Frieda Lindwedel feierte 100. Geburtstag

Zum 100. Geburtstag gratulierte die dritte stellvertretende Bürgermeisterin Editha Lorberg Frieda Lindwedel am Mittwoch im Alten- und Pflegeheim Hoffnung und las ihr die Urkunde vor. Foto: A. Wiese
 
Gerda Sandau vom DRK-Ortsverein Elze-Bennemühlen heftete Frieda Lindwedel die goldene Ehrennadel des DRK-Landesverbandes für 40-jährige Mitgliedschaft an.

Es gab eine Torte, viele Urkunden und leckere Präsente

Elze-Hohenheide (awi). Einen ganz besonderen Ehrentag feierte Frieda Lindwedel am Mittwoch im Alten- und Pflegeheim Hoffnung in Hohenheide: Sie wurde 100 Jahre alt. Erste offizielle Gratulantin war die dritte stellvertretende Bürgermeisterin Editha Lorberg. Sie überbrachte die Glückwünsche von Rat und Gemeindeverwaltung, des Regionspräsidenten und des niedersächsischen Ministerpräsidenten. Und sie versicherte der hochbetagten Jubilarin: „Winterkinder sind etwas ganz Besonderes." Ganz besonders freute sich Frieda Lindwedel, dass sich Editha Lorberg und auch die anderen Gratulanten wie Ortsbürgermeister Jürgen Benk, Pastor Joachim Schnell, Harry Tostmann vom Sozialverband sowie Gerda Sandau und Erika Preuß vom DRK Elze-Bennemühlen mit ihr an den liebevoll gedeckten Tisch zu Kaffee, Torte und Schnittchen setzten. Und auch Iris und Jürgen Winter vom Altenheim Hoffnung durften natürlich nicht fehlen. Die Torte war übrigens etwas ganz Besonderes: Die Bäckerei Springhetti hatte sie mit dem Schriftzug „100 Jahre – Herzlichen Glückwunsch" verziert. Dem Geburtstagskind und seinen Gästen mundete sie jedenfalls ganz hervorragend. Sehen konnte Frieda Lindwedel das Kunstwerk allerdings nicht. Ihr Augenlicht hat die alte, ansonsten sehr rüstige 100-Jährige seit einigen Jahren eingebüßt. Ihre Lebensfreude hat sie dadurch jedoch nicht verloren. Ihr größter Schatz sind ihre Erinnerungen. Und die führen sie auch an diesem so besonderen Tag zurück in ihre Heimat Ostpreußen. „Ich habe alles verloren", sagt sie und ihre Stimme zittert. Der zweite Weltkrieg nahm ihr ihren Mann, die Heimat und alles, was sie besaß. Ihre Schwiegermutter hatte sie mitgenommen nach Sprockhof, woher diese Familie stammte. Eigentlich sollte es wieder zurückgehen, wenn die Wogen sich geglättet hatten. Doch ein Zurück gab es nicht mehr. Frieda Lindwedel blieb von Dezember 1943 an mit ihrem kleinen Sohn Klaus in Sprockhof. Leicht hatte sie es hier allerdings zunächst nicht. Von ihrem Stiefschwiegervater nur geduldet musste sie sich durchbeißen, erzählt sie, doch das schaffte sie. Gern erinnert sie sich, wenn sie an diese Zeit denkt, an den Reichsbund, der ihr damals eine große Hilfe war. Noch heute ist sie Mitglied beim Reichsbund-Nachfolger, dem Sozialverband. Harry Tostmann zeichnete die 1948 Eingetretene erst kürzlich für ihre langjährige Mitgliedschaft aus. Und natürlich durften die Gratulanten vom Sozialverband auch am Mittwoch nicht fehlen. Noch jemand kam zur Feier mit einer ganz besonderen Ehrung im Gepäck: Gerda Sandau und Erika Preuß vom Ortsverein des DRK Elze-Bennemühlen hefteten Frieda Lindwedel die Goldene Ehrennadel des DRK-Landesverbandes für 40-jährige Mitgliedschaft an. Für die Familie war Schwiegertochter Annegret Lindwedel am Mittwochvormittag die einzige Gratulantin. Denn Ehemann Klaus, der Sohn der Jubilarin, musste diesen Tag leider im Krankenhaus verbringen. Doch für den Nachmittag hatte sich die Enkeltochter noch angesagt. Und ihre beste Freundin im Alten- und Pflegeheim durfte natürlich auch nicht fehlen. Mit ihr stieß das Geburtstagskind mit einem Glas Sekt an. „Das machen wir öfter", verriet sie schmunzelnd: „Und eine Naschkatze bin ich auch!" Doch bekommen ihr diese kleinen Sünden offenbar bestens, wie ihr hohes Alter beweist.