Früh aufstehen gehört manchmal halt dazu

Dorothea Linke absolvierte ihren Zukunftstag beim Wedemark ECHO und erstellte diese Reportage. Hier im Interview mit Monika Kärgel.
 
In Action: Jetzt wird gehobelt bei der Firma Kreft Innenausbau und alle schauen gespannt zu.
 
Kommissar Andreas Kremrich zeigt Marlena Karp und Florian Tidow den Streifenwagen. Fotos: D. Linke

Das war der Zukunftstag 2012 in der Wedemark: Schüler aller Wedemärker Schulen waren unterwegs

Wedemark. Der Sinn des Zukunftstages liegt darin die Schüler zu ermutigen ihre Berufswahl losgelöst von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen zu treffen. Also habe ich mich wie der Großteil an meiner Schule (Gymnasium Mellendorf) heute morgen auf den Weg gemacht, um mich in einem Beruf auszuprobieren. Meine Wahl fiel auf das Wedemark ECHO, da ich mich schon immer für den Journalismus interessiert habe. Als ich dort aufschlug, wurde ich freundlich begrüßt und nach einer kurzen Einweisung ging es auch schon los: Redakteurin Anke Wiese und ich klapperten erst zwei vom Zukunftstag unabhängige Termine im Kindergarten und bei der Kirche ab und machten uns danach auf den Weg zu den ersten Schülern. Wir hatten uns vorgenommen ein paar Teilnehmer des Zukunftstages vor Ort zu treffen und zu befragen. Wir besuchten als ers-tes, mit Schreibzeug und Kamera bewaffnet, die Tierartztpraxis von Uta Döpke und Maike Siebrecht, wo wir auf Schüler des Gymnasiums Mellendorf trafen. Louisa Ohnrich (8E) und Carolin Lehmacher (7A) hatten am heutigen Morgen um 9Uhr angefangen, bei Untersuchungen und OPs zuzusehen und hatten sogar einen jungen Wildhasen gefüttert. Nun führte uns der Weg nach Bissendorf-Wietze, wo Kärgel, der einzige Lebensmittelladen dort, den Ortskern markiert. Der Name Corinna Gnatzy (Gymnasium,8C) stand auf meinem Zettel vermerkt, doch als wir uns nett mit Monika Kärgel unterhielten, war Corinna nicht mehr da. Sie hatte schon gegen 7 Uhr begonnen zu arbeiten, eingeschlossen der Brötchenverkauf, Zeitungen sortieren, Bonbons nachfüllen, und war schon zuhause. Doch am meisten Spaß hatte Corinna, nach Meinung der Ladenchefin, beim Kassieren. „Immer Blickkontakt halten und auch mal reden ´kommt da noch etwas hinzu´“, erklärte uns Monika Kärgel, die jedes Jahr Spaß am Zukunftstag hat. Doch wir mussten dann auch schon weiter, schließlich wollten wir noch viel schaffen! Also setzten wir uns ins Auto und fuhren zum nächsten Ort, nach Mellendorf. Vier Schüler befragte ich bei Rossmann, die dort richtig gut zu tun hatten. Max Pecheroga, Angelika Schuchart und Philip Grotzki von der Realschule und Karolina Kirszanowski von der Berthold-Otto-Schule zeigten mir ihre Aufgaben, dazu gehörten, Waren auszupacken und in die Regale einzuräumen. „Um zwei Uhr haben wir Schluss“, erzählte uns einer der Schüler. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass seit Anfang schon drei Stunden vergangen waren, also verabschiedeten wir uns freundlich und steuerten unser nächstes Ziel an der Grundschule Mellendorf an, wo meine Freundin Marlene Gudehus (Gymnasium , 8D) den Kindern bei den Aufgaben half und ihnen diese auch noch mal erklärte. Lehrerin Heike Lemmer, bei der Marlene in der Klasse assistierte, war sehr positiv eingestellt: „Marlene nimmt mir viel Arbeit ab!