Gemeinde lädt Kinder zum kostenlosen Badespaß ein

Eric van der Vorm (von links), Ellen Bruns, Jessica Borgas, Bürgermeister Helge Zychlinski, Spaßbad-Betreiber Ingo Haselbacher und die stellvertretende Wedemärker Bürgermeisterin Daniela Mühleis ziehen an einem Strang: Kinder erhalten kostenlos Eintritt im Spaßbad. (Foto: S. Warnecke)

Kommune investiert 19 500 Euro / Anmeldungen für die Feriencard noch bis Sonntag

Wedemark (swa). Kinder und Jugendliche aus der Wedemark dürfen das Spaßbad in Mellendorf in den Sommerferien kostenlos besuchen. Dieser Idee aus der Verwaltung hat der Verwaltungsausschuss am Montag einhellig zugestimmt. Gestern haben Bürgermeister Helge Zychlinski und Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns gemeinsam mit Bad-Geschäftsführer Ingo Haselbacher die Pläne für die sogenannte Feriencard vorgestellt.
Nach Auskunft von Bruns können sich Kinder im Alter von drei Jahren bis hin zu Jugendlichen des 13. Schuljahrgangs für die Karte über die Homepage der Gemeinde www.wedemark.de anmelden beziehungsweise angemeldet werden. Bereits gestern Vormittag hatten gut 600 junge Bürgerinnen und Bürger davon Gebrauch gemacht. Interessierte müssen sich sputen: Digitale Anmeldungen werden nur bis zum 18. Juli auf der Internetseite entgegengenommen.
17 Monate dauert die Corona-Krise bis heute. Wie es weitergeht, steht aktuell nicht fest. „Was wir aber bis hierher mit Gewissheit sagen können, ist, dass Kinder und Jugendliche in anderer Art und Weise von den Einschränkungen der Pandemie betroffen waren und sind als der Rest der Bevölkerung“, betonte Zychlinski. Während viele Erwachsene Sozialkontakte noch im Beruf gehabt hätten, hätten die Kinder mitunter den Anschluss zu Gleichaltrigen verloren, mussten im Lockdown zu Hause bleiben. Der Bürgermeister spricht angesichts der Kontaktbeschränkungen des Nachwuchses auch von einem Kraftakt für die Gemeinde. „Diese psychosozialen Folgen werden Ellen Bruns und ihr Team noch Jahre beschäftigen.“
Wie die Gemeindejugendpflegerin weiter berichtet, werden die Feriencards Schülern mit den Schulzeugnissen am 21. Juli ausgegeben. Kita-Kinder erhalten diese parallel über die jeweiligen Einrichtungsleitungen. Die Gesamtkosten für die Gemeinde belaufen sich auf etwa 19 500 Euro und werden als sogenannte außerplanmäßige Ausgabe verbucht, berichtete Zychlinski.
Bei der Vorstellung der Card war der Verwaltungschef voll des Lobes für die Kommunalpolitiker. Diese hatten das „schöne Thema“ einstimmig über die Parteigrenzen hinweg abgesegnet. Denn neben den schwer erkrankten Menschen in der Corona-Pandemie hätten vor allem die Kinder massiv gelitten, meinte Zychlinski. Er spricht von einer „kleinen Geste des Dankes“. So werde auch den Jüngsten der Gesellschaft Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht.
Die Idee sei nach dem positiven Vorstoß der Landeshauptstadt bei ihm und der Gemeindejugendpflegerin entstanden, berichtete der Bürgermeister. Nach einem Gespräch mit dem Spaßbad-Geschäftsführer stand der Initiative nichts mehr im Weg.
Und wenn nun doch mehr Kinder und Jugendliche das Angebot nutzen – täglich und über die gesamten Sommerferien? Denn eigentlich hat sich Haselbacher auf ein für ihn unwägbares Geschäft eingelassen. Normalerweise kostet die Feriencard 30 Euro, bei der Zusammenarbeit mit der Kommune gibt er nun die Tickets für 6,50 Euro raus. „Wir sind als Spaßbad zunächst happy, dass wir Teil dieser Aktion geworden sind“, betont der Geschäftsführer. Er spricht auch von Erfahrungswerten, die zu dieser neuen Kalkulation geführt hatten. Der Bürgermeister machte indes deutlich, wenn es ein Minusgeschäft für die Betreiberfamilie werden sollte, eine Lösung zu finden.
„Das ist wirklich als Dankeschön an alle Kinder zu verstehen, die durchgehalten haben“, stellte Bruns klar. Das Schöne sei, dass dieses mit der Feriencard auch genau dort ankomme, wo es ankommen solle. Nämlich bei den Kindern. Und das stehe einer Kommune, die sich kinderfreundliche Gemeinde nenne, richtig gut zu Gesicht.