Gemeinde schließt ihre Einrichtungen

Maik Plischke (von rechts), Joachim Rose, Helge Zychlinski, Susanne Schönemeier und Ewald Nagel bei Pressegespräch zum Thema Coronavirus. Foto: B. Stache

Bürgermeister will mit konkretem Maßnahmenpaket Virus eindämmen

Mellendorf (st). „Es gibt keinen Grund zur Panik“, erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski am Donnerstagnachmittag bei einem Pressegespräch aus Anlass der Verbreitung des Coronavirus. Alle bisher von der Gemeinde Wedemark getroffenen Maßnahmen dienten der Vorsorge. Dazu gehöre auch die Arbeit eines eigenen Krisenstabs, der täglich im Rathaus zusammenkommt. Aufgrund der steigenden Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ergriff die Gemeindeverwaltung am Freitag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung im Gemeindegebiet.
Es sei gemeinsame Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger, alles zu tun, um die Ausbreitung der Epidemie zu bremsen, so Gemeindesprecher Ewald Nagel. Alle müssten dazu beitragen das gute Gesundheitssystem und die öffentliche Ordnung in der Region Hannover arbeitsfähig zu halten. Das bedeutet, die Ansteckungswelle flach zu halten, damit Institutionen und Einrichten ihre lebenswichtige Arbeit weiterhin gewährleisten können. Nur so würden die Schwächsten unserer Gesellschaft wirksam geschützt. Alle gemeindeeigenen Eirichtungen und Außenstellen werden deshalb vorerst bis Ende der Osterferien, bis zum 14. April, geschlossen. Dazu gehören Kitas, Jugendtreffs, Sporthallen, Ferienbetreuung, Flüchtlingsberatung, Veranstaltungen der Gemeindekulturarbeit, das Mehrgenerationenhaus und das Bürgerhaus. Eine Notbetreuung für betreuungspflichtige Kinder wird ermöglicht für zum Beispiel Angehörige sicherheitsrelevanter Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser. Trauungen werden auf eine Personenzahl von zehn Personen (Bürgersaal 20) beschränkt. Für Angelegenheiten, die persönlich im Rathaus erledigt werden müssen, ist ab sofort eine telefonische Terminvereinbarung nötig. In den Kitas werden Notbetreuungen organisiert, die sich allerdings auf einen sehr beschränkten Personenkreis reduzieren. Kfz-Angelegenheiten werden nur noch für Bürger aus der Wedemark bearbeitet. Die Gemeindeverwaltung bittet, alle nicht dringenden Behördengänge möglichst zu verschieben. Alle politischen Gremien stellen zunächst bis zum Ende der Osterferien ihre Arbeit ein, lediglich der Verwaltungsausschuss wird am 23. März stattfinden, um notwendige Entscheidungen für den Dienstbetrieb der Verwaltung treffen zu können, so die Verlautbarung nach der aktuellen Krisensitzung gestern Vormittag. An dem Pressegespräch am Donnerstag nahmen die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, Gemeindekämmerer Joachim Rose, Pressesprecher Ewald Nagel und Gemeindebrandmeister Maik Plischke teil. „Wir haben bisher keinen bestätigten Fall in der Wedemark“, stellte Helge Zychlinski da noch mit Hinweis auf die aktuelle Coronavirus-Situation fest. Das sah allerdings gestern schon anders aus. Da meldete die Region einen Fall in der Wedemark. Aufgrund der geänderten Infektionslage in der Region Hannover hatte die Gemeinde Wedemark allerdings schon vorher vorgesorgt. „Wir haben für uns die Entscheidung getroffen, Publikumsveranstaltungen bis Ende März abzusagen“, gab der Bürgermeister bekannt – sie würden verschoben.
Vorhaben mit einem kleinen, eingegrenzten und bekannten  würden weiterhin stattfinden können, hieß es Donnerstag noch seitens der Gemeinde. Hier bestehe keine höhere Infektionsgefahr als im normalen Alltagsbetrieb. Folgende Wedemärker Veranstaltungen werden nicht wie geplant im März stattfinden: der Flohmarkt am 13. März an der Jugendhalle, am 20. März das Geschichtssymposium im Forum Campus W sowie der Mitternachtssport in der Jugendhalle.
Ebenfalls am 20. März fallen im Mehrgenerationenhaus die Frauendisco und das Inklusionskino aus. Betroffen von der Maßnahme sind auch das Montagskino am 23. März im Moorinformationszentrum in Resse sowie das Inklusionsfrühstück am 27. März im Mehrgenerationenhaus in Mellendorf. Der Bürgermeister empfiehlt allen privaten Veranstaltern, ebenfalls zu prüfen, ob Termine aus Sicherheitsgründen abgesagt werden sollten. „Die Gemeindeverwaltung verbietet die Durchführung nicht, legt den Verantwortlichen aber nahe, eine Gefährdungsbeurteilung nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) durchzuführen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Das RKI hat allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und eine Handlungsempfehlung für Veranstaltungen veröffentlicht. Diese sind über die Homepage des RKI abrufbar unter www.rki.de.
Dort ist eine Sonderseite zum Virus eingerichtet“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Gemeinde Wedemark. Es ginge bei allen Maßnahmen darum, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, stellte Helge
Zychlinski fest. Zum Thema Schulschließungen sagte er, dass diese von der Region Hannover veranlasst würden.  „Aus meiner Sicht handelt die Region wirklich hervorragend – in ihrer Art zu arbeiten, in ihrer Art zu informieren“, betonte der Bürgermeister. Das Bürgerbüro im Rathaus bietet seine Dienste weiterhin an. Die Verwaltung bittet Bürger mit einem konkreten Anliegen darum, im Vorfeld zu prüfen, ob ihre Angelegenheit nicht auch online oder telefonisch erledigt werden kann. Das Bürgerbüro ist erreichbar unter Telefon (0 51 30) 58 13 00 und per E-Mail: buergerbuero@wedemark.de.
Reine Vorsichtsmaßnahme
Gemeindebrandmeister Maik Plischke sprach die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren der Wedemark an. „Um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren nicht zu gefährden, haben wir den Dienst- und Ausbildungsbetrieb eingestellt – zunächst bis Ende März“, erklärte er. Damit solle verhindert werden, das aktive Kameraden (Einsatzkräfte) nicht organisiert zusammentreffen. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Maik Plischke.
Einen Tipp hielt Bürgermeister Helge Zychlinski noch für alle bereit: sich über das Radio und den Schulserver (IServ) zu informieren. Er empfahl auch die Nutzung der KATWARN-App, einem Warnsystem für das Smartphone. Zum Thema Hygiene in Zeiten der Verbreitung des Coronavirus habe sich die Gemeindeverwaltung mit den Schulen ausgetauscht, versicherte Zychlinski. Dazu passend auch sein persönlicher Appell für jedermann: „Händewaschen mit Seife ist eine wichtige Hygienemaßnahme.“