Gästeführung in Wennebostel

Die Gruppe um die Gästeführerin Roswitha Mandel, fünfte von rechts, in Wennebostel vor dem ehemaligen Entbindungsheim Foto: E. Rodenbostel

Geschichten und Erfahrungen bereichern die Ortsansicht

Wennebostel (er). Eine Gästeführung durch Wennebostel lockte viele gespannte Teilnehmer zum Treffpunkt vor das Gasthaus Bludau. „Die anderen Orte waren schon vergeben und ich fand Wennebostel so schön und interessant, das ich mich dafür entschieden habe“, so Roswitha Mandel aus Langenhagen. Sie hat im Jahr 2010 ihre Ausbildung zur Gästeführerin zusammen mit Otto Hemme und „Jungfer Anni“ gemacht.
Die Führung ging an Hofstellen und dem ortsüblichen Giebelschmuck den Pferdeköpfen vorbei, deren Bedeutung scheinbar, je nach Ortschaft, Herkunft und Tradition unterschiedlich sein kann. Einige Stimmen behaupten, wenn die Köpfe nach innen gerichtet sind, bringt die Frau das Geld ins Haus andere sagen: der Hof ist nur gepachtet und wieder andere sagen: damit hat alles nichts zu tun. Es ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Der Weg führte weiter zur alten Schule und damit zur Vorstellung des Lehrers Richard Brandt und das durch ihn entstandene Heimatmuseum. Das große Eckhaus der Schule gegenüber, ein ehemaliges Kaufhaus, lässt sich mit mehr Kenntnis und einem alten Foto aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Hingewiesen wurde auch auf die Straße der Kinderrechte. Sie schmücken mit ihrem Denkmal, an der 1890 erbauten Bahnlinie, die Straßenkreuzung.
Weitere Besonderheiten des Ortes folgten, wobei natürlich das großzügig gebaute „Ackerbürgerhaus“ von 1737 etwas Erwähnenswertes war. Nach Umnutzung zum Entbindungsheim und Ausbildungsstätte für Soldaten wurde es das erste Verwaltungsgebäude der Firma Sennheiser. Direkt davor befindet sich seit kurzer Zeit der betriebseigene Kindergarten. Teilnehmer der Gästeführung konnten zum Thema Sennheiser aus eigener Erfahrung noch Besonderheiten mitteilen. Viele interessante Häuser wurden mit Baudaten und Inhabern geschildert. Hausinschriften wurden in Bedeutung und Herkunft erklärt. Nebengeschichten zu Gebäuden, wie Brände durch versuchte Insektenvernichtung, machten die Dorfgeschichte einprägsamer und den etwa eineinhalbstündigen Rundgang kurzweilig. Eine Führung durch die Dörfer lenkt das Augenmerk auf vielfältige Weise auf etwas anderes, als im Vorbeifahren gesehen wird.