Gailhofer Wehr wählt Mohlfeld wieder

Der wiedergewählte Gailhofer Ortsbrandmeister Heinz Mohlfeld (rechts) mit Gewählten, Geehrten und Beförderten, Gemeindebrandmeister Maik Plischke (Vierter von rechts) und Bürgermeister Helge Zychlinski sowie der neuen Jugendwartin Ann-Kathrin Scheu (vordere Reihe Mitte) und ihrer langjährigen Vorgängerin Christine Göing (rechts dahinter). Foto: A. Wiese

Gemeindebrandmeister lobt Wedemarks kleinste Wehr mit warmen Worten

Gailhof (awi). Mit 15 Aktiven ist die freiwillige Feuerwehr Gailhof Wedemarks kleinste Wehr. Gemeindebrandmeister Maik Plischke hat die Gailhofer bei ihrer Hauptversammlung am Freitagabend ausdrücklich als zwar „kleine, aber sehr gut funktionierende und hinter ihrem Kommando stehende Wehr“ mit hohem Frauenanteil bezeichnet. Sechs der 15 Aktiven sind weiblich. Damit sei diese Wehr eigentlich prädestiniert, als erste Wedemärker Wehr eine Ortsbrandmeisterin zu wählen, fand auch Bürgermeister Helge Zychlinski.
Doch erst einmal hat die Feuerwehr Gailhof wieder einen Ortsbrandmeister: Einstimmig sprachen sich alle anwesenden Aktiven für eine dritte Amtsperiode von Heinz Mohlfeld aus. Der willigte ein, kündigte aber an, die sechs Jahre möglicherweise nicht mehr ganz voll zu machen. Eigentlich habe er sich nicht noch einmal zur Wahl stellen wollen, es dann aber doch getan, weil es keine anderen Kandidaten gegeben habe, so Mohlfeld. Ebenso einstimmig wie die Ortsbrandmeisterwahl gingen auch die Wahl von Ann-Kathrin Scheu zur neuen Jugendwartin, von Timo Alber als ihrem Stellvertreter, die Wiederwahl von Joachim Heidtke zum Gerätewart, von Ralf Boss zum Sicherheitsbeauftragten, von Daniel Wolf zum Kassenführer und von Franziska Meier zur Schriftführerin über die Bühne. Zuvor wurde die langjährige Jugendwartin Chris-tine Göing nach acht Jahren herzlich verabschiedet und bekam ein Präsent von Heinz Mohlfeld überreicht.
Dieser hatte in seinem Bericht zu Beginn der Versammlung zunächst den Mitgliederstand bekannt gegeben: 15 aktive Kameraden, neun Mitglieder in der Jugendabteilung, 61 Alterskameraden und 61 fördernde Mitglieder. Insgesamt hat die Feuerwehr Gailhof im abgelaufenen Jahr 982 Dienststunden geleistet. Davon waren 440 Ausbildungsstunden, 96 Einsatzstunden und 446 wurden bei sonstigen Diensten eingebracht. Die 21 Einsätze der kleinen Wehr teilten sich in elf technische Hilfeleistungen und zehn Brandeinsätze auf. Wie fast alle Feuerwehren der Wedemark waren auch die Gailhofer beim Flächenbrand in Schadehop im Juli dabei gewesen. Sie hatten technische Hilfe bei Unfällen auf der Autobahn und den Landstraßen geleistet und Böschungs- und Pkw-Brände gelöscht. Mit dem Weihnachtsbraumverbrennen, der Beteiligung am Schützenumzug und am Laternenumzug brachten sie sich zudem für die Dorfgemeinschaft ein. Heinz Mohlfeld bedankte sich bei seinen Kameraden für die gute Dienstbeteiligung und dass die Kameradschaft in Gailhof so groß geschrieben werde. Das trifft ebenso für die Jugendfeuerwehr zu. Die vier Mädchen und fünf Jungen engagierten sich ohne die Sommerfahrt in 44 Diensten mit 617 Dienststunden. Dabei seien die Betreuerstunden nicht eingerechnet, betonte die scheidende Jugendwartin Christine Göing. Beim Völkerballturnier vor einem Jahr holten die Gailhofer den Sieg, beim Gemeindewettkampf wurden sie siebte. Gemeinsam mit der Mellendorfer Jugendwehr gingen sie auf Sommerfahrt. Sicherheitsbeauftragter Ralf Boss hatte keine Unfälle zu vermelden. Atemschutzgerätewart Daniel Wolf berichtete von gemeinsamen AGT-Diensten mit Mellendorf, Brelingen und Hellendorf und einer Stationsausbildung bei der Spedition Ebeling. Der Sprecher der Alterskameraden, Schorse Plumhoff, betonte, dass die 13 Alterskameraden an allen Aktivitäten der Aktiven teilnehmen, denen er seine Hochachtung für eine 90-prozentige Dienstbeteiligung aussprach. Ganz besonders liege den Alterskameraden auch die Jugendwehr am Herzen. Christine Göing habe ihre Aufgabe viele Jahre lang mit Herzblut erfüllt. So wie Feuerwehr in Gailhof funktioniere, so Plumhoff, solle das mal einer dem 620-Einwohner-Dorf nachmachen.
Für langjährige Mitgliedschaft wurden Siegfried Blaschke (60 Jahre) und Cord-Henning Göing (50 Jahre) geehrt. Befördert wurde Mareike Boss zur Feuerwehrfrau. Sie muss auf ihre Ernennung kein Jahr warten, da sie aus der Jugendwehr übernommen wurde.
Bei den Grußworten gestand Bürgermeister Helge Zychlinski, dass er das allererste Mal in seiner fünfjährigen Amtszeit bei der Feuerwehr Gailhof zu Gast sei. Er bedankte sich, dass die Aktiven jeden Tag für Gailhof und darüberhinaus zur Verfügung ständen, nämlich überall, wo sie benötigt würden. Die Nähe zur Autobahn forderte die kleine Wehr besonders. „Ihr Ehrenamt ist ein wesentlicher Baustein für die Sicherheit in der Wedemark“, so der Bürgermeister. Er berichtete von hohen Investitionen in diesem Jahr und den Folgejahren. Die Bedarfe seien im Konsens mit der Gemeindefeuerwehrführung abgestimmt worden. In den nächs-ten Jahren werde wirklich „dramatisch viel Geld investiert“, es sei jedoch gut angelegt. Die Gemeinde werde für die Feuerwehr in den nächsten zehn Jahren soviel Geld in die Hand nehmen wie nie zuvor. Zu den Fahrzeugneubeschaffungen kämen teilweise auch neue Gerätehäuser dazu. Gerade deshalb sei er sehr dankbar über die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindewehrführung, so Zychlinski. Nicht immer kämen die gemeinsamen Entscheidungen für die Feuerwehr Wedemark in allen Einzelwehren gut an. Manchmal deckten sich die Interessen der Gemeindefeuerwehr eben nicht mit den Interessen der einzelnen kleinen Wehren.
Gemeindebrandmeister Maik Plischke bestätigte: „Quotenmäßig ist das hier cool bezüglich Frauen, Jugend und Atemschutzgeräteträger gerechnet auf die Einwohnerzahl!“ Allgemein betonte Plischke, dass Sicherheit für die Feuerwehr oberstes Gebot sein müsse und es manchmal nicht so einfach sei, „das andere, was Feuerwehr auch ausmacht, mit dem Bedarfsplan übereinander zu kriegen“.