Gestern war der erste Ausleihtag

Ute Gödecke und die anderen Initiatoren begrüßten die Gäste zur Eröffnung des Bücherwagens. Foto: A. Wiese

Initiative eröffnet Hellendorfer Bücherwagen an der Schule

Hellendorf (awi). Es war eisekalt am Dienstagnachmittag, als Ute Gödecke gemeinsam mit den anderen Initiatoren Ute und Heino Ruddat, Heiner und Christa Peterburs und Bernd Sassenberg den Hellendorfer Bücherwagen eröffnete und darum wurde die Eröffnungsrede vielleicht etwas kürzer, als der Sache eigentlich zukommen würde. Denn es ist eine tolle und in der Wedemark einmalige Aktion, die da in Hellendorf zustande gekommen ist: Die Hellendorfer Bücherwageninitiative hat einen ehemaligen Bauwagen, der bisher auf dem Bauhofgelände in Mellendorf stand, zu einem öffentlichen Bücherwagen mit Standort zwischen Grundschule und Kindergarten umgestaltet. „Wir wollen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene wieder mehr lesen", erklärte Ute Gödecke. Mit ihrem Bücherwagen möchte die gleichnamige Initiative einen Impuls zur Förderung des Lesens geben. „Denn Lesen ist die wichtigste Kulturtechnik", betonte Heiner Peterburs. Aus Untersuchungen und Erfahrungen sei jedoch bekannt, dass das Lesen von Büchern sowie das Vorlesen längst nicht mehr zu den selbstverständlichsten Gepflogenheit des Familienlebens oder des Erwachsenenwerdens zählen. Die Entwicklung und Förderung der Lesefreude und Lesekompetenz seien aber zentrale Voraussetzungen für die Wahrnehmung von Bildungs- und Berufschancen. Mit dem Bücherwagen an einem zentralen Punkt ihres Ortes haben die Hellendorfer nun die Möglichkeit, dass sich die Lesefreunde und insbesondere Kinder und Jugendliche mitten im Ort, für alle sichtbar, ohne große Mühe mit Literatur versorgen können. Die Basis des Systems ist nicht Bürkratie, sondern Vertrauen, denn es gibt weder eine Katalogisierung des Bestands von immerhin bereits 1200 Büchern noch eine einen Leseausweis oder eine Registrierung der ausgeliehenen Bücher. Stattdessen kann jeder, der sich ein Buch ausleiht, auch gerne ein eigenes mitbringen, muss er aber nicht. „Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass Lesen zu fördern und den Zugang zu Büchern ganz einfach gestalten", so die Sprecher der Initiative. Die Realisierung des Projekts sei unter anderem deshalb gelungen, weil die Gemeinde Wedemark den Bauwagen zur Verfügung gestellt habe. Dafür bedankten sich Peterburs, Gödecke und ihre Teamkollegen bei Bürgermeister Tjark Bartels, der der Iniative am Dienstagnachmittag ebenfalls alles Gute wünschte und zu ihrer Idee beglückwünschte, sowie bei Fachbereichsleiter Kay Petersen und ganz besonders bei den Mitarbeitern des Bauhofes, die tatkräftig dazu beigetragen hätten, dass der Bücherwagen aufgestellt werden konnte. Finanzielle Unterstützung hat die Initiative durch das Bünnis für Familie erhalten. „Als ich Frau Niehoff über unsere Idee berichtete, war sie der auffassung, dass dieses Projekt gut in das Bündnis für Familie passe und so ist der Hellendorfer Bücherwagen heute ein Teil davon", freut sich Peterburs. Auch die Lebenshilfe Wedemark habe sich beteiligt, denn die Förderung von Kompetenz ermögliche die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ganz besonders freue es die Initiatoren, dass der Hellendorfer Bücherwagen Teil des UNICEF-Projekts „Stärkung der Kinderrechte mal 16" sein werde, so Peterburs und Gödecke weiter. In dem Ort der Wedemark soll bekanntlich ein Projekt als besonderes Thema erarbeitet werden.Die Kinder- und Jugendkunstschule wird gemeinsam mit den Kindern der Grundschule Hellendorf den Bücherwagen außen gestalten. Dafür bedankten sich die Initiatoren bei Christiane Freunde von UNICEF, Frank Felgner von der Volksbank und Bernd Tschirch von der JuKu, denn sie haben schon kritische Anmerkungen zum Outfit des Bücherwagens einstecken müssen. „Wir freun uns aber auch, dass wir mit Ute Gödecke, der ehemaligen Schulleiterin in Hellendorf, eine kompetente, pädagogisch erfahrene Hellendorferin gewinnen konnten, die sich voller Freude und großem Engagement für das Lesen einsetzt", so Peterburs abschließend. Der Hellendorfer Bücherwagen ist ab sofort immer montags von 15.30 bis 17.30 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr und freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr geöffnet – und das bei jedem Wetter. Die Ausleihe ist kostenlos und für Erwachsene ebenso gedacht wie für Kinder und Jugendliche. Bücherspenden dürfen gern noch abgegeben werden. Auch Ortsbürgermeister Hartmut Pflüger freute sich über diese kulturelle Bereicherung seines Ortes, übergab einen Scheck im Namen des Ortsrates und bot sich bei Gelegenheit als Vorleser an.