Glückwünsche vom Bundespräsidenten

Herta und Fritz Bleckert freuen sich sehr über die Glückwünsche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu ihrer Eisernen Hochzeit. Foto: B. Stache

Herta und Fritz Bleckert schauen auch nach 65 Ehejahren gemeinsam nach vorne

Mellendorf (st). Sogar der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte Herta und Fritz Bleckert zu ihrer Eisernen Hochzeit. Das Glückwunschschreiben kam rechtzeitig vor dem Jubiläumstag in ihrem Haus in Mellendorf an. Es ist das Elternhaus von Herta Bleckert, geborene Schmedes, die 1935 in Hoya zur Welt kam. Sie wuchs zunächst bei ihren Großeltern auf und kam im Alter von sechs Jahren zu ihren Eltern nach Mellendorf. Nach der Volksschule folgte eine dreijährige Hauswirtschaftslehre im Gasthaus Stucke. Ihrem Fritz begegnete sie erstmals im Frühjahr 1952, als er bei Stucke Zigaretten kaufte. „Er lud mich ins Kino am Bahnhof in Mellendorf ein“, erinnert sich die Dreiundachtzigjährige. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, weiß Fritz Bleckert noch heute. Er ist Jahrgang 1929 und wurde in der Kreisstadt Cammin in Pommern geboren. „Ich besuchte die Volksschule und arbeitete danach ein Jahr lang als Verwaltungslehrling in der Kreisverwaltung.“ Der 5. März 1945 wurde zum dramatischen Meilenstein in seinem noch jungen Leben. „Damals marschierten die Russen bei uns ein. Ich wurde von der Hitlerjugend eingesetzt zur Verteidigung unserer Stadt.“ Nach einer Verwundung – gleich am ersten Tag – kam der Fünfzehnjährige in russische Gefangenschaft. „Als gefangene Kinder mussten wir in einem Pferde-Lazarett arbeiten“, berichtet Fritz Bleckert. „Nach Kriegsende wurden wir sofort entlassen.“ Als er nach Hause kam, fand er sein Elternhaus verlassen vor. Die Eltern waren zu Verwandten nach Schleswig-Holstein geflüchtet. „Ich folgte ihnen und schlug mich zu Fuß bis nach Bad Schwartau durch.“ Im November 1945 zog er mit seinen Eltern und Bruder Hans-Joachim nach Ibsingen. Dort kam die Familie bei der Großmutter seines Vaters unter. „Später bekamen wir eine eigene Wohnung in Oegenbostel.“ Fritz Bleckert arbeitete ab 1946 zwei Jahre lang in der Landwirtschaft. Später machte er eine dreijährige Friseurlehre bei Ahrens in Brelingen. „Gleich nach der Lehre fing ich bei Heinemann in Mellendorf als Herrenfriseur an.“ Ab dem Frühjahr 1954 bis zu seiner Rente 1991 war er in Vinnhorst bei der Firma Benecke tätig – unter der Berufsbezeichnung Chemie-Facharbeiter. Die erste Begegnung mit Herta im Jahr 1952 entwickelte sich rasch – am 30. Oktober 1953 führte Fritz Bleckert seine junge Braut zunächst zum Standesamt und anschließend zur St.-Georgs-Kirche in Mellendorf. „Dort haben wir unseren kirchlichen Segen bekommen. Weil ich erst 18 Jahre alt war, musste meine Mutter der Heirat noch zustimmen“, erinnert sich Herta Bleckert. Ihr Vater wurde im Krieg als vermisst gemeldet. „Ich war hochschwanger. Im Dezember 1953 kam unser Sohn Hans-Dieter zur Welt.“ Vier Jahre später wurde Tochter Birgit geboren. „Wir haben von jedem unserer Kinder einen Enkelsohn bekommen“, erzählt Fritz Bleckert. Das Ehepaar Bleckert ist im Sommer immer gerne ins Allgäu zum Wandern gefahren und im Winter zum Skifahren ins Salzburger Land. „Ich bin Mitglied im Männergesangverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Soldatenkameradschaft“, so der Ehemann. Herta Bleckert ist seit 65 Jahren Mitglied im DRK. „Ich gehe noch heute regelmäßig zu unserer Kartenspielgruppe.“ Die rüstige Seniorin hat viele Jahre bei Blutspendeterminen mitgearbeitet. „Wir pflegen ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn in der Krausenstraße“, freut sie sich. „Seit 35 Jahren treffen wir uns alle einmal jährlich zum gemütlichen Zusammensein“, fügt ihr Ehemann hinzu. Mit Blick auf 65 gemeinsame Ehejahre erklärt Herta Bleckert: „Wir hatten in unserer Ehe auch Höhen und Tiefen.“ Das gehöre dazu. „In der Ehe spielt Vertrauen eine große Rolle“, betont Ehemann Fritz. „An meiner Frau schätze ich die Koch- und Backkünste.“ Bei gutem Wetter sitzen beide gerne in ihrem Garten und spielen Rummikub. „Wir sind immer füreinander da. Auch nach 65 Ehejahren blicken wir positiv nach vorne“, erklären beide unisono. Am Dienstag, ihrem 65. Hochzeitstag, freuten sich Herta und Fritz Bleckert auch über weitere Glückwünsche, unter anderem von der Gemeinde Wedemark.