Gnadenhochzeit im Hause Reinefeld

Die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde, der stellvertretende Bürgermeister Helge Zychlinski und Ingo Sievers vom Ortsrat gratulierten gestern Magdalene und Ernst Reinefeld zur Gnadenhochzeit. Foto: A. Wiese

„Es war vor 70 Jahren Liebe auf den ersten Blick und Liebe ist es heute noch“

Resse (awi). „Es war vor 73 Jahren Liebe auf den ersten Blick“, erinnern sich Ernst und Magdalene Reinefeld aus Resse. Schon drei Tage nach dem ersten Kennenlernen machte der Soldat Ernst Reinefeld seiner Magdalene einen Heiratsantrag, am 22. Februar 1941 wurde geheiratet und gestern beging das Ehepaar in seinem Reihenhaus in Resse das seltene Ehejubiläum der Gnadenhochzeit.
Zu den Gratulanten an diesem Ehrentag zählten gestern Morgen unter anderem die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde, der stellvertretende Bürger-meister Helge Zychlinski, Ingo Sievers vom Ortsrat Resse, Editha Lorberg für den Gemeindeverband der CDU sowie weitere Vereinsrepräsentanten. Denn das Ehepaar war bis ins hohe Alter in vielen Vereinen aktiv. Auch Abgeordnete der LandFrauen, der Frauen- und der Seniorenunion, der Feuerwehr und des Schützenvereins gaben sich gestern in Resse die Türklinke in die Hand. Mit der Familie feiert das Jubelpaar das 70-jährige Ehejubiläum am Sonnabend im Heidegasthof Löns in Resse. Dort wurde vor fünf Jahren auch bereits die Eiserne Hochzeit gefeiert. Tochter und Schwiegersohn, Enkel und Urenkel reisen dazu teilweise von weit her an. „Das hätten wir uns vor 70 Jahren nicht träumen lassen“, sagt Magdalene Reinefeld. Die rüstige Seniorin, die bald ihren 95. Geburtstag feiert, erinnert sich noch ganz genau daran, wie sie ihren Mann das erste Mal gesehen hat. „Mein Bruder war wie er Soldat und brachten seinen Stubenkumpel mit zu mir auf den Lehrhof bei Göttingen. „Der guckt keine an“, sagte er damals zu mir“, berichtet Magdalene Reinefeld schmunzelnd. Das sollte sich als Trugschluss erweisen: Bei beiden war es Liebe auf den ersten Blick. Und schon am zweiten Abend, als sie tanzen waren, machte ihr der fesche Soldat einen Heiratsantrag. Allerdings dauerte die Verlobungszeit drei Jahre, denn es war Krieg und der Soldat konnte noch keine Familie ernähren. Doch am 22. Februar 1941 war es soweit: Abends um 22 Uhr gaben sich Ernst und Magdalene das Ja-Wort und freuten sich über drei Tage Hochzeitsurlaub. Dann folgten harte Jahre für die Liebenden, in denen sie sich kaum zu Gesicht bekamen. „Mein Mann hat mich nicht schwanger gesehen und unsere Tochter nicht als Baby“, sagt Magdalene Reinefeld ernst. Ernst Reinefeld wurde im Russlandfeldzug fünfmal verwundet, kam erst im Dezember 1949 als Spätheimkehrer wieder nach Hause. Der Rechtsanwaltsgehilfe bekam Arbeit im Continentalwerk, kämpfte sich innerbetrieblich hoch und blieb dort bis zu seiner Pensionierung.
In Resse sind beide fest verwurzelt und pflegen ihre Kontakte im Dorf, so gut es die Umstände noch zulassen. Für ihr hohes Alter sind beide noch sehr mobil. Magdalene Reinefeld ist stolz darauf, sich und ihren Mann noch selbst versorgen zu können. „Meine Tochter wohnt zwar nebenan und in der Woche essen wir alle zusammen, aber am Wochenende koche ich immer für uns alleine.“ Nach wie vor arbeitet sie in ihrem japanischen Garten, der nach den Entwürfen ihrer Tochter angelegt ist und den die Familien gemeinsam genießen und auf den sie zu Recht sehr stolz sind. Das Jubelpaar strahlt am Tag seiner Gnadenhochzeit eine so große Zufriedenheit, Dankbarkeit und Liebe zueinander aus, dass jeder der Gratulanten gerührt ist und zum Schmunzeln bringt die Gäste Magdalene Reinefelds Kommentar: „Gut, dass mein Mann jünger ist als ich. Einen älteren hätte ich auch nicht genommen!“