Gemeinsam gegen Bärenklau und Co.

Umweltschutzbeauftragter ruft zum Entfernen invasiver Pflanzen auf

Wedemark. Wedemarks Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt ht zum gemeinsamen Entfernen invasiver Pflanzenarten aufgerufen und die Region dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Am Freitag, 26. Juni, um 17 Uhr treffen sich interessierte Helferinnen und Helfer am Regenrückhaltebecken in der Ortsriede in Mellendorf.
Groß, robust und giftig - so lässt sich der Riesenbärenklau kurz beschreiben. Die sogenannte „Herkulesstaude“ breitet sich auch in Niedersachsen in den letzten Jahren stark aus. Aufgrund ihrer Gefährdung für den Menschen wird sie vielerorts bereits bekämpft. Dabei ist der gezielte Einsatz effektiver Methoden über Jahre notwendig. Dass der Riesenbärenklau als gebietsfremde Art, die unerwünschte Auswirkungen auf unser Ökosystem hat, sich sehr schnell vermehrt und dadurch heimische Pflanzenarten verdrängt, ist nicht das einzige Problem. Insbesondere kann der toxische Pflanzensaft, der Furocumarine, phototoxische Abwehrstoffe enthält, Allergien auslösen und Verbrennungen verursachen. Die Besonderheit hierbei ist die Aktivierung des Giftes durch Sonnenlicht. Das bedeutet konkret: An heißen Tagen gibt der Riesenbärenklau die Furocumarine auch an seine Umgebung ab. Wer sich in der Nähe aufhält, kann Atemnot bekommen. Das Einatmen kann sogar zu akuter Bronchitis führen. Das Bundesamt für Naturschutz warnt eindringlich vor der Pflanze. Ein von der „Herkulesstaude“ besonders betroffenes Areal, rund um das Regenrückhaltebecken an der Ortsriede in Mellendorf, möchte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem NABU Wedemark e.V. und mit Beteiligung des Umweltrates des Campus W, jetzt von dem Pflanzenwuchs befreien. Aufgrund der Wichtigkeit des Anliegens hat die Region Hannover der Gemeinde dafür eine Ausnahmegenehmigung von den Corona-Beschränkungen erteilt.
„Wir rufen interessierten Wedemärkerinnen und Wendemärker dazu auf, uns am 26. Juni um 17 Uhr zu unterstützen. Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist allerdings wegen der Corona-Situation auf 15 Personen begrenzt“, so der Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde Wedemark, René Rakebrandt. Eine gewisse Anzahl an Spaten stelle die Gemeinde, wenn möglich solle ein eigener Spaten und Arbeitshandschuhe mitgebracht werden. Kleidung, die komplett die Arme und Beine bedecke, sei auf Grund der Gefährlichkeit der Pflanze auch bei gutem Wetter Pflicht, erläutert er weiter. „Ich freue mich, dass wir mit dem NABU einen so erfahrenen Partner an unserer Seite haben, der ein spezielles Monitoring für den Befall mit dem Riesenbärenklau entwickelt hat, das er auch auf der Fläche rund um das Regenrückhaltebecken anwenden wird. Auch der Umweltrat des Campus W unterstützt den Aufruf ausdrücklich.“
Weiter führt der Experte der Gemeinde aus: „Mir ist es wichtig, für das Thema zu sensibilisieren. Ein gemeinsames Beseitigen der invasiven Pflanzen verdeutlicht allen Helfenden die Verbreitung der Herkulesstaude.“ Zum gemeinsamen Termin sollen die Pflanzen auf dem gesamten Areal sorgfältig ausgegraben werden. Diese werden anschließend einfach vor Ort harmlos verdorren. Das arbeitsintensive Ausgraben der Pflanzen sei das einzig nachhaltige Verfahren, so der Umweltschutzbeauftragte: „Es schadet weder den umgebenden Pflanzen und Insekten, noch kommt es danach zu einem erneuten Wuchs der Pflanze.“ Ein Abmähen der Pflanzen oder gar ein Bespritzen mit Pestiziden wäre wenig nachhaltig. Beide Verfahren würden die Wurzel im Boden belassen und ein erneutes Wachsen und Aufblühen der Pflanze, vielleicht sogar noch in diesem Jahr, bedeuten, erklärt René Rakebrandt.
„Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Region, die dieses äußerst wichtige Anliegen mit der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von den Corona-Beschränkungen unterstützt“, so Bürgermeister Helge Zychlinski. Es gelten selbstverständlich bei der Aktion die üblichen Abstands- und Hygieneregeln, das Tragen einer selbstmitgebrachten Mund-Nasenbedeckung ist Pflicht, deren Tragen unabhängig von Corona auch im Umgang mit der Herkulesstaude selbst sinnvoll ist. „Ich kenne die Wedemärkerinnen und Wedemärker als äußerst engagierte und couragierte Bürgerinnen und Bürger und bin mir sicher, dass sich auch für dieses Projekt ausreichend helfende Hände finden werden.“
Die Anmeldung erfolgt via Mail an: umweltschutz@wedemark.de. Treffpunkt ist die Wegeinmündung gegenüber dem Parkplatz der KitamiTu, in Mellendorf, Ortsriede 21a, 30900 Wedemark. Die Teilnehmendenzahl ist zwecks Wahrung der Abstands- und
Hygieneregeln auf 15 Personen begrenzt. Vor Ort erfolgt eine kurze Einweisung in die Biologie der Pflanze und eine Sicherheitsunterweisung.


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