Gewerbeentwicklung in Gailhof

Diese Flächen am Neuen Hessenweg zwischen Meitze und Gailhof (Blick vom Neuen Hessenweg auf Gailhof) sind für Gewerbeentwicklung vorgesehen. Die Verwaltung will zu der Thematik insgesamt mit den Bürgern in den Dialog gehen. Foto: A. Wiese

Am Donnerstag beraten Ortsrat und Fachausschuss das Thema

Gailhof (awi). Auf der 18. öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umweltschutzam Donnerstag, 15. August, um 19.30 Uhr im Forum des Schulzentrums Mellendorf, die dieser gemeinsam mit dem Ortsrat Wedemark IV (Mellendorf, Gailhof) abhält, steht der Punkt Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Gewerbeentwicklung in Gailhof. Verwaltung und Politik können sicher sein, dass viele Bürger an deiser öffenltichen Sitzung teilnehmen werden, denn das Thema brachte vor drei Jahren die Bürgerseele zum Kochen und so ganz haben sich die Befürchtungen, „Monsterhallen“ vor die Tür gesetzt zu bekommen, nie gelegt.
Die Verwaltung bemüht sich, das Thema positiv zu verkaufen: „Der Prozess der Bürgerbeteiligung geht weiter“ lautet der Titel einer Pressemitteilung aus der letzten Woche. Politik und Verwaltung wollten in den Dialog mit Bürgerschaft und Unternehmen zur Entstehung bedarfsgerechter Gewerbeflächen in der Wedemark einsteigen. Die Wedemark sei als Lebensmittelpunkt und Wirtschaftsstandort gleichermaßen attraktiv. Die positive wirtschaftliche Entwicklung zahlreicher Unternehmen in der Gemeinde erfordere nunmehr die Ausweisung neuer Gewerbeflächen. Mit diesem Ziel vor Augen starte die Gemeindeverwaltung den Prozess eines breiten Bürgerdialogs. Dieser werde in den kommenden sechs Monaten anhand eines konkreten Vorschlags fortgesetzt. Die hohe Bedeutung neuer Gewebeflächen habe sich bereits im Bürgerdialog „Gutes bewahren – Zukunft gestalten“ im Mai gezeigt, so der stellvertretende Pressesprecher Magnus Wurm. Im gesamten Gemeindegebiet seien sämtliche Gewerbeflächen vermarktet. Grundlage für die weitere Entwicklung neuer Flächen sei der 2015 beschlossene Gemeindeentwicklungsplan (GEP). Wichtig sei der Gemeinde dabei, auf die berechtigten Bedürfnisse von Bevölkerung und Unternehmen einzugehen. Für die potentiellen neuen Gewerbeflächen sollten daher organisch wachsende Wedemärker Unternehmen mit lokaler Nähe besonders berücksichtigt werden, betont Wurm. Die hervorragende Anbindung an die Autobahn, die Nähe zur S-Bahnhaltestelle Mellendorf und die hervorragende Busanbindung zeichneten das Gebiet „Neuer Hessenweg“ besonders aus. Die Bürger hatten im Dialog mit der Gemeinde Wünsche nach weniger und kleineren Logistikflächen geäußert. Diese Wünsche nehme das Rathaus ernst mit der Betonung darauf, dass der Vorschlag des damaligen Investors aus dem Jahr 2016 vom Tisch sei. Die entsprechenden Anliegen der Bürger sollen in einem neuen Konzept ebenso berücksichtigt werden, wie die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen. Das heißt: Die im Bebauungsplan vorgesehenen Dimensionierungen sollen eingeschränkt, die Flächen abgegrenzt und eine große definierte Ansiedlungsfläche für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) hervorgehoben werden.
Der Prozess der Bürgerbeteiligung setze sich fort mit der gemeinsamen öffentlichen Sitzung des Ortsrates Mellendorf-Gailhof und des Ausschusses für „Planen, Bauen und Umweltschutz“ am Donnerstag. Hier werdedie Aufstellung des Bebauungsplans mit den Bürgern ausführlich diskutiert und der Ortsrat könne Vorschläge einreichen. Der Verwaltungsausschuss entscheide dann über den weiteren Fortgang auf Grundlage der Empfehlungen von Ortsrat und Ausschuss. Diesem formellen Beschluss schließe sich ein zweistufiges Verfahren der weiteren Öffentlichkeitsbeteiligung an. Dieses beginnt mit der sogenannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“, bei der der Vorentwurf mindestens vier Wochen ausgelegt wird. Die Wendemärker können diesen Vorentwurf einsehen und gebenenfalls Änderungsvorschläge unterbreiten. Diese Vorschläge werden dann in öffentlichen Sitzungen erörtert. Auf den Vorentwurf folgt in der zweiten Stufe der konkrete Entwurf, der ebenfalls mindestens vier Wochen öffentlich ausgelegt wird. Das ermöglicht den Bürgern erneut Einsicht und das Äußern von Änderungswünschen. Eine endgültige Entscheidung trifft der Rat vermutlich Anfang 2020.