„Frisch und Frei“-Vernissage

Kathrin Schobel beeindruckte als Aktionskünstlerin.

Mit Hilfe von Kunst Botschaften in die Welt senden

Mellendorf (dol). Mit dem Motto „Frisch und Frei“ war der reine Mädchen-Kunstleistungskurs des zwölften Jahrgangs, unter der Leitung von Daniela Bögershausen, an ihre Semesterarbeiten herangegangen, welche nun im Rathaus zu bestaunen sind. Am Mittwoch, 12. Februar, wurde diese Vernissage von Bürgermeister Helge Zychlinski, Organisatorin der Bürgergalerie Angela von Mirbach und Professor Dorothee Weinlich von der Hochschule Hannover, eröffnet. Auch Schulleiterin Swantje Klapper kam, um die Arbeiten ihrer Schützlinge zu bestaunen. Es ist die insgesamt neunte Ausstellung in der Bürgergalerie „Augenhöhe“ und die zweite im Format „Frisch und Frei“. „Eine gute Tradition“, äußerte Zychlinski und auch Professor Dorothee Weinlich bewunderte, wie mutig es sei mit Hilfe von Kunst Botschaften in die Welt zu senden. „Dies ist euer erster Meilenstein“, beendete Weinlich die Eröffnungszeremonie und erinnerte noch an die Mappenabgabe bis März für die Kunsthochschule. Die „Meilensteine“ der 13 Künstlerinnen wurden zu festen Vorgaben, welche vom Kerncurriculum vorgegeben waren, erstellt. Zu Themen, wie „Architektur und Wohnen“ und „Bilder vom Menschen“, besonders in der heutigen Zeit von facebook und youtube, wurden individuelle Werke erschaffen. Auch sind Bilder zu Textpassagen aus „Gullivers Reisen“ oder zu dem Gedicht „Potsdamer Platz“ von Titus Müller und auch Denkmäler für Lieblingskünstler, wie Picasso oder Frida Carlo, ausgestellt. Zum Beispiel von Kathrin Schobel, die direkt im Anschluss an die Willkommensrede ihr Werk vorstellte. Sie hatte ein Denkmal für ihren Lieblingskünstler Hermann Nitsch erstellt, welcher ein Aktionskünstler war. In diesem Sinne bespritzte sie ihr Werk vor den Zuschauern mit „Blut“. Besondere Aufmerksamkeit wurde jedoch dem „Zensurgang“ geschenkt. In ihm wurden drei Arbeiten ausgestellt, welche nicht unten in der Eingangshalle des Rathauses aufgehängt werden durften, da sie Gewaltakte darstellen und eine Collage Hakenkreuze abbildet. „Diese Bilder sollen Gewalt kritisieren“, erklärten ein paar Teilnehmer des Leistungskurses. Die Collage sei über einen Künstler, welcher sehr durch den Nationalsozialismus geprägt war. Es sei auf keinen Fall eine Verherrlichung. „Kunst soll auch zu Diskussionen anregen“, kommentierte Helge Zychlinski zu diesem Thema. Ein großes Thema der Vernissage war auch:„Was ist privat?“, speziell zu Zeiten von facebook und youtube. Zu dieser Aufgabe wurden auch verschiedene Medien genutzt. So auch Kathrin Schobel, die einen Film dazu drehte. Es ist ein beeindruckendes Musikvideo, in welches sie sogar Knetanimationen einbrachte. Oder Miami von Mirbach, die ein spezielles Foto dazu schoss. Aber auch noch weitere individuelle Werke sind einen Besuch wert. Die Ausstellung kann noch bis Mittwoch, 10. März, besucht werden. Die Öffnungszeiten sind: Montag, Dienstag, Donnerstag 8 bis 15 Uhr, Mittwoch 8 bis 18 Uhr und Freitag 8 bis 12 Uhr.