Geschenke von Herzen

Der Bus der Straßenambulanz der Caritas beim Abholen der Geschenke. Fotos: T. Schenk
 
Dieser Zettel fiel aus einem Geschenk und zeigt, was es enthält.

Katholische Kirchengemeinde beschenkt Wohnungslosen

Mellendorf. „Dass wir in zwei Wochen noch so viele Geschenke organisieren können, hätten wir nicht gedacht,“ sagt Benedikt Kossmann, Pastoralreferent in Ausbildung, aus der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Mellendorf. Nachdem die Aktion für Wohnungslose vor zwei Jahren mit dem Meckiladen beendet werden musste, waren die Organisatoren froh, kurz vor Weihnachten mit der Wohnungslosenhilfe der Caritas Hannover einen dankbaren Projektpartner gefunden zu haben. An fünf Tagen in der Woche kommen obdachlose Menschen zum Tagestreff der Wohnungslosenhilfe der Caritas in Hannover. Ehrenamtlich Mitarbeitende und Sozialpädagogen sind für die Wohnungslosen da. Die Beratung und Begleitung sorgt dafür, dass viele Probleme gelöst werden können, wie zum Beispiel eine medizinische Sofortversorgung oder Kontakt mit Behörden und der Krankenkasse. Es geht um die Befreiung von Zuzahlungen, um Mahnverfahren, die es zu stoppen gilt, um duschen, Wäsche waschen und einen warmen Ort, wenn es kalt wird.
Medizinische Hilfe für alle, unkompliziert und ohne Haken? Viele Menschen, die arm sind, auf der Straße leben oder ohne gültige Krankenversicherung in Deutschland wohnen, sind ohne Schutz, wenn sie krank sind. Die Straßenambulanz der Caritas hilft unbürokratisch und direkt dort, wo die Menschen leben – auf der Straße.
Obdachlose, Einwanderer ohne festen Status, arme und oft auch alte Menschen: Es sind mehr, als man denkt, die in Deutschland ohne Versicherung sind oder sich schämen, im Wartezimmer einer Arztpraxis zu sitzen. Viele haben keine Möglichkeit, sich regelmäßig zu waschen, haben keine saubere Kleidung und fürchten sich vor den Blicken der anderen Wartenden. Und unter normalen Umständen kleine gesundheitliche Probleme werden auf der Straße schnell zu großen.
Deshalb fährt die Straßenambulanz der Caritas soziale Brennpunkte in der Stadt Hannover an. Ehrenamtlich tätige Ärztinnen und Ärzte, Begleitpersonen und Fahrer sorgen dafür, dass der mobile Hilfsdienst Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Männer und Frauen ambulant medizinisch versorgt. Und das ganz unbürokratisch und anonym. Die Straßenambulanz übernimmt vielfach die Kosten für Medikamente und Verbandsmaterial.
Falls notwendig, vermitteln die Ärztinnen und Ärzte die Patienten weiter an Spezialisten, zum Beispiel für Therapien und bei besonderen, gar lebensbedrohlichen Krankheiten. Im Tagestreffpunkt am Leibnizufer gibt es sogar dreimal in der Woche eine Sprechstunde im Haus. Die Geschenke der Menschen aus der Wedemark werden über Weihnachten und in den Tagen danach an mehreren Einsatzstellen der Caritas verteilt.
Micky, ehrenamtlicher Helfer, der die Geschenke bei der katholischen Kirche in Mellendorf abholte, sagte: „Wir geben einige Geschenke in die Krankenwohnung, wo aus der Klinik entlassene wohnungslose Menschen vorübergehend unterkommen. Außerdem werde ich einige in die Frauenunterkunft und an weitere Treffpunkte in der Stadt geben, wo Wohnungslose ein warmes Mittagessen oder ein Frühstück bekommen können. Die Weihnachtsfeier, die ansonsten jedes Jahr im Saal der St. Clemens Kirche stattfindet, musste in diesem Jahr wegen Corona leider ausfallen. Aber wir verteilen die Geschenke dann an die Leute, die regelmäßig in unseren Tagestreff kommen. Das sind in der Regel 60 bis 70 Personen pro Tag. Wir freuen uns über die 109 liebevoll verpackten Geschenke, neun Decken, fünf Isomatten, sechs Schlafsäcke und neun Kleidersäcke. Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender!“