Führung mit Otto Hemme

Die Teilnehmer der Führung erfuhren viel Wissenswertes.

Forst Rundshorn und der Elzer Bauernwald erkundet

Berkhof/Elze. Der Elzer Ortshistoriker Otto Hemme lud zu einer forstkundlichen Fahrradführung, der zahlreich interessierte Bürger folgten. Gerade in diesen schwierigen Coronazeiten ist Bewegung im Wald eine willkommene Alternative zu allen Indoor-Aktivitäten.
Zunächst erfuhren die Teilnehmer einiges über das Forstamt Fuhrberg, das für die Landesforsten hier zuständig ist. Da hier auch das Wasserwerk der Stadt Hannover angesiedelt ist, arbeitet das Amt nach der Vorgabe: Wald und Wasser für Generationen. Hemme gab auch Informationen über den „Trimm-Pfad“. Dieser 2,8 Kilometer lange Sportpfad lockt seit 1971 täglich zahlreiche Sportbegeisterte, sogar aus dem Heidekreis.
Nach Besichtigung eines Schlingnatter Biotops fuhren die Teilnehmer zur Sodeiche, einem alten Thingplatz, auf dem schon am 3. Mai 1354 Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig Lüneburg Gericht hielt. Der Name Sodeiche bedeutet Brunneneiche. Der ehemalige Revierförster Helmut Andrick und auch Hemme nehmen an, dass hier in früheren Zeiten ein Trinkwasserbrunnen war. Die älteste Erwähnung des Forst Rundshorn ist in einer Urkunde Kaiser Otto des Dritten aus dem Jahr 1007. Hier ging es um Grenzstreitigkeiten des Bistums Minden mit dem gerade neu gegründeten Bistum Hildesheim. Dort heißt es: Die Grenze verläuft im Runteshornam. Um den Landesforst herum liegt Bauernwald. Hier wurde Grundwasserschonende Waldbewirtschaftung besichtigt, sowie Sturmschäden, Pilzbefall durch Wurzelschwamm und Rüsselkäferbefall an jungen Douglasien. Auf der alten Bremer Straße erzählte Hemme über die Bedeutung dieses Weges in früheren Zeiten. Der Weg kommt von Leipzig, geht über Bremen hinaus nach Cloppenburg, Lingen, ins Niederländische Hengelo und Zwolle an der Nordsee. In Meitze kreuzt er den ebenso bedeutenden Hessenweg. Die Wegkreuzung hatte für den Ort schon früh eine wirtschaftliche Bedeutung als Marktplatz und vor allem für die Wirte und Bauern.
Bis etwa 1800 hatte sich wie in der Lüneburger Heide auch hier eine Heide- und Dünenlandschaft gebildet. Das Salzsieden in Lüneburg, Eisengewinnung durch Rasen-Eisen-Steine im Wietzetal und auch der Schiffbau führten zur Ausplünderung der historischen Wälder. Erst durch Anpflanzungen mit der anspruchslosen Kiefer bekam der Boden wieder Halt. Nach einer Geschichte über das Reisen im Dreißigjährigen Krieg auf diesen Wegen, verabschiedeten sich die Gäste mit vielen neuen Eindrücken und der Gewissheit doch vieles noch nie gehört zu haben.