Glasfaser – keine Chance für Ibsingen?

Das Glasfaserkabel schon im Keller und den Anschluss ans schnelle Internet zum Greifen nah, so wie Hans-Henning Burtz (hinten rechts) in Plumhof – das hätten Peter Stöver (links) und Hartwig Rust (rechts) aus Ibsingen sowie Imbke Dösselmann aus der Siedlung Auf dem Raden in Berkhof auch gerne. Doch der Anschluss ihrer Wohngebiete ist für htp nicht wirtschaftlich. Dennoch geben sie den Kampf für Glasfaser nicht auf. Foto: A.Wiese

Splittersiedlung Auf dem Raden und Ibsingen kämpfen für den Anschluss

Berkhof/Ibsingen (awi). „Nicht wirtschaftlich“. Damit ist das Schicksal von kleinen Dörfern wie Ibsingen oder Splittersiedlungen wie Auf den Raden in Berkhof besiegelt, was den Glasfaseranschluss betrifft. Doch die betroffenen Bürger wollen sich nicht damit abfinden. Am Donnerstag trafen sich auf Einladung von CDU-Ortsratsmitglied Hans-Henning Burtz Imbke Dösselmann aus Berkhof sowie Peter Stöver und Hartwig Rust aus Ibsingen, um zu beraten, was für Möglichkeiten sie noch haben.
Die Anschlussquote in beiden Gebieten würde 100 Prozent betragen, aber das nützt in diesem Fall nichts. 100 Prozent – das sind in Ibsingen zehn Haushalte, Auf den Raden zwölf und das ist eben für htp und die Deutsche Glasfaser „nicht wirtschaftlich“. Das mussten sich Stöver und Rust bei einem kurzfristigen Gesprächstermin auch von Bürgermeister Helge Zychlinski sagen lassen. Der hat zwar vollstes Verständnis für die Wünsche der Ibsinger und Berkhofer Siedlungsbewohner, warb aber ebenfalls um Verständnis dafür, dass htp wirtschaftlich denken müsse. Immerhin werde der Glasfaserausbau in der Wedemark bisher ohne öffentliche Gelder gestemmt. Ob es möglich ist, Fördergelder für den Anschluss zum Beispiel von Ibsingen oder Auf den Raden zu bekommen, könne er nicht beurteilen, aber dass es ohne solche keinen Glasfaseranschluss für die betroffenen Gebiete geben wird, zu denen unter anderem auch die Siedlung Buchholz in Scherenbostel zählt, da ist sich Zychlinski sicher. Er sagte den Ibsingern am Donnerstagnachmittag allerdings zu, sich dafür einzusetzen, dass es direkte Gespräche zwischen ihnen und htp geben werde. Während die Bürger der Siedlung auf den Raden laut Imbke Dösselmann bereits eine klare Absage von htp erhalten haben, haben die Ibsinger auf ihre Anträge trotz Fristablauf noch gar nichts gehört und bei Nachfragen erhalte er nur eine automatisierte Mail, er solle sich an sein Servicecenter wenden, ärgert sich Peter Stöver.
Dass es schwierig ist, konkrete Ansprechpartner zu finden und belastbare Auskünfte zu bekommen, das hat auch Hans-Henning Burtz festgestellt, der sich als Ortsratsmitglied für die Anliegen der betroffenen Bürger einsetzt und in regem Kontakt mit Wirtschaftsförderin Antonia Hingler steht, auf deren Bemhungen in der Sache auch Bürgermeister Zychlinski verwies. Burtz erklärte, ihm sei bekannt, dass es einen Fördertopf für strukturschwache Gegenden und die Landwirtschaft gebe. In Ibsingen seien drei Vollerwerbslandwirte betroffen, die Nachfolger für ihre Höfe haben und zukunftsfähig aufgestellt sein müssen. Doch in Telefonaten mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Wirtschaftsministerium sei er nicht weitergekommen. Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Westmann habe ihm als Ansprechpartner die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast persönlich und den Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium, Stefan Muhle, genannt. Doch trotz mehrfacher Anrufe seinerseits, sei eine Kontaktaufnahme bisher nicht erfolgt, bedauerte Burtz. Er hat mittlerweile herausbekommen, dass Fördermittel für Breitbandförderung über die Region Hannover beim Bund beantragt werden müssen. Bisher konnte ihm aber niemand sagen, wer dafür den Antrag für Ibsingen oder die Berkhofer Siedlung stellen müsste.
Stöver und Rust hoffen jetzt, im direkten Gespräch mit htp-Vertretern Antworten auf ihre dringendsten Fragen zu bekommen, vor allem auch, ob ihr Angebot, Erdarbeiten selbst zu übernehmen bei der Entscheidung von htp eine Rolle spielen würde.