Gesunde Heidelbeeren durch besonderes Mähen Spezielle Mähtechnik ersetzt Herbizide auf der Brelinger Plantage

Karl-Hermann Albaum auf seiner Heidelbeerplantage mit dem speziellen Mähgerät, das den Einsatz von Spritzmitteln unnötig macht. Foto: L. Irrgang
  Brelingen (ig). Bereits im vierten Jahr verzichtet Familie Albaum auf ihrer Heidelbeerplantage in Brelingen auf den Einsatz von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel) in den Pflanzreihen. „Handlungsempfehlungen gibt es für Heidelbeerplantagen genug“, berichtet Karl- Hermann Albaum, nach denen es wichtig sei, rings um den Heidelbeerstrauch den Boden „braun“ zu halten, damit die Pflanzen keine Konkurrenz bei der Nährstoffaufnahme haben. „Aber durch die Verwendung von Herbiziden reichern sich diese Stoffe auch im Boden an. Das möchten wir auf unserer Plantage nicht.“ Der Einsatz eines speziellen Mähgerätes, welches nicht nur zwischen den Sträuchern, sondern tatsächlich auch um diese herum mäht, macht den Verzicht möglich. Gemeinsam mit Heiko Blume von KTB aus Bissendorf wurde das Anbaugerät optimiert. „Wir konnten in den letzten vier Jahren, in denen wir auf Herbizide verzichten, keine Unterschiede im Wachstum und Fruchtqualität feststellen“, so Albaum. Weitere offizielle Handlungsempfehlungen würden beispielsweise bei der Blüte der Pflanze ein Spritzen von Fungiziden gegen Pilzerkrankungen, der so genannten Blütenfäule, als sehr wichtig betrachtet. Der Einsatz von Fungiziden solle dann während der Fruchtreife fortgesetzt werden. „Wir haben festgestellt, dass dies alles gar nicht nötig ist“, versichert Albaum, „bei einem ordentlichen Pflanzenschnitt und regelmäßigem Mähen kann man darauf verzichten.“ Ansonsten würden die Pflanzen immer dichter werden, „und dann habe ich gerade nach einem Regenschauer eine schlechte Trocknung, die Beeren bleiben feucht, da kein Wind durchgehen kann.“ Dies würde jedoch gerade Pilzerkrankungen hervorrufen. Albaums Resümee fällt hier deutlich aus: „Wenn die Pflanzen und die Anbaufläche gepflegt werden, kann man auf den Einsatz von Chemie verzichten. Allerdings ist der Arbeitsaufwand für den Schnitt per Hand enorm. „Wir kalkulieren mit 300 Arbeitsstunden je Hektar (10.000 m²)“ Vorbeugen kann man auch schon bei der Pflanzung der Sträucher, „war die Empfehlung hier früher ein Reihenabstand von 2,50 m, stehen hier nun die Reihen meist über 3,50 m auseinander.“ Darüber hinaus sind genügend biologische Mittel auf dem Markt, um bestimmte Schädlinge zu bekämpfen. Gegen Frostspanner gibt es ein biologisches Spritzmittel, dass leider von Anbauverbänden nicht empfohlen wird. In diesem Jahr werde die Ernte rund 20 % geringer ausfallen, „während der Nachtfröste Anfang Mai sind einige Blüten erfroren“, erläutert Albaum, dafür sei aber bei manchen Sorten zu beobachten, dass die Beeren in diesem Jahr deutlich größer ausfallen. „Dies ist sicherlich auch auf die rechtzeitige Beregnung schon im zu trockenen April zurückzuführen“ Seit 1994 bewirtschaftet Familie Albaum die Plantage zwischen den Feldern und Wäldern in der Nähe von Brelingen. Hier stehen Züchtungen aus Nordamerika und Neuseeland. Schon im dritten Jahr können Besucher die Atmosphäre auf der Plantage auch vom Kaffeegarten direkt neben den Sträuchern aus genießen. Geboten wird eine große Auswahl an Kaffee und Kuchenspezialitäten, insbesondere „Omas Heidelbeerkuchen“. Für die Besucher gibt es neben dem Pflückerelebnis auf der Plantage und dem Genusserlebnis im Kaffeegarten in diesem Jahr auch wieder Kunst aus nächster Nähe. Der Metallkünstler Stefan Kunze und der Holzskulpturenkünstler Andreas Meyerhof stellen ihre Werke auf dem Plantagengelände aus.
Wie jede Frucht entwickelt auch die Heidelbeere ihren vollen Geschmack und ihre Inhalts,- und Nährstoffe, wenn sie lange genug am Strauch gereift ist. Da sind die Selbstpflfücker klar im Vorteil. In den Handelsketten vergehen von der Pflücke bis zum Verkauf bis zu zehn Tage. Entsprechend rechtzeitig werden die Beeren geerntet. Gepflückte Brelinger Heidelbeeren dagegen haben einen kurzen Weg zum Kunden. Entweder man kauft auf der Plantage direkt (Hofladen) oder bei Poppe in Brelingen, Frischemarkt Pagel in Resse und REWE Zwingmann in Mellendorf. Die Pflücksaison auf der Plantage startet am heutigen Sonnabend ab 9.00 Uhr. Geöffnet ist die Plantage Mo, Mi, und Sa jeweils von 9- 18.00 Uhr, der Kaffeegarten ist sonnabends und sonntags (14-18.00 Uhr) geöffnet. Weitere Infos auf der neu gestalteten Internetseite unter HYPERLINK "http://www.heidelbeeren.net" www.heidelbeeren.net .