Gemeinde hat dazubezahlt

Hier wurde der Gehweg der Straße Rehflucht in Bissendorf komplett neu asphaltiert: Die Deutsche Glasfaser hat den Teil, den sie aufgerissen hat, wieder hergestellt und die Gemeinde hat dazubezahlt, damit der Weg insgesamt eine neue Deckschicht erhielt.

Einige Gehwege wurden komplett neu asphaltiert

Bissendorf. Rund 650 Straßen werden in der Wedemark von den Auftragsfirmen der Deutschen Glasfaser zurzeit aufgegraben, um Glasfaserkabel zu verlegen. Die Kabel werden in einen 20 Zentimeter breiten Spalt versenkt. Dazu müssen links und rechts des Grabens noch einmal je 15 Zentimeter freigeschnitten werden, so dass insgesamt im Regelfall 50 Zentimeter der Gehwege von den Bauarbeiten betroffen sind. Die Deutsche Glasfaser ist verpflichtet, diese Strecke wieder in akzeptabler Form wieder herstellen zu lassen. Wenn der Gehweg allerdings nur bis zu 35 Zentimeter breiter als der Graben ist, dann muss der gesamte Gehweg wieder hergestellt werden, dazu hat die Gemeindeverwaltung das Unternehmen verpflichtet. Die Fachleute der Verwaltung kontrollieren die Arbeiten nach deren Abschluss.
„Im Vorfeld der Bauarbeiten stellten wir uns die Frage, was mit solchen Wegen geschehen soll, die noch breiter sind und von vorneherein in einem schlechten Zustand waren“, erklärt Bürgermeister Helge Zychlinski. „Die Kabel müssen auch in breiteren Wegen verlegt werden, deren Oberfläche an vielen Stellen zum Beispiel durch Baumwurzeln bedenklich angehoben wurde, oder deren Belag aus Altersgründen oder witterungsbedingt gebrochen war“, beschreibt er weiter. Dort würde es keinen Sinn machen, den kaputten Zustand von vor der Kabelverlegung wieder herzustellen. Das wäre Geld- und Zeitverschwendung, macht der Bürgermeister klar. „Ich bin ein Freund pragmatischer Lösungen“, begründet Zychlinski seinen Ansatz. „Wir haben mit der Deutschen Glasfaser vereinbart, dass solche kaputten Wege, wenn wir sie schon einmal anfassen, komplett wieder In Ordnung gebracht werden.“ Die Baufirma stelle also nicht nur den nötigen Streifen wieder her, sondern die gesamte Breite des Weges. Die Gemeinde bezahlt die Differenz.
Die Fachleute der Bauverwaltung haben die infrage kommenden Wege vor Beginn des Glasfaserausbaus gesichtet und festgelegt. Ihr Hauptaugenmerk lag dabei auf asphaltierten Wegen. „Wenn der Asphalt einmal hart ist, kann man am Belag später nichts mehr machen“, erläutert Thorsten Dick vom Team Tiefbau die Herangehensweise. Spätere Veränderungen am Asphalt würden immer Narben hinterlassen, die nicht mehr auszubügeln seien. Pflasterwege hingegen könnten auch später, also nach der Kabelverlegung noch repariert werden.
Eigentlich stellten diese Maßnahmen eine grundlegende Verbesserung des Straßenzustandes dar, die nach geltenden Rechtsgrundlagen mit den Anwohnern abzurechnen seien, gibt Bürgermeister Zychlinski zu bedenken. „Wir wollten aber die Chance, die sich uns bot, direkt ergreifen. Um nicht auf den bürokratischen Weg über die Straßenausbaubeitragssatzung zu beschreiten, sondern gleich loslegen zu können, haben wir vorerst 30.000 Euro investive Mittel aus dem Bauhaushalt für das Programm bereitgestellt,“ erklärt Zychlinski weiter „So können wir schnell und zielorientiert die aktuelle Lage für die Wedemark zum Besten nutzen.“ Auf diese Weise haben beispielsweise die Straße Rehflucht in Bissendorf und andere Straßen im Wohngebiet zwischen Hirschdamm und Hinrich-Braasch-Straße komplett neu asphaltierte Wege bekommen. Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann begrüßt diesen „Deal" wie sie es nennt sehr und legt Wert darauf, dass die Bürger, die im Zuge der Glasfaserarbeiten auch viel Kritik äußern, wissen, was hinter den komplett neu asphaltierten Wegen steckt:  „Die Bürger denken, das macht die Firma von selbst, aber die Gemeinde gibt eben Geld dazu. und das finde ich prima!"