Gemeinde sucht Tagespflegekräfte

Gabriele Hirche hilft Hannes und Maximilian bei den Hausaufgaben. Foto: Gemeinde Wedemark

Verantwortungsvolle Aufgabe und erfüllende Tätigkeit

Kindertagespflege: Eine interessante und erfüllende Tätigkeit für viele Menschen
Derzeitig sucht die Gemeinde Wedemark wieder verstärkt nach Tagespflegekräften, da die Nachfrage nach Betreuungsplätzen stark gestiegen ist. Das betreuen von Kindern, auch nicht den eigenen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die den Betreuungspersonen aber, neben der Bezahlung, auch sehr viel von den betreuten Kindern zurück gibt, wie die Besuche bei zwei Tagesmüttern zeigen, die ganz unterschiedliche Arten von Betreuung anbieten.
Christiane Linke betreut zum Beispiel zurzeit drei Kinder unter drei Jahren, Liam, Lucie und Leon. „Ich habe ja eine 13-jährige Tochter, die vormittags in der Schule ist, die wird von den Kleinen schon als große Schwester angesehen“, so Christiane Linke. Bei ihr können die Kinder während schönem Wetter im Garten spielen und bei weniger guter Witterung basteln. Die Betreuungszeiten sind individuell auf die Bedürfnisse der abgebenden Eltern und die Möglichkeiten der betreuenden Mutter abgestimmt. So bleibt Liam nur zwei Vormittage, Lucy aber von halb acht bis 14.30 Uhr und Leon in der Regel von neun bis kurz nach halb vier. Die Betreuungszeiten werden durch die Arbeitszeiten der Eltern bestimmt, da die Tagesbetreuung von der öffentlichen Hand mitfinanziert wird.
Dabei gibt es keine „Liste“ oder eine Zuteilung der Kinder zu einer bestimmten Tagesbetreuungsperson, wie Ellen Zöge von der Gemeinde Wedemark betont. „Wir versuchen die Kinder dort unterzubringen, wo es am besten passt. Wir fragen genau ab, was von der Betreuung erwartet wird und versuchen dann die beste Möglichkeit zu finden.“ So haben verschiedene Betreuungspersonen auch verschiedene Schwerpunkte: Bei den Einen wird musiziert, die Anderen legen Wert auf Spiele und in wieder anderen Familien ist der Schwerpunkt beim Malen und Basteln angesiedelt. „Ich habe schon einige der Tagesmütter in unserem Ortsteil bei der Ausbildung kennengelernt.“, so Linke, „Und wir treffen uns nun regelmäßig im selbst gegründeten Spielkreis für Tageskinder und -mütter zum Reden und Gedankenaustausch.“
Bei Gabriele Hirche sieht die Tagesbetreuung dagegen ganz anders aus. Sie betreut neben ihrem eigenen Sohn noch ein jugendliches Pflegekind sowie drei schulpflichtige Kinder im Grundschulalter in der Tagesbetreuung. Die Betreuung findet in den sogenannten „Randzeiten“, d.h. vor und nach der Schule statt. Als Motivation so viele Kinder in der Tagesbetreuung zu haben gibt Gabriele Hirche an, dass Kinder den Erwachsenen, unverdorben durch schlechte Erfahrungen, gerne mal den Spiegel vor das Gesicht halten würden, und sie auch viel von den Kindern lernen können. Ihr erstes Engagement in Sachen Kinderbetreuung hatte Frau Hirche im Jahr 2008 und hat es bis heute nicht bereut. „Auch mein Sohn, der mittlerweile 16 ist, findet es toll, dass wir tagsüber so eine große Familie sind. Einzelkinder haben oft nicht die Möglichkeit, die Erfahrungen in einem so großen sozialen Gefüge zu machen. Darum handele ich nach dem Motto: Kinder sind wichtig für Kinder! Ich verbinde also das Sinnvolle und Schöne mit der Möglichkeit hier zu Hause einer Erwerbsarbeit nachzugehen.“
Einige der Kinder werden schon sehr früh bei Gabriele Hirche vorbeigebracht, denn einzelne der abgebenden Eltern müssen in Frühschicht arbeiten. Nach einem kurzen Frühstück gehen diese dann zur Schule und kommen, mit ihren anderen Geschwistern auf Zeit nach der Schule wieder zu ihrer Betreuungsmama. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, „ich lege Wert auf eine gemeinsame Mahlzeit“, so Frau Hirche, folgt dann die Hausaufgabenbetreuung. Der Rest des Tages wird gemeinsam Fußball gespielt oder es werden Gesellschaftsspiele gespielt, bis die Eltern die Kinder am Nachmittag wieder abholen. „Die Betreuungszeiten müssen sehr flexibel sein, da der heutige Arbeitsmarkt auch den Eltern hohe Flexibilität in Bezug auf ihre Arbeitszeiten abverlangt.“, so Gabriele Hirche.
Ellen Zöge, verantwortlich in der Gemeindeverwaltung für die Kindertagespflege, betont den hohen Bedarf an Tagespflegepersonen in der Wedemark. „Wir können derzeitig den Bedarf an Plätzen leider nicht decken und suchen deshalb händeringend nach Frauen und Männern, die sich zur Tagespflegeperson ausbilden lassen wollen und diese Tätigkeit als Bereicherung für ihr Leben begreifen.“ Frau Zöge steht jederzeit telefonisch oder, nach Anmeldung, auch persönlich für Informationen oder auch Beratung von Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, die mit dem Gedanken spielen, die Aufgabe als Tagespflegeperson übernehmen zu wollen. Sie erreichen Frau Zöge telefonisch unter (05130) 581-293 oder per E-Mail unter HYPERLINK "mailto:ellen.zoege@wedemark.de" ellen.zoege@wedemark.de.