Gästeführung durch Elze

Bürgermeister Helge Zychlinski (von rechts) begrüßt im Beisein von Gästeführer Otto Hemme die Teilnehmer an der Führung durch Elze. Foto: B. Stache

Otto Hemme erweist sich als profunder Kenner des Ortes und seiner Geschichte

Elze (st). Zum Weltgästeführertag hatte die Gemeinde Wedemark zehnmal je zwei Freikarten für die Teilnahme an einer zweistündigen Führung mit Otto Hemme durch Elze verlost. Den International Tourist Guide Day gibt es seit 1990 – der Weltverband der Gästeführer und die ihm angeschlossenen Organisationen veranstalten diesen Tag alljährlich rund um den 21. Februar, dem Gründungstag des Verbands. Am Sonntagnachmittag lautete das Motto der Führung: „Elze im Zweiten Weltkrieg.“ Fremdenführer Otto Hemme erwies sich als profunder Kenner des Ortes und seiner Geschichte. Mit den Worten „Ich bin 1953 in diesem Haus geboren“, begann er den Rundgang durch seinen Heimatort – vom Haus Nummer 4 an der Hohenheider Straße, das sein Großvater 1934 gebaut hatte, über den nördlichsten Hof und das Haus des ersten Nachkriegsbürgermeisters Willi Lenthe bis zum ältesten Gasthaus im Ort, Alte Trift 1. An allen Stationen hatte Otto Hemme viel Wissenswertes für seine Gäste parat, unter ihnen Anna Vortmüller und Tim Unger, die beide erst seit einem Monat in Elze wohnen. „Ich habe Interesse an der Geschichte des Ortes und möchte ihn kennenlernen“, erklärte Tim Unger, der zuvor im bayerischen Deggendorf wohnte. „Ich möchte Elze heute aus einer anderen Perspektive etwas näher kennenlernen“, begründete Anna Vortmüller, die aus Schadehop nach Elze umgezogen ist, ihre Teilnahme an der Führung. „Vielleicht bietet sich auch die Möglichkeit, Fragen zum heutigen Elze zu stellen“, ergänzte Tim Unger. Gästeführer Otto Hemme berichtete während des informativen Rundgangs unter anderem am ehemaligen Transformatorenhäuschen, dass dort während des Zweiten Weltkriegs die erste Sirene im Ort vor Luftangriffen warnte. Dieses Gebäude sei bei Überbelegung des Spritzenhauses auch als Gefängnis genutzt worden, erfuhren die Gäste – und viele weitere Geschichten, die sich während des Krieges in Elze zugetragen hatten. Das alles ist nachzulesen in dem Buch „Leben in einem norddeutschen Dorf – Elze (Wedemark) zwischen 1930 und 1950" der Autoren Otto Hemme, Heinrich Frank und Max Steinborn. Zu Beginn der sonntäglichen Führung nutzte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski die Gelegenheit, die Teilnehmer persönlich zu begrüßen. „Otto ist hier aufgewachsen. Er war eigentlich nie woanders, kennt jeden Winkel, jede kleine Gasse“, so der Bürgermeister.