„Für weiteres Zusammenwachsen“

Bürgermeister Helge Zychlinski (rechts) sowie Mellendorfs Ortsbürgermeisterin Jessica Borgas (links) und Bissendorf-Wietzes Ortsbürgermeister Daniel Leide (hintere Reihe, Fünfter von rechts) mit den eingebürgerten Wedemärkern Stuart Leonard (von links), Michael Stansbie, Olena Burgdorf, Danuta Flimm mit Sohn, Christina Kalaitzidou, Tomasz und Monika Banach mit ihren Kindern sowie Zoltán Feher und Zsuzsanna Holló mit ihren Kindern.
 
Stuart Leonard und seine Frau Kathrin (rechts) aus Mellendorf stoßen beim Einbürgerungsempfang mit Ortsbürgermeisterin Jessica Borgas an. Der Brite lebt seit 2012 in Deutschland, stellte 2017 den Antrag auch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Fotos: A. Wiese

Gemeinde Wedemark begrüßt bei Empfang eingebürgerte Einwohner

Wedemark (awi). 2017 und 2018 wurde 42 Einwohnern der Gemeinde Wedemark auf eigenen Wunsch die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen. Menschen aus Polen, der Ukraine, Griechenland und Ungarn haben den deutschen Pass bekommen. Unter den Eingebürgerten sind auch zwei Briten, die damit auch nach einem Brexit Bürger der EU bleiben. Und unter den Eingebürgerten sind Menschen jeden Alters, vom Kleinkind bis zum 70-Jährigen.
Bürgermeister Helge Zychlinski begrüßte am Montagabend neun Erwachsene und einige Kinder stellvertretend im Bürgerhaus in Bissendorf. Tomasz Banach aus Bissendorf-Wietze und Monika Banach aus Brelingen mit ihren Kindern stammen aus Polen. Olena Burgdorf aus Bissendorf ist die einzige, die nicht aus einem EU-Land kommt, nämlich aus der Ukraine. Zoltan Feher und Zsuzsanna Hollo aus Mellendorf sind gebürtige Ungarn, ebenso ihr Sohn, während die kleine Tochter bereits in Deutschland geboren wurde. Danuta Flimm stammt aus Polen und wohnt heute in Berkhof. Die gebürtige Griechin Christina Kalaitzidou ist mittlerweile ebenso Mellendorferin wie die Briten Stuart Leonard und Michael Stansbie. Leonard stellte seinen Einbürgerungsantrag bereits 2017 aus drei Gründen: Es sei mit doppelter Staatsbürgerschaft einfacher in Deutschland zu arbeiten, er fühle sich hier zufrieden und zuhause und dann sei da noch der Brexit als Argument. Aber den will Leonard nicht kommentieren. Er kam über seinen Arbeitgeber 2012 nach Deutschland und 2014 in die Wedemark. Er und seine Frau Kathrin bauten sich ein Haus im Baugebiet am Rutenberg in Mellendorf. Dort leben sie mit ihren achtjährigen Zwillingen, die zweisprachig aufwachsen und von Geburt an die deutsche und die britische Staatsbürgerschaft haben.
Viele der 2017 und 2018 eingebürgerten Wedemärker hätten die doppelte Staatsbürgerschaft und untermauerten damit, dass es ein weiteres Zusammenwachsen in Europa geben solle. Das sei eine klare Botschaft, so Bürgermeister Helge Zychlinski, gerade jetzt, wo ein Teil der Europäischen Gemeinschaft sich abspalten wolle. „Sie bringen Fähigkeit ein, Träume und Ideen. Sie bereichern unsere Gemeinde“, so Zychlinski. Als vor rund 15 Jahren viele osteuropäische Staaten der EU beigetreten seien, habe man nicht gedacht, dass man heute wieder vor einer existenziellen Frage stehen würde, wunderte sich der Bürgermeister. Die Antwort könne nur ein Mehr an Europa sein.
Der dritte Empfang für Eingebürgerte sei eine gute Tradition, sagte Zychlinski nach der Begrüßung der Hauptpersonen, der Ratsvertreter und der Vorsitzenden der beiden großen Fraktionen. Es sei ein wichtiger Ausdruck des Willkommens für diejenigen, die sich „zu dauerhafter Verbundenheit mit unserem Land bekennen und in den meisten Fällen bereits seit Jahrzehnten hier lebten und damit wüss-ten, worauf sie sich eingelassen hätten. Mit der Einbürgerung dürften sie wählen, mitbestimmen, sich selbstständig machen, frei einen Beruf wählen und ohne Visum in zahlreiche Länder reisen. Mit der Einbürgerung hätten sie Verantwortung für sich, ihre Kinder und das Gemeinwesen übernommen.