Fotografien als präzise Kompositionen

Seine Fotos sehen auf den ersten Blick aus wie gemalt: Fotograf Roman Thomas stellt von Sonntag an bis zum 10. März bei imago im Bürgerhaus in Bissendorf aus. Foto: A. Wiese

Roman Thomas stellt ab Sonntag beim Kunstverein imago in Bissendorf aus

Bissendorf (awi). Der Titel der nächsten Ausstellung beim Kunstverein imago Wedemark lautet „Hidden Places“, das bedeutet soviel wie „Versteckte Plätze“. „Die Motive zu der Serie Hidden Places entdecke ich in den großen Metropolen dieser Welt“, sagt Fotograf Roman Thomas: „Mitten in einer Millionenstadt finden sich solche geheimnisvollen Inseln, die durch ihre Architektur, ihre Lage, den Kontext oder die Lichtstimmung für einen Moment der Wirklichkeit entrückt erscheinen.“ So unterschiedlich die großformatigen Motive der Serie „Hidden Places“ sind, die Thomas vom morgigen Sonntag an in den Räumen von imago im Bürgerhaus Am Markt zeigt, sie alle haben etwas gemeinsam: Meist sind sie menschenleer, die Personen unkenntlich oder nur eine Reflexion ihrer selbst. Diese besonderen Orte wirken wie eine Filmkulisse, teils surreal und der Realität entfremdet. Seine Fotografien sind präzise Kompositionen, perfekte Bildeinstellungen, von atemberaubender Klarheit, Struktur und Lebendigkeit. Wer sich davon überzeugen möchte, ist herzlich zur Vernissage am Sonntag, 27. Januar, um 12 Uhr im Bürgerhaus eingeladen. Die Laudatio hält Industriefotograf Manfred Zimmermann. Zur KinderKunstführung plant Roman Thomas am Sonntag, 17. Februar, eine Polaroid-Expedition in die Umgebung des Bürgerhauses, von 14 bis 15.30 Uhr. Zum Künstlergespräch steht er anschließend von 15.30 bis 16 Uhr zur Verfügung. Und zur Finissage am Sonntag, 10. März, von 15 bis 17 Uhr wird der Künstler auch noch einmal persönlich anwesend sein. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 11 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem sonnabends von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Roman Thomas wurde 1975 in Celle geboren, war zunächst Fotograf für diverse Modelabel in Hannover, Hamburg und Stuttgart, ist seit 2006 Mitglied in der Alliance deutscher Desginer, arbeitet seit 2007 als Architekturfotograf für die Vitra Gruppe in New York, Paris, London und Barcelona, Amsterdamm, Stockholm und Wien und seit 2008 als Reportagefotograf für das International Forum Design in Hamburg und München. Seit letztem Jahr ist Thomas Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler. Er hat 2011 den Design-Preis vom Rat für Formgebung erhalten. In den letzten drei Jahren wurden seine Architekturaufnamen mit dem Store book als beste internationale Projekte aus dem Bereich Retail-Design ausgezeichnet. „Ich mag dieses Spiel mit dem Licht und den Betrachter in die Irre zu führen, dass er zunächst denkt, ein gemaltes Bild vor sich zu haben“, sagt Roman Thomas über seine Werke, die jetzt bei imago zu sehen sind. Das richtige Motiv und den idealen Moment für den Auslöser zu finden, dauere zwischen drei Minuten und drei Stunden. London liebt er dabei als Stadt für die Motivsuche besonders, „weil es so alt ist“. Mal geht er gezielt los, mal lässt er sich treiben, guckt, welches Stadtviertel ihn interessieren könnte. Das eigentliche Finden des Motivs sei dann eine spontane Aktion, die Aufnahme selbst hingegen konstruiert, „pures Handwerk“ mit Lichtern, Kontrasten, Farbeffekten. In Bissendorf sind Großformate und meherere kleinere Aufnahmen zu sehen, die er normalerweise als eine Art persönliches Tagebuch auf seinen Reisen verwendet. „Ich verwende grundsätzlich mattes Papier, das gleiche Motiv auf Hochglanzpapier wirkt nicht“, erklärt der Künstler im Gespräch mit der Presse. Die Aufnahmen macht er mit einer Canon 5D SF, einer Auflösung von 53 Millionen Pixel und einem 16/40 Weitwinkel-Objektiv. Automatik verwendet er nie, stellt alles manuell ein: „Ich möchte das Bild so wie ich es sehe und nicht, wie die Kamera es sieht!“