Gesamtunfallzahlen sind rückläufig

Stellten die Wedemärker Polizeistatistik für 2011 vor: (v. l.) KED-Leiter Kai-Uwe Bebensee, Kommissariatsleiter Wolfgang Just und ESD-Leiter Rolf Wenda. Foto: A. Wiese

Intensive Kontrollen auf Wedemarks Straßen machen sich bezahlt

Mellendorf (awi). Die Unfallstatis-tik für 2011 legte Einsatz- und Streifendienstleiter Rolf Wenda gestern vor, unter dem Strich eine zufrieden stellende Bilanz für die Mellendorfer Polizei, denn in 2011 ereigneten sich im hiesigen Zuständigkeitsbereich 619 Verkehrsunfälle gegenüber 649 in 2010. Das bedeutet einen Rückgang um 30 Unfälle, also um 4.62 Prozent.
Die Unfallzahlen sind insgesamt im Bereich der Polizeidirektion Hannover um 0,5 Prozent gestiegen, wobei aber von Dienststelle zu Dienststelle teilweise erhebliche Schwankungen zu verzeichnen seien, trugen Wenda und der Mellendorfer Kommissariatsleiter Wolfgang Just vor. Trotz der rückläufigen Gesamtzahlen, ist allerdings der Anteil der Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt wurden, um 16,67 Prozent gestiegen (91 gegenüber 78; PD-weit Anstieg um 7,3 Prozent). Leider ereigneten sich auch zwei Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt zwei Personen tödlich verletzt wurden: am 21. August befuhr gegen Mitternacht ein Pkw Alfa 166 die K 104 von Brelingen in Richtung Bennemühlen und kam in einer langgezogenen Linkskurve zunächst nach rechts von der Fahrbahn ab. Beim Gegenlenken kam der Pkw ins Schleudern und prallte im Verlauf zweimal gegen einen Baum. Der Beifahrer wurde hierbei tödlich verletzt, der Fahrer leicht. Beim zweiten tödlichen Unfall kam am 29. November ein 22-jähriger Polo-Fahrer bei Ibsingen aus unbekannten Gründen nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Die Feuerwehr barg den Schwerverletzten aus dem Fahrzeugwrack, doch er starb noch an der Unfallstelle. Nachdem in der Wedemark in den beiden Jahren zuvor keine Todesopfer auf den Straßen zu beklagen waren, sei das ein trauriger Anstieg. Bei den Unfällen wurden 90 Personen leicht (sechs mehr als in 2010) und 14 Personen schwer (drei weniger als 2010) verletzt. Insgesamt liegen diese Zahlen aber weiterhin unter dem Jahresdurchschnitt der letzten zehn Jahre – wenn auch gering.
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurde in 2011 insgesamt 124-mal zur Anzeige gebracht, was einen Rückgang um etwa 5,66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Zahl der aufgeklärten Unfallfluchten betrug hierbei 64, was einer Aufklärungsquote von 51,61 Prozent entspricht. Um mehr Unfälle aufklären zu können, ist die Polizei auch auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen., betonte Rolf Wenda gestern noch einmal sehr eindringlich. Jeder Bürger sei aufgefordert, Hinweise und Informationen, die bei der Aufklärung von sogenannten Unfallfluchten hilfreich sein können, unverzüglich der hiesigen Polizeidienststelle mitzuteilen. Gerade auf den Parkplätzen von Einkaufsmärkten und an den Bahnhöfen ereignen sich zahlreiche Unfälle, zu denen es Zeugen gibt. Diese sollten entsprechende Feststellungen der Polizei melden und nicht davon ausgehen, dass sich der Verursacher bei der Polizei meldet.
Seit Jahren verzeichnen die Polizei im Bereich des PK Mellendorf eine hohe Anzahl von Wildunfällen. Basis für die Wildunfälle sei natürlich der hohe Anteil an Waldflächen in der Wedemark und der damit einhergehende hohe Wildbestand. Maßnahmen, mit denen zu Anfang ein Rückgang der Wildunfälle erreicht werden konnte, brachten im Verlauf der Folgemonate keine Verringerung der Wildunfälle mehr. Auf Strecken, die seinerzeit mit besonderen Reflektoren ausgestattet worden waren, verzeichnet die Polizei wieder Wildunfälle, wie sie sich auch auf den nicht ausgestatteten Straßen darstellen. Letztlich gibt es wieder eine mehr oder weniger gleichmäßige Verteilung von Wildunfällen innerhalb der Wedemark.
Die Anzahl der Geschwindigkeitskontrollen wurde erhöht, was sicher mit dazu beigetragen hat, dass die Verkehrsunfälle mit Ursache „Geschwindigkeit“ von 36 in 2010 auf 25 in 2011 zurückgegangen sind; immerhin ein Rückgang um gut 30 Prozent. Die konstant hohe Anzahl an Schulwegüberwachungen habe gezeigt, dass sich sowohl Eltern als auch Schüler grundsätzlich verkehrsgerecht verhielten. Hierzu habe sicherlich auch die Verkehrserziehung beigetragen, an der die Kontaktbereichsbeamtin in den Schulen und Kindergärten mitgewirkt habe.
In 2011 sei die Anzahl der Kontrollen mit Zielrichtung „Alkohol/Drogen“ erhöht worden. Die hierbei festgestellten Verstöße lagen deutlich über denen des Vorjahres, betonte Wenda. Die Feststellungen wurden übrigens grundsätzlich nicht im Zusammenhang mit Veranstaltungen in der Wedemark getroffen. Aber es ereigneten sich auch mehr Unfälle (14 in 2011 zu 6 in 2010), bei denen die Fahrzeugführer Alkohol zu sich genommen hatten. Weitere gezielte Kontrollen als Reaktionen auf beziehungsweise zur Verhinderung von Verkehrsunfällen hatten folgende repressive Maßnahmen – Verwarngeld oder VOWi-Anzeige – zur Folge: Für falsches Abbiegen wurden 78 Autofahrer präventiv und 21 in Zusammenhang mit einem Unfall verwarnt, für Vorfahrtsverletzungen präventiv 149 Autofahrer, in Zusammenhang mit Unfällen 67 und für Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden präventiv 672 Fahrzeugführer zur Kasse gebeten, in Zusammenhang mit Unfällen verletzten 25 die Geschwindigkeitsvorgaben.