„Friedensbilder im Wandel der Zeit“

Bernd Dörrie vom Arbeitskreis Kunst und Kirche hofft, möglichst vielen Interessierten den Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden durch die Wanderausstellung „Friedensbilder im Wandel der Zeit“ zu erleichtern. Foto: S. Birkner

Ausstellung in der Bissendorfer Kirche St. Michaelis zum Thema Frieden

Bissendorf (sb). Es gibt in der Sprache Begriffe, die es nicht zu leisten vermögen, das Beschriebene in seiner ganzen Komplexität und Mehrdeutigkeit zu erfassen. Kaum jemand würde bestreiten, dass „Frieden“ zur Liste dieser Begriffe zählt. Was ist Frieden? Ist es die bloße Abwesenheit von Krieg? Oder ist es ein gesamtgesellschaftlich positiver Zustand, in dem strukturelle Gewalt ein Fremdwort ist? Nur weil sich das Ende des Zweiten Weltkriegs bald zum 67. Mal jährt und der hierzulande existierende Friedenszustand alltäglich ist, ist er noch längst nicht selbstverständlich. Wenn es nach der Bissendorfer St. Michaelis-Kirchengemeinde geht, sollte uns allen der Wert des Friedens in Erinnerung gerufen werden. Die traditionell am Aschermittwoch beginnende Kunstausstellung in der Bissendorfer Kirche widmet sich in den kommenden Wochen daher genau diesem anspruchsvollen Themenkomplex. Als Zugang zu Friedensgedanken wird die Wanderausstellung „Friedensbilder im Wandel der Zeit“ präsentiert. Sie zeigt spektakuläre Werke, die sich längst nicht nur mit der politischen und gesellschaftlichen Situation hierzulande befassen. Einerseits wird die Auseinandersetzung mit dem Vietnam- oder Irakkrieg dargestellt, andererseits werfen Werke die Frage auf, ob der gegenwärtig herrschende Friedenszustand hierzulande vollkommen sei. Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und eine Installationen mahnen beispielsweise, dass rechtes Gedankengut längst nicht aus unserer Gesellschaft verbannt ist. Auch die Rolle der Medien als vierte Gewalt steht auf dem Prüfstand. „Als offene Kirche mit kulturellem Anspruch wollen wir mit der Ausstellung vergegenwärtigen, dass Frieden vielerorts noch werden muss“, sagte Pastor Volkmar Biesalski während der Ausstellungseröffnung am Aschermittwoch. Er sprach den Aussageabsichten der Künstler einen „höchst aktuellen Bezug“ zu. Dem Arbeitskreis Kirche und Kunst, der die Ausstellung nach Bissendorf geholt hatte, gehören neben Biesalski auch Bernd Dörrie, Christian Heimberger und Ingrid Chilla-Ryssel an. Bis zum 11. März werden die Werke in der St. Michaelis-Kirche zu betrachten sein. Die Kirche stellt dabei Erläuterungen zur Verfügung, die den interpretatorischen Zugang zum Dargestellten erleichtern.