“ ,sagte sie dankbar. An der Grundschule waren gleich mehrere „Zukunftstagler“, wie uns der Schulleiter erzählte. Aber wen wundert es , seit dem 26. April 2001, dem ersten Zukunftstag, ist die Anzahl der Teilnehmer schließlich stark gestiegen: Von 1.800 auf 123.000! Aber Zeit zum Nachdenken blieb nicht, denn schon fuhren wir ins Industriegebiet zu Regiobus. Dort wollten wir eigentlich mit einem Jungen, names Darius reden, aber der hatte schon um 6 Uhr angefangen und war nun mit dem Bus unterwegs. Das sagte uns die nette Dame an der Ankunft, bei der uns ein junges Mädchen nebenan sofort auffiel. Leonie Schneller (elf Jahre) von der IGS Langenhagen (5. Klasse) war heute dort bei ihrer Oma, um mal zu sehen, was eine Verwaltungsangestellte so macht. Sie selber findet es sehr interessant, Rechnungen zu schreiben, da sie auch gut in Mathe ist. Nun ist der Zukunftstag aber eigentlich dafür gedacht, dass Mädchen einmal einen „Männerberuf“ ausprobieren oder umgekehrt, also war praktisch, dass sich gleich in der Nähe „Kreft-Innenausbau“ befand, wo wir auch mehreren „Zukunftstaglern“ begegneten. Wir mussten erst durch etliche Türen gehen, um in die Werkstatt zu gelangen. Insgesamt sieben Mädchen und Jungen, im Alter von zehn bis 14 Jahren, hatten heute um halb zehn begonnen sich in die Tischlerei einzuarbeiten, darunter auch Michelle Hörsch aus meiner Klasse. Hans Bohn, der Werkstattleiter erklärte uns ihre heutige Aufgabe: „Heute machen sie Serviertabletts für ihre Mütter zum Muttertag!“ Wir konnten auch beobachten, wie schon fleißig gehobelt wurde. Bevor wir gingen, wurden wir von einem Vater angesprochen, dessen Tochter am Zukunftstag bei der Polizei ist, ob sie nicht auch in die Zeitung kommen könnte. Kein Problem! Bei der Polizei wurden wir freundlich empfangen und konnten auch bald Marlen Karp und Florian Tidow von der IGS Wedemark interviewen. Unter der Leitung von Kommissar Andreas Kremrich waren sie heute im Brelinger Kindergarten und haben den Kindern gezeigt, wie man sich im Straßenverkehr verhält. Dazu hätten sie mit Klebeband „Straßen“ auf den Boden geklebt. Auch das man sich im Auto anschnallen muss und welche Schilder es gibt, haben die Schüler den Kindern nahe gebracht. „Ja, das wäre ein Beruf für mich. Und wenn es nicht klappt, werde ich Köchin“, antwortete mir Marlen als ich wissen wollte, wie sie diesen Beruf finde. Nett wurden wir hinausbegleitet und durften noch ein paar Fotos mit dem Streifenwagen schießen. „Ab in den nächsten Ort“, hieß es und wir machten uns auf nach Elze. Netto war unser erstes Ziel dort. Wir fanden Merlin Morowski von der Konrad-Adenauer Schule in einem der Gänge, wo er gerade Getränke einräumte. Aber er nahm sich dennoch Zeit, mir zu schildern, was er schon so am heutigen Tag gemacht hatte: Verpackungsreste entsorgt und Regale eingeräumt. „Ich habe aber eben auch eine halbe Stunde Pause gemacht“, fügte der Siebt-Klässler noch hinzu. Einen Termin hatten wir noch und zwar in der Kindertagesstätte in Elze. Draußen waren gleich Kinder in Aktion zu sehen, aber wir wurden ins Haus zu Gruppenleiterin Ramona Marwedel gebeten. Wir konnten noch ein kleines Gespräch mit ihr und Marie Meinders von der Konrad-Adenauer-Schule führen. Mit den Kindern hatte sie zuvor Spiele gespielt und getuscht. Dabei wären die Kinder von Anfang an zutraulich gewesen und es hätte ihr viel Spaß gemacht. „Für mich kommt der Job in Frage“, versicherte sie uns und wir verabschiedeten uns zufrieden.
Nun hatten wir aber wirklich genug Bilder geschossen und Gespräche geführt. Zur Mittagszeit trafen wir wieder beim ECHO ein und ich setzte mich sofort an den Computer um den Artikel zu schreiben. Mit Frau Wiese suchte ich die Fotos aus und mit Martin Schmidt, dem Technischen Redakteur, baute ich dann diese Zeitungsseite und las den Text anschließend noch einmal Korrektur und machte die Bildunterschriften. Beim ECHO hat es mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte viel lernen. Es war ein gelungener Tag!
Dorothea Linke, Gymnasium Mellendorf