Frauenberatungsangebot jetzt vor Ort

Anja Ananieva (von rechts) vom Beratungszentrum Ophelia in Langenhagen wird ab 10. Februar im zweiwöchigen Rhythmus montags von 9 bis 11 Uhr Ansprechpartnerin für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung sein. Wedemarks Gleichstellungsbeauftragte Silke Steffen-Beck, Bürgermeister Helge Zychlinski und Ananievas Kollegin Annette Jendritzki begrüßen diese Entwicklung sehr. Foto: A. Wiese

Ab Montag, 10. Februar, alle zwei Wochen im Mehrgenerationenhaus

Wedemark (awi). Die Politik habe es ihm leicht gemacht, lobte bürgermeister Helge Zychlinski Rat und Fachausschüsse im Nachhinein: Um 18.517 Euro im Jahr hat die Gemeinde Wedemark den bisher bereits für die Frauenberatung an Ophelia gezahlten Betrag aufgestockt. „Damit können wir jetzt endlich Beratung auch vor Ort in der Wedemark anbieten“, freut sich Annette Jendritzki vom Beratungszentrum Ophelia in Langenhagen. Dort waren sie und ihre Kolleginnen schon lange Ansprechpartnerinnen auch für die Wedemärkerinnen, Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung. Ergänzt wird die 14-tägliche Beratung im Mehrgenerationenhaus, die am Montag, 10. Februar, von 9 bis 11 Uhr startet, durch kostenfreie Präventionsangebote in Schulen und Jugendeinrichtungen sowie kostenfreie Schulungsangebote für Mitarbeitende der Gemeinde. „Das ist das Leistungsspektrum, das Ophelia Langenhagen jetzt in der Wedemark anbieten wird“, kündigt Silke Steffen-Beck, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, an.
Im Rahmen der Bestrebungen, eine flächendeckende Versorgung mit Frauenberatungsmöglichkeiten in der Region zu schaffen, verhandelten auch in der Teilregion Nord die Kommunen Wedemark, Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel mit dem Beratungszentrum für Frauen und Mädchen aus Langenhagen über eine einheitliche Zusammenarbeit. Am 18. Dezember unterschrieben die Verhandlungspartner schließlich den Vertrag im Regionshaus Hannover. Seit dem 1. Januar ist das Werk gültig. Ab dem 10. Februar steht alle 14 Tage eine Beraterin von Ophelia im Mehrgenerationenhaus im Gilborn 6 in Mellendorf für Beratungsgespräche zur Verfügung. Bürgermeister Helge Zychlinski setzt vor allem auch auf die Niedrigschwelligkeit des Angebotes, bei dem Anonymität absolut gewährleistet sei. Die Laufzeit des ausgehandelten Fördervertrages mit der Beratungsstelle von drei Jahren könne aus seiner Sicht nur bedeuten, dass dann erneut aufgestockt werde. Dass seine Gemeinde und die anderen beteiligten Kommunen ihr finanzielles Engagement zurückfahren, damit rechnet Zychlinski nicht. Ebenso wie Annette Jendritzki und ihre Kollegin Anja Ananieva, die die Ansprechpartnerin für die Wedemark sein wird, geht er allein durch das ortsnahe Beratungsangebot von steigenden Fallzahlen aus. Kein Hehl machen Zychlinski und die Gleichstellungsbeauftragte Silke Steffen-Beck daraus, dass ihnen durchaus bewusst sei, dass auch die Wedemark bezüglich Gewalterfahrung von Frauen keine Oase der Glückseligkeit sei. Jede vierte Frau habe statistisch belegt Erfahrung mit häuslicher Gewalt. „Also kann ich davon ausgehen, dass ich auch in meinem Bekanntenkreis welche habe“, sagte Silke Steffen-Beck ernst. Mädchen ab 13 Jahren werden ebenfalls von Ophelia beraten. Jüngere Kinder müssen an Erziehungsberatungsstellen in Hannover verwiesen werden und Männer, von denen es durchaus auch betroffene gibt, an das Männerbüro in Hannover. „Gewalt ist, wenn du dich den Handlungen einer anderen Person hilflos ausgeliefert fühlst oder Mühe hast, dich dagegen zu verteidigen“, heißt es im Flyer von Ophelia. Psychsische Gwalt, verbale Gewalt, digitale Gewalt, die Begriffe sind sehr vielfältig, betonen Annette Jendritzki und Anja Ananieva. Sie wollen den Frauen, die zu ihnen kommen, Wege aus der Gewalt aufzeigen und begleiten sie auf diesem Weg. „Welche Maßnahmen ergriffen werden, ob die Polizei eingeschaltet wird, das entscheiden alleine die Frauen“, streicht Annette Jendritzki heraus. Zur Erstberatung in der Montagssprechstunde von Ophelia ist keine Anmeldung notwendig. Für die Folgegespräche würden dann in der Regel Termin vereinbart.