Gartenregion prämiert sieben Projekte

ury-Entscheidung im Förderwettbewerb „Gärten fördern. Zukunft ernten!“

Wedemark. Ausgelobt waren 100.000 Euro Fördergeld für zukunftsweisende Garten- und Grünprojekte, 32 eingereichte Vorhaben musste am Ende eine Fachjury befinden. Heute (22.06.2021) wurde dem Ausschuss für Regionalplanung, Naherholung, Metropolregion und Europaangelegenheiten die Entscheidung des Gremiums vorgestellt. Für die drei möglichen Förderschwerpunkte wurden insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträger benannt, neben sechs Vereinen auch die Gemeinde Wedemark.
„Gärten fördern. Zukunft ernten!“: Unter diesem Motto hatte die Region Hannover 2021 ihren Förderwettbewerb ausgeschrieben. Gefragt waren Antworten auf die Frage, wie Gärten und Grünräume in der Region Hannover unter Berücksichtigung aktueller Herausforderungen zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen können.
Sonja Beuning, Leiterin des Fachbereichs Planung und Raumordnung der Region Hannover, zeigte sich von den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen begeistert: „Alle vorgeschlagenen Projekte zeichnen sich durch frische Ideen aus. Dies umschließt neugedachte Schulgärten wie andere öffentlich zugängliche Gemeinschaftsgärten und beinhaltet niederschwellige Bildungs-, Lern- und Mitmachangebote zu Themen wie Gemüseanbau und Artenvielfalt bis zu innovativen Projekten, die die Rolle von Gärten bei der Anpassung an die Klimaveränderungen verdeutlichen. Gemeinsam wollen wir Oasen der Erholung schaffen, Naturerfahrungen vermitteln und darüber das soziale Miteinander stärken.“ Die Qualität der Wettbewerbsbeiträge hat die Jury denn auch bewogen, die jeweilige Höchstsumme von 30.000 Euro pro Projekt nicht auszuschöpfen, um mehr Initiativen die Chance einer Unterstützung zu geben. Astrid Eblenkamp, Projektleiterin im Team Regionale Naherholung: „Das gesamte Fördervolumen von 100.000 Euro wurde vergeben; im Einzelfall wurde eine Fördersumme von maximal 20.000 Euro freigegeben.“
Förderschwerpunkt: Grüne Baukultur
Das Mehrgenerationenhaus Wedemark ist Anlaufstelle und Treffpunkt für sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, darunter Menschen mit Fluchtgeschichte, mit geringem Einkommen, Seniorinnen und Senioren, behinderte und nicht-behinderte Menschen unter anderem.Der Innenhof des Zentrums soll für alle ein barrierefreier, naturnaher „Veranstaltungs- und Wohlfühlort werden, der klimafreundliche Energien für nachhaltigen Bewuchs nutzt und dieses den Besucherinnen und Besuchern nahebringt.“ Hierfür sollen Flächen entsiegelt, Regenwasser über eine Zisterne aufgefangen und genutzt, eine Photovoltaikanlage zum Betrieb einer digital gesteuerten Bewässerung installiert, Nistmöglichkeiten für Vögel durch eine großflächige Fassadenbegrünung geschaffen und auch ein Wildblumenbeet angelegt werden: „Der Innenhof soll auf sehr kleinem Raum eine öffentlich zugängliche Oase werden, die unterhält, bildet und der heimischen Natur trotzdem ihren Raum lässt.“
„Im Rahmen des Projektes Gartenregion fördert die Region Hannover seit mehr als einem Jahrzehnt auf verschiedene Weise den Erhalt und die Entwicklung ihrer Grünräume“, erläutert Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen: „Die intensive Nutzung unserer Parks und Wälder in der COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig und sinnvoll diese Investitionen waren und sind. Grünanlagen im unmittelbaren Wohnumfeld der Menschen sind für ihre alltägliche Erholung wichtig und werden auch wieder zu Orten der Begegnung werden. Auch der Klimawandel zwingt zu einer Neubesinnung.“
Mit dem erstmals für 2021 ausgeschriebenen Förderwettbewerb sollen in den kommenden Jahren verstärkt richtungsweisende garten- und grünraumbezogene Projekte unterstützt werden, die aktuelle Zukunftsfragen aufgreifen und neuartige Lösungsansätze erproben.
Vorschläge für eine Grüne Baukultur könnten sich damit befassen, mit welchen innovativen baulichen, planerischen und technischen Maßnahmen sich Grünbereiche zukunftsgerecht gestalten lassen. Wie müssen Grünräume gestaltet werden, um zur Steigerung der Biodiversität und zum Insektenschutz beizutragen? Wie sieht zukunftsweisende Garten- und Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung für die Region Hannover aus? Welche Best-Practice-Beispiele gibt es? Was lässt sich aus ihnen für die Sanierung, Neu- und Umgestaltung von Parks und Gärten usw. lernen?
Der Wettbewerb ist offen für Vereine und private Organisationen, Forstverwaltungen, Realverbände und in Einzelfällen auch natürliche Personen, die in der Region Hannover aktiv sind und mit dem zu fördernden Projekt keine kommerziellen Interessen verfolgen, ebenso wie die Städte und Gemeinden der Region Hannover.