannover-Land. Diesem schließt sich die Senioren-Union Wedemark mit ihrer Vorsitzenden Kathrin Müsken-Graucob voll und ganz an. Aktuelle Beispiele zeigten, dass eine solche angeblich einfache Terminvereinbarung für die über 80- und 90-Jährigen, die nun geimpft werden können, praktisch unmöglich ist. Über die zentrale Hotline 116117 bleibe man in Warteschleifen oder es werde auf online-Möglichkeiten im Internet oder mit einer App verwiesen. Dies scheitere nur zu oft, weil die technischen Voraussetzungen bei den Hochbetagten nur ausnahmsweise oder gar nicht vorhanden sind. „Wir sind heute in den Verwaltungen in der Lage, auf Knopfdruck Gebührenbescheide oder Zählerablesungen zu versenden. Da muss es doch möglich sein, bestimmte Altersgruppen der Bevölkerung schriftlich, zielgerichtet und zeitnah mit Informationen zu Impfterminen zu versorgen“, fordert Schart. „Alles andere kommt einer Bankrotterklärung moderner Bürgernähe und Datenverwaltung gleich“, lautet die Kritik aus dem Kreis der CDU-Senioren. Ausreden, es gebe zu wenig Impfstoff, lässt er nicht gelten. „Wenn weder telefonisch noch online eine Terminvereinbarung klappt, dann liegt es nicht am fehlenden Impfstoff, dann liegt der Fehler im System“.
Im Übrigen sei es für viele der Senioren, zum Teil von Angehörigen zu Hause gepflegt, unzumutbar, die großen Distanzen zum Impfzentrum auf dem Messegelände in Hannover zu bewältigen. Auch ein Transport zum Impfzentrum Hannover mit Hilfe des DRK, der Johanniter, der Malteser oder anderer geeigneter Dienste ist zwar vorstellbar, aber nicht so optimal, wie eine wohnortnahe Impfung. Mit neuen und bei geringeren Temperaturen lagerfähigen Impfstoffen (Moderna, Astrazeneca) ist eine dezentrale Impfung vor Ort (über Hausärzte oder über mobile Impfgruppen an geeigneten Orten in der Kernstadt oder aber auch auf den Dörfern) organisierbar.
Die Durchimpfung der Bevölkerung über große, zentrale und räumlich entfernt liegende Impfzentren war und ist nur aus Sicherungsüberlegungen und impfstoffbedingter Anforderungen an Logistik, kältebedingter Aufbewahrung (-70 Grad für den Pfizer/BioNtech–Impfstoff) und für hinreichend mobile und mit moderner Kommunikation vertrauter Personen vertretbar,sind sich Schart und Müsken-Graucob einig.