Große Spendenbereitschaft beim Benefizkonzert in Brelingen

Sabine Kleinau-Michaelis dirigiert den Chor St. Martini. Foto: B. Stache

Zeitreise nach Weimar beschert dem Hospizdienst insgesamt 3850 Euro

Brelingen (st). Am Ende seiner literarisch-musikalischen Zeitreise mit dem Chor St. Martini unter Leitung von Sabine Kleinau-Michaelis von der Brelinger Kirche nach Weimar stand Dr. Franz-Rainer Enste die Freude über die große Kollekte ins Gesicht geschrieben. Nach dem gut besuchten Benefizkonzert, das unter dem Motto „Weimar – Spiegel deutscher Geschichte“ stand, war ein Betrag von 1925 Euro eingesammelt worden, der durch Zuwendung des Rotary-Clubs Langenhagen-Wedemark verdoppelt wird. Der Erlös aus dem Benefizkonzert in Höhe von 3850 Euro kommt dem Ambulanten Hospizdienst Burgwedel-Isernhagen-Wedemark zugute. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Pastorin Debora Knoblauch die Zuhörer im Stil einer Stewardess freundlich begrüßt und alle aufgefordert, sich zum Start anzuschnallen, die Sitze in aufrechte Position zu bringen und erst nach der Landung zu applaudieren. Mit dem Lied „Verleih uns Frieden“ nach Martin Luther begann der stimmgewaltige Chor die Reise nach Weimar. Dr. Enste präsentierte anschließend erste Bilder aus der thüringischen Stadt und erinnerte daran, dass diese „mit ihrer besonderen Geschichte Geistesgröße und Barbarei, Erhabenes und ganz Schreckliches in sich vereint.“ Es folgte ein kurzer geschichtlicher Abriss über die Stadt, in der Martin Luther häufig weilte. Im weiteren Verlauf des Konzertabends wechselten sich Chor und Vortragender auf dem Weg durch die Weimarer Geschichte ständig ab. Dr. Enste nahm die Zuhörer durch seine überzeugende Vortragsweise und gekonnte Gestik und Mimik mit in die jeweilige Zeit: Von der Begegnung mit dem Maler Lucas Cranach, der sozial engagierten Herzogin Anna Amalia, bis hin zu Johann Wolfgang von Goethe. Geschickt schlüpfte der Vortragende immer wieder in die Rolle des Dr. Faustus oder des Mephistopheles aus Goethes Faust und vermittelte so den Zuhörern ein lebendiges Bild von den einstigen Geistesgrößen Weimars. Der Brelinger Chor wurde von Jörg Eikemeier an der Orgel begleitet. Hans-Jürgen Weiß spielte auf dem Flügel ein Werk von Franz Liszt – kraftvoll und dann auch wieder sehr gefühlvoll im Anschlag. Während der Zeitreise nach Weimar begegneten die Zuhörer neben Johann Gottfried Herder und Friedrich Schiller auch dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert sowie Walter Gropius, Architekt und Gründer des Bauhauses. Dr. Enste beleuchtete in seiner Präsentation auch die Zeit des Nationalsozialismus, unter anderem Adolf Hitlers legendäre Auftritte am Balkon des Weimarer Hotels Elephant. Mit dem Schicksal des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der zwei Monate im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald auf dem Ettersberg gefangen gehalten wurde, bevor er am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg einen gewaltsamen Tod fand, ist Weimar ebenfalls verbunden. Das Lied nach Bonhoeffers bekanntem Gedichttext „Von guten Mächten treu umgeben“ leitete über in die Betrachtung einer besseren Zeit für die Stadt in Thüringen: 1999 wurde Weimar Deutschlands erste Kulturstadt Europas. „Damit geht ein Signal der Versöhnung in die Welt aus“, erklärte Dr. Enste und schloss seine Präsentation mit den Worten: „Nirgendwo liegt die deutsche Geschichte so eng zusammen, wie in Weimar.“ Mit lang anhaltendem Applaus dankte das Publikum dem Vortragenden, dem Chor sowie den Musikern. Ute Rodehorst vom Ambulanten Hospizdienst überreichte zum Abschluss des Benefizkonzertes allen Beteiligten eine Rose, verbunden mