Gemeindehaus geht in Flammen auf

Starke Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten.
 
75 Einsatzkräfte aus vier Ortsfeuerwehren bekämpften in der Nacht zum Dienstag die Flammen. Beim Eintreffen der Mellendorfer Ortswehr am Kirchweg wenige Minuten nach der Alarmierung um 1.21 Uhr stand das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bereits im Vollbrand. Foto: A. Wiese

Zwei Mellendorfer Krippengruppen seit Nacht zum Dienstag obdachlos

Mellendorf (awi). Das Gemeindehaus der St. Georgs-Kirchengemeinde ist in der Nacht zu gestern ein Raub der Flamnmen geworden. Verletzt wurde niemand. Brandursache und Schadenshöhe standen gestern bei Redaktionsschluss noch nicht fest. 75 Einsatzkräfte aus vier Ortsfeuerwehren verhinderten ein Übergreifen der Flammen und Funkenflu auf die Kirche und andere benachbarte Gebäude. Das Erdgeschoss, in dem zwei Krippengruppen untergebracht sind, und das Obergeschoss, in dem sich eine Wohnung befindet, die frisch renoviert ist und jetzt wieder vermietet werden sollte, sind nicht mehr nutzbar.
Am Sonnabend hatte Pastorin Silke Noormann der Feuerwehr Mellendorf bei ihrer Jahreshauptversammlung noch möglichst wenige Einsätze in 2020 gewünscht, zwei Tage oder besser Nächte später stand sie fassungslos vor ihrem lichterloh brennenden Gemeindehaus neben der St. Georgs-Kirche. In ihrem Schlafzimmer, das zum Kirchweg raus liege, habe sie knisternde Geräusche gehört, als sie aus dem Fenster sah, stand das Gemeindehaus bereits im Vollbrand und sie habe die Feuerwehr gerufen, berichtet die sichtlich erschütterte Pastorin, die eigentlich zurzeit außer Dienst ist, weil sie sich in Elternzeit befindet. Zusammen mit ihrem Kollegen Pastor Michael Brodermanns, der aus Hellendorf zum Brandort geeilt war, verfolgte Noormann die Löscharbeiten, unterstützte die Feuerwehrleute mit Angaben zum Standort von Stromkästen und anderen Informationen zum Gebäude und informierte noch in der Nacht die Leiterin des evangelischen Kindergartens, Caren Holstein-Lemke. Bereits um 6.30 Uhr gestern vormittag finden Noormann und Holstein-Lemke die Eltern ab, die ihre Kinder in eine der beiden Krippengruppen bringen wollten. Die Kinder wurden gestern zunächst einmal mit in den Kindergarten in der Krausenstraße genommen. Jetzt muss die Kirchengemeinde ganz schnell Räume finden, bis über die Zukunft des Gemeindehauses entschieden und Ersatz geschaffen worden ist. Doch nicht nur die Pastoren waren sichtlich angeschlagen. Erzieherin Wiebke Rose, die wie immer in der ersten Reihe der Feuerwehr stand, fand sich in der kuriosen Lage, ihren eigenen Arbeitsplatz löschen zu müssen. Froh war sie nur, dass den Meerschweinchen und Kaninchen, die in einem Stall an der Außenwand des Gemeindehauses untergebracht sind, nichts passiert ist. Sie waren als erstes aus der Gefahrenzone gebracht worden und hatten in der Kirche Asyl gefunden. Die Tierretter aus Resser waren zwar alarmiert, brauchten sich jedoch nicht um die Tiere zu kümmern, die zur Krippe gehören. Die Feuerwehren Mellendorf, Hellendorf, Brelingen und Wennebostel bauten als Erstmaßnahmen Riegelstellungen aufgebaut, um eine weitere Brandausbreitung zu verhindern. Im weiteren Verlauf wurde unter der Leitung von Gemeindebrandmeister Maik Plischke die Brandbekämpfung von außen auch über die Drehleiter durchgeführt. Nach drei Stunden konnten die Kräfte der Feuerwehren Hellendorf, Brelingen und Wennebostel nach und nach aus dem Einsatz herausgelöst werden. Die Feuerwehr Mellendorf verblieb zur Brandwache und für das Ablöschen von Glutnestern vor Ort.
Was die Kripo, die noch in der Nacht aus Hannover nach Mellendorf kam, als Brandursache ausgemacht hat, wie hoch sie den Schaden schätzt, wie es mit den Krippengruppen und den vielen Nutzern des Gemeindesaal weitergeht, ob die Ruine des denkmalgeschützten Hauses wieder abgerissen oder wieder aufgebaut wird, erfahren Sie in unserer Sonnabendausgabe.