„Friedliche Botschafter für Europa“

Die französischen Austauschschüler aus Mantes-la-Ville mit ihren deutschen Gastgebern, Schulleiterin Swantje Klapper (links) sowie der Fördervereinsvorsitzenden Karen Drews und Bürgermeister Helge Zychlinski (rechts). Foto: A. Wiese

Bürgermeister begrüßt französische Austauschschüler am Gymnasium

Mellendorf (awi). Seit dem Schuljahr 2012 pflegt das Gymnasium Mellendorf einen regen und harmonischen Austausch mit dem Collège de la Vaucouleurs in Mantes-la-Ville. Dieser Austausch richtet sich an die Schüler und Schülerinnen der Klasse 8, die zunächst einen brieflichen Kontakt mit den Austauschschülern herstellen, um dann im Schuljahr der Klasse 9 den Austausch durchzuführen.
Normalerweise kommen zuerst die französischen Austauschschüler im Herbst und dann fahren die deutschen Schüler im darauffolgenden Frühjahr nach Frankreich. Diesmal hat der Besuch der Franzosen im Herbst aus organisatorischen Gründen nicht geklappt. Sie sind am Freitag in Mellendorf eingetroffen und schon in wenigen Wochen im März machen sich ihre Gastgeber aus der Wedemark auf den Weg nach Frankreich. Aber es kann natürlich auch Vorteile haben, wenn der zeitliche Abstand zwischen den Besuchen so eng ist. Schulleiterin Swantje Klapper, die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums, Karen Drews, und Bürgermeister Helge Zychlinski waren sich einig, dass sie den Schülern enge und langanhaltende Freundschaften wünschen. Beim Brexit seien es die jungen Leute gewesen, die für das Verbleiben Großbritanniens in der EU gestimmt hätten, so der Bürgermeister.
Das bedeute, dass die Jüngeren die Aufgabe hätten, als friedliche Botschafter für Europa zu wirken. Und das könne man mit kleinen Dingen hinbekommen, zum Beispiel mit einer deutsch-französischen Freundschaft nach einem Schüleraustausch. Auf die jungen Franzosen und ihre Gastgeber wartet ein abwechslungsreiches Programm, nachdem sie das Wochenende in den Gastfamilien verbracht und sich am Sonntag zum Schlittschuhlaufen in der Eishalle getroffen hatten. Am Montagnachmittag galt es nach der offiziellen Begrüßung Mellendorf bei einer Rallye kennenzulernen.
Am Dienstag ging es nach Goslar, am heutigen Mitttwoch nach Wiedensahl in das Wilhlem-Busch-Geburtshaus und am morgigen Donnerstag steht Hamburg mit dem Miniatur-Wunderland, der Elphilharmonie und einer Bootsfahrt von den Landungsbrücken auf dem Programm. Am Freitag nehmen die Gäste am Unterricht teil und am Sonnabend geht es schon wieder zurück. Aber die Trennung wird ja diesmal nicht lange währen.
Schulleiterin Swantje Klapper machte bei der Begrüßung gleich die Probe aufs Exempel und ließ ihre Worte von ihren Schülern ins Französische übersetzen. Mit ein wenig Gestik und Mimik untermalt, klappte das durchaus. Klapper berichtete auf diesem Wege, dass alle Schüler am Gymnasium Mellendorf Englisch als erste und entweder Französisch, Spanisch oder Latein als zweite Fremdsprache lernen müssten. Auch mit Spanien gebe es einen Schüleraustausch. Es sei sehr wichtig, dass sich junge Menschen unterhalten könnten, betonte Klapper: „Das ist eine Basis dafür, dass wir in Frieden weiterleben können!“
„Ihr werdet sehen, dass die deutsche Schule anders ist als die französische, aber ihr werdet auch merken, dass ihr gleiche Interessen habt“, prophezeiten die Schulleiterin. Sie freute sich über ein weißes Alpenveilchen als Gastgeschenk von den Franzosen. Diese erhielten von der Gemeinde ein T-Shirt mit Wedemark-Logo und vom Förderverein eine Stofftasche mit dem Aufdruck „Gymnasium Mellendorf“.