Freiwilligendienst in der Corona-Zeit

die Freiwilligen David Twers, Dominik Schröter, Björn Merkel und Alisia Spindler sowie Marion Rolle (Geschäftsstellenleiterin des VNB NordWest), Gloria Damanka (weltwärts Koordinatorin beim VNB und OSDA Vorstand, Bettina Bolduan (Verwaltung im weltwärts Projekt beim VNB). Es fehlt die Freiwillige Lina Mertke. Foto: OSDA

„Wir möchten die Erfahrung nicht missen“

Wedemark. Im vergangenen Jahr hat der Verein OSDA wieder Weltwärts-Freiwillige in seine Projekte in Ghana geschickt. Bei der Ausreise im September 2019 haben sich alle Freiwilligen auf einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst gefreut. Es wartete die Organisation von verschiedene Nachmittagsangeboten an einer Junior High School, die Betreuung einer Schulbibliothek im ländlichen Ghana sowie unterstützende Tätigkeiten für die Lehrkräfte an der Partnerschule von OSDA e.V. in der Hauptstadt Accra.
Und dann kam Corona: Abrupt mussten die Freiwilligen auf Anweisung des BMZ – nach nur knapp sieben Monaten zurück nach Deutschland. Nicht nur war die Abreise innerhalb von 48 Stunden zu organisieren und es konnte kein großer Abschied gefeiert werden, sondern in Deutschland angekommen durften die Verwandten nicht besucht werden, es wurden Masken getragen und Freunde durften nicht umarmt werden. Das Heimatland, der Heimatort schien auf einmal ganz fremd. Neben der sonst sowieso schon aufregenden Rückreise, kamen diese Faktoren noch erschwerend hinzu.
Gemeinsam mit der Partnerorganisation, dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen, wurden die Freiwilligen nach der Rückkehr pädagogisch begleitet und betreut. Auch wenn die fünf Freiwilligen in diesem Jahr etwas Besonderes durchgemacht haben sind sie sich einig: In einem anderen Land zu leben bringt vielfältige Herausforderungen mit sich, doch wir sind sehr froh, diese Herausforderung erfolgreich gemeistert zu haben und möchten die Erfahrung – trotz Corona- nicht missen. Ein Freiwilliger berichtete über seine Zeit: „Ich habe mehr als 6 Monate auf einem anderen Kontinent, in einem für mich zuerst fremden Land, mit all seinen Facetten, in einer fremden Kultur gelebt. Es war unglaublich wertvoll und ich bin dankbar für diese weitreichende Erfahrung!“
Seit 2011 entsendet OSDA Freiwillige in Ihre Projekte in Ghana. Auch in diesem Jahr – sofern dies vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) es erlaubt – werden wieder Freiwillige ausreisen. Gemeinsam mit dem VNB hat OSDA  bereits über 30 junge Menschen in Projekte in Ghana vermittelt und während des internationalen Freiwilligendienstes begleitet. „Ganz wichtig ist aber vor allem auch die Vor- und Nachbereitung des Freiwilligendienstes, die beim VNB in Barnstorf stattfinden“, so Programm-Koordinatorin Gloria Damanka. „Während des internationalen Freiwilligendienstes weltwärts lernen die Teilnehmer*innen viel über sich, und ihre Sicht auf die Welt verändert sich. Das wird im Anschluss gemeinsam reflektiert.“ Auch im nächsten Jahr können wieder junge Menschen, zwischen 18 und 28 Jahren, ein Freiwilliges internationales Jahr machen und mit OSDA nach Ghana gehen. Die Bewerbungsrunde für die Ausreise in 2021 hat bereits gestartet. Interessent*innen können sich bei Gloria Damankamelden:gloria.damanka@vnb.de oder direkt an OSDA schreiben: info@osdaev.org. Das Programm wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell gefördert. Weitere Informationen unter www.vnb.de/weltwaerts