„Gemeinsam etwas für die Orte tun“

Wolfgang Kasten ist amtierender Ortsbürgermeister und stellt sich für die CDU erneut zur Wahl. Neben der ehrenamtlichen Politik ist auch seine Modelleisenbahn eine schöne Freizeitbeschäftigung für den 67-Jährigen. Foto: A. Wiese
 
Peter Reuter ist der Spitzenkandidat der SPD für den Ortsrat Wedemark I. Der stellvertretende Ortsbürgermeister beschäftigt sich in seiner Freizeit neben der Politik mit der Versorgung seiner Pferde. Fotos: A. Wiese

Wolfgang Kasten und Peter Reuter arbeiten seit vielen Jahren harmonisch zusammen

Abbensen/Negenborn/Duden-Rodenbostel (awi). Die Kommunalwahl am 11. September rückt näher. Neu gewählt werden neben Regionsversammlung und Gemeinderat auch die elf Ortsräte im Gemeindegebiet der Wedemark. Dabei wird der neu eingerichtete Ortsrat Bissendorf-Wietze zum ersten Mal gewählt. SPD und CDU – und in Bissendorf-Wietze auch die Bürgervereinigung Bürger für die Wietze – haben ihre Ortsbürgermeisterkandidaten benannt. Diese werden zwar nicht von den Bürgern direkt gewählt, doch sie sind die „Zugpferde“ der Parteien. Die Partei, die die meisten Stimmen bekommt, stellt in der Regel den Ortsbürgermeister beziehungsweise wählt ihn mit ihrer Stimmenmehrheit. Das ECHO möchte wie bereits vor fünf Jahren in den Wochen vor der Wahl die Ortsbürgermeisterkandidaten der elf Ortsräte als Serie vorstellen.
Harmonische Kooperation
Im Ortsratsbereich Wedemark I, der die Dörfer Abbensen, Negenborn, Dudenbostel und Rodenbostel umfasst, tritt für die CDU erneut Amtsinhaber Wolfgang Kas-ten an. Der 67-jährige Abbenser ist bereits seit 2002 Ortsbürgermeis-ter, die CDU stellt diesen im Ortsrat Wedemark I seit der Gebietsreform 1974. Zum wiederholten Mal tritt für die SPD Peter Reuter als Herausforderer an. Er ist stellvertretender Ortsbürgermeister. Übereinstimmend betonen beide Kandidaten ihre harmonische und faire interfraktionelle Zusammenarbeit für die Orte in ihrem Bereich. Beide sehen sich als gutes Gespann für die Belange der Bürger in Abbensen, Negenborn und Duden-Rodenbos-tel und betonen, dass auf Ortsrats-
ebene Parteizugehörigkeit für sie eine sehr untergeordnete Rolle spielt.
So sind auch die Dinge, die der Ortsrat Wedemark I in den vergangenen fünf Jahren durchgesetzt und abgearbeitet hat, immer mit großer Einmütigkeit verabschiedet worden und werden zu Recht von beiden als Erfolge der letzten Ortsratsperiode angeführt. Ganz zuoberst stehen da vor allem die Ampelanlage in Abbensen und das Buswartehäuschen in Negenborn, das hauptsächlich Fritz Dannemann von der CDU und Peter Reuter von der SPD in Eigenleistung erstellt haben. Wolfgang Kasten nennt außerdem als Dinge, die ihm besonders am Herzen lagen und jetzt erledigt sind, den Radweg zwischen Negenborn und Abbensen, die Pflasterung am Orts-eingang von Abbensen, die Einrichtung von Tempo 30-Zonen in Negenborn und den neuen Zaun am Negenborner Friedhof. Persönlich habe er sich sehr für „den Frieden bei der Feuerwehr in Duden-Rodenbostel“ und die Veranstaltungsreihe „Kino im Dorf“ eingesetzt, so Kasten. Kino so auch in den kleineren Dörfern anbieten zu können, sei eine ganz tolle Sache und auch die Geschichte mit dem Sammeln der verschiedenen Eintrittsbuttons, an deren Ende man einen Preis gewinnen konnte, sei „auf seinem Mist gewachsen“, schmunzelt Kasten. Viele Gespräche habe er auch mit Unternehmer Günter Papenburg geführt. Mal ging es um Grundstücke für den Radweg, mal um Reduzierung der Lärmbelästigung für die Anwohner. Wenn er für die nächste Ortsratsperiode einen Wunsch frei hätte, würde er sich freuen, wenn „der Rat mehr auf die Beschlüsse der Ortsräte hören würde, die ja meistens einmütig gefasst werden“.
Seit 1979 lebt Wolfgang Kasten mit seiner Familie in Abbensen. Der gebürtige Hannoveraner war dort damals auf der Suche nach einem Baugrundstück gelandet. In der CDU ist der Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik seit 25 Jahren Mitglied. Beruflich ist er zwar seit zwei Jahren in Rente, aber nicht im Ruhestand. Als Auditor im Qualitätsmanagement ist er bundesweit noch einige Tage im Monat unterwegs. „Solange ich gesundheitlich fit bin und die Kunden mich noch wollen, mache ich noch ein bisschen weiter. Mir macht es Spaß“, so Kasten. Dabei kann er über Beschäftigung eigentlich nicht klagen. Neben der Familie mit zwei erwachsenen Kindern und zwei Enkeln ist er seit 1987 erster Vorsitzender des Schützenvereins Abbensen, in den er 1981 eintrat und bereits seit 1982 Vorstandsämter bekleidete.
Hobby-Modelleisenbahner
Dazu kommen Ehrenämter im Elektro-Handwerk und sein Hobby als Modelleisenbahner. Zwei große Eisenbahn-Anlagen hat Kasten in seinem Haus, an denen ständig etwas zu tun ist. Außerdem reist er gerne, besonders nach Oslo und Fuerteventura. Doch die Politik ist sein Lieblingshobby, schmunzelt der CDU-Kandidat, der sich selbst als „sehr ausgeglichen und ruhig charakteristiert“. „Aber wenn man mich ärgert, kann ich auch bissig werden“, so Wolfgang Kasten über sich selbst. Die Repräsentationsaufgaben bei Geburtstagen, Ehejubiläen und Veranstaltungen machen ihm besonderen Spaß: „Da kommt man vor allem auch mit den Älteren mal ins Gespräch.“ Ganz bewusst bezieht Kasten auch das Altenheim in Abbensen wo immer möglich in die dörflichen Veranstaltungen mit ein und bringt zweimal im Jahr die Vereine in den Dörfern an einen Tisch, damit sie ihre Termine untereinander abstimmen.
Ein Herz für Pferde
Ebenso mit Herzblut bei der Ortsratsarbeit dabei wie Wolfgang Kasten ist SPD-Ortsbürgermeis-terkandidat Peter Reuter. Der 64-Jährige kandidiert bereits zum fünften Mal für den Ortsrat, ist bereits seit 16 Jahren dabei und seit 24 Jahren SPD-Mitglied. Seit der Klempner und Installateur seit vier Jahren im Ruhestand ist, ist er Vollzeitpolitiker, Hausmann und „Pferdepfleger“, wie er schmunzelnd meint. Denn er versorgt Friese Hauke und die Haflingerstute zwar ausgesprochen gerne, aber vom Reiten hält er sich fern. „Ich mache die Arbeit und meine Frau reitet, so ist die Arbeitsteilung in Ordnung“, so Reuter, für den die Beschäftigung mit den Pferden aus seinem Alltag jedoch nicht wegzudenken ist.
Weitere Hobbys sind Kochen und klassische Musik, am liebsten Beethoven.
Jugendtreff für Abbensen
Wichtige Themen, die in den letzten Jahren vom Ortsrat abgearbeitet wurden, sind auch für ihn insbesondere die Ampel in Abbensen und die 30er-Zonen. „Aber oft werden ja vor allem Kleinigkeiten an uns als Ortsratsmitglieder herangetragen, sei es, dass eine Lampe nicht brennt oder irgendwo permanent zu schnell gefahren wird. Die Bürger brauchen Ansprechpartner“, weiß Reuter aus seiner langjährigen Erfahrung. Er sieht sich als wichtige Verbindung zwischen Bürger und Verwaltung. Sein größter Wunsch für die nächs-te Ortsratsperiode ist ein Jugendtreff für Abbensen. „Fast alle Dörfer haben mittlerweile einen Jugendtreff. Abbensen hat gar nichts in der Richtung. Darauf werde ich immer wieder angesprochen“, erzählt Reuter. Für Negenborn will er sich für einen Überweg über die Landesstraße in Höhe der Kapelle einsetzen. „Es muss nicht unbedingt eine Ampel sein, aber die Schulkinder brauchen auch hier eine Möglichkeit, sicher über die Straße zu kommen“, so Reuter. Für Duden-Rodenbostel ginge es vor allem darum, die Dörfer in ihrem Charakter zu erhalten. Während der Ortsrat darauf achte, für Abbensen und Negenborn eine Entwicklung zu gewährleisten, gehe es für die Bosteldörfer nicht um Baulandausweisungen, so Reuter, der selbst seit 27 Jahren in Negenborn wohnt. Auch er ist in Hannover geboren und aufgewachsen und auf der Suche nach einem Baugrundstück in der Wedemark fündig geworden. Ebenso wie Kasten kandidiert auch Reuter wieder für den Gemeinderat, in den er 1998 als Nachrücker gekommen war und baupolitischer Sprecher der SPD und Bauausschussvorsitzender ist.