Gemeindeforum findet klare Worte

Gemeindereferent Thomas Schenk (v. l.), Anne Heitschmidt, Dr. Dietmar Kopp und Propst Martin Tenge kommen beim zweiten Gemeindeforum zusammen. Foto: B. Stache
 
Anne Heitschmidt (rechts) begrüßt zum zweiten Gemeindeforum. Foto: B. Stache

Katholiken aus Mellendorf und Schwarmstedt sprechen mit Propst Tenge

Mellendorf (st). Die Katholische Kirchengemeinde St. Maria Immaculata hatte am Sonntagmittag zu einem zweiten Gemeindeforum in ihr Gemeindehaus eingeladen, um mit einem Vertreter der Bistumsleitung aus Hildesheim über die Geschehnisse rund um den Fortgang von Pfarrer Stefan Hesse zu sprechen. In ihrer Begrüßung der zirka 40 Teilnehmer aus der Wedemark sowie der Gemeinde Schwarmstedt hatte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anne Heitschmidt erklärt, dass die Gemeindemitglieder nach ihrem im ersten Forum geäußerten „Ärger, Frust und Trauer über den Verlust unseres Pfarrers Antworten hören wollten“. Sie erinnerte an die gelungene Kooperation der beiden Pfarrgemeinden in Mellendorf und Schwarmstedt sowie den Tod von Pfarrer Karl Heine: „Wir haben damals Stärke bewiesen, das Gemeindeleben lief weiter. Nach dem plötzlichen Weggang unseres nächsten gemeinsamen Pfarrers Stefan Hesse haben wir wieder Stärke bewiesen. Wir finden uns nicht ab, wir wollen Antworten haben, wir wollen auch den Dialog mit der Bistumsleitung.“ Diese Aufgabe hatte Propst Martin Tenge, Dechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover, als Vertreter der Bistumsleitung übernommen. Anne Heitschmidt hieß den Gast mit den Worten willkommen: „Sie kennen unsere Gemeinde. Sie wissen was uns bewegt, Sie wissen wie wir ticken und irgendwie ticken wir auch auf einer Wellenlänge. Wir fühlen uns bei Ihnen als Pfarrverwalter gut aufgehoben, weil Sie nicht nur verwalten, sondern auch als Pfarrer präsent sind. Sie kümmern sich, Sie sorgen sich um unser Wohl.“ Als gemeinsame Basis für den Dialog mit den Gemeindemitgliedern diente Propst Tenge eine Sammlung von Rückmeldungen und Fragen aus den Gemeindeforen in Mellendorf und Schwarmstedt vom April 2013. „Drei Themen wollen wir etwas ausführlicher in drei Treffen nach den Ferien vertiefen“, kündigte er an: Am Sonntag, 1. September, heißt es um 12.30 Uhr in Mellendorf „Wie statisch und wie dynamisch ist unsere Kirche?“, um „Frau in der Kirche“ geht es am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr in Schwarmstedt und das „Zölibat“ soll am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr in Lindwedel thematisiert werden. Die folgende Gesprächsrunde im Mellendorfer Gemeindehaus wurde von Dr. Dietmar Kopp moderiert. Dieser warf die Frage nach der bevorstehenden Zusammenführung beider Pfarreien auf: „Was ist der Sinn einer solchen Fusion?“ Der Propst lieferte umfassende Antworten und verwies auf die zunehmend schwierigere personelle und finanzielle Situation der Katholischen Kirche: „Es gibt immer weniger aktive Gottesdienstbesucher und aktive Leute im gemeindlichen Leben. Wir haben eine äußere Hülle, die wir innerlich auf Dauer nicht mehr füllen können.“ Dieses Signal sei nicht zuletzt von den Pfarrern gekommen, die angesichts der vielen Veränderungen nicht mehr mit den bestehenden Strukturen der Pfarrgemeinden zurechtkämen, sagte Propst Tenge mit Blick auf notwendige Fusionen. „Die Fragen die in der Gemeinde real existieren, auch ziemlicher Frust auf die Kirche, nehme ich sehr ernst. In einer frustrierten Atmosphäre werden auch Sachen hochgespielt, die der Wirklichkeit nicht entsprechen“, erklärte Martin Tenge: „Ich glaube es ist uns gelungen, einiges etwas nüchterner zu sehen. Ich hatte zudem den Versuch unternommen, die Stimmungslage dadurch nicht abzubügeln nach dem Motto: Ihr habt nicht recht.“ Es stelle sich die Frage, wie es gelingen kann, die Energie, die in dieser Kritik und Frustration steckt, so aufzunehmen, dass daraus ein miteinander Weiterentwickeln und kein Gegeneinander entsteht. Zum 1. November 2014 wird die Fusion der Gemeinden Mellendorf und Schwarmstedt nach Beschlusslage des Bistums umgesetzt. Für diesen Erkenntnisprozess gebe es eine große Akzeptanz der Gemeindegremien: „Und die Erkenntnis, wir können uns auch bereichern“, schloss Propst Martin Tenge.