Freisprechung der Tischlergesellen

Die freigesprochenen Tischlergesellen mit ihrer Leiterin des Fachbereichs Holztechnik Anne Frick, Zweite von links. Der größte junge Mann hinten links neben dem Baum ist Jahrgangsbester Florian Blumberg. Bildmitte vorn die junge Dame in grauem Shirt und kurzen Jeans ist die Zweitbeste des Jahrgangs Anne Karsch. Fotos: E. Rodenbostel
 
Werkstücke der frisch gebackenen Tischlergesellen, ausgestellt im Gasthaus Bludau in Wennebostel.

Kunstvolle Gesellenstücke sind noch einige Zeit in den Volksbanken zu sehen

Wennebostel (er). 17 neue Gesellen der Tischler-Innung Burgdorf feierten mit ihren Familien am vergangenen Freitag in Wennebostel im Gasthaus Bludau ihre Freisprechung. Ein besonderer Tag, auch für den Tischlermeister Hartmut Knoke, der als Obermeister vor Jahren hier seine erste und jetzt seine letzte Freisprechung halten durfte.
Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses und Lehrlingswart Annette Hahne, Tischlermeisterin und Betriebsinhaber der Tischlerei Kuhls in Fuhrberg nahm den praktischen Teil der Abschlussprüfung ab. „Die nun freigesprochenen Gesellen mussten Anfang des Jahres eine Zeichnung ihres Gesellenstückes abgeben, die genehmigt werden musste. Anschließend hatten die Lehrlinge 80 Stunden Zeit die Stücke in den Betrieben zu fertigen. In dieser Zeit wurden sie einmal von mir besucht und mussten ein Fachgespräch führen“, erklärte Annette Hahne.
Am Mittwoch vor der Freisprechung musste das Gesellenstück zu einem bestimmten Zeitpunkt in Wennebostel angeliefert werden. Vom Prüfungsausschuss wurde das Stück und die Zeichnung sowie Maßgenauigkeit, fachliche Ausführung, Oberfläche bewertet. Ein zweiter Teil der Bewertung für die Abschlussprüfung war die Arbeitsprobe der Berufsschule, die an einem einzigen Samstag, für alle Schüler gleich und sozusagen unter Zeitdruck hergestellt wurde. Dazu war das Holz mitzubringen und in sieben Stunden ein Werkstück zu fertigen. Alle 17 haben die Prüfung bestanden und ausdrücklich freute sich der Vorstand der Tischler-Innung über die ambitionierten und gelungenen Gesellenstücke, die für die Zukunft des Tischlerhandwerks hoffen lassen.
Die Leiterin des Fachbereichs Holztechnik, Anne Frick stellte fest: „Nach anfänglichen Überlegungen hört ab dem zweiten Lehrjahr kein Auszubildender auf. In diesem Jahr bestand ein wirklich guter Zusammenhalt in der Klasse, gemischt aus Weltenbummlern, mit oder ohne Kindern, Langschläfern oder Erziehern.“ Es folgte ein Appell an die Betriebe: „Bildet weiter aus und hinterfragt euch. Ist der Umgang mit den Studierten oder Erwachsenen noch angemessen? Es gibt einen Unterschied zu Schulabgängern, die gerade 16 sind. Seid offen für technische Verbesserungen!“
„Die gute Form“ ist eine zusätzliche Bewertung zur schulischen und betrieblichen Ausbildung, es wird es eine Fremdbeurteilung der Gesellenstücke vorgenommen. In diesem Jahr durch einen Architekten, eine Medizinerin und eine Biologin. Sie urteilten über „die gute Form“, ohne die anderen Bewertungen zu kennen. Ihre Kriterien waren unter anderem Gebrauchsfertigkeit, Form und Oberfläche. Den ersten Platz erreichte Eric Jo Bannert aus Isernhagen der bei Tischlerei und Innenausbau Heinz-Arthur Schaper in Burgdorf lernte und einen Schreibtisch aus Wenge herstellte und den zweiten Platz erreichte Jan Hartkopf aus Burgdorf, er lernte bei Müller und Peters, Tischlerei und Objektdesign GmbH in Burgdorf und stellte eine Schaukelstuhl aus Esche mit einer Schublade unter der Sitzfläche her. Beide Gesellenstücke werden in der Hannoverschen Volksbank in Burgdorf ausgestellt.
Prüfungsbester vor dem Prüfungsausschuss der Tischler-Innung Burgdorf und der Berufsbildenden Schule Burgdorf wurde Florian Blumberg aus Hannover. Er ist bereits Erzieher, hat bei Kreft Innenausbau-Team GmbH in Mellendorf seine Ausbildung gemacht und einen Esstisch in Ahorn gefertigt, der in drei Teile auseinander zu nehmen ist. Den zweiten Platz belegte Anne Karsch aus Hannover, die schon jahrelang als studierte Biowissenschaftlerin und Archäologin gearbeitet hat. Sie absolvierte ihre Ausbildung bei Wilhelm Freund Junior, Bau und Möbeltischlerei in Negenborn und fertigte ein Phonomöbel aus Eiche. Dieses ist zusammen mit dem Gesellenstück von Tobias Kruppa aus Burgdorf, der einen Hobelbankschreibtisch aus Buche mit ausschwenkbarem Korpus fertigte und seine Ausbildung bei Tischlermeister Hartmut Knoke in Bissendorf absolvierte in der Hannoverschen Volksbank in Mellendorf zu sehen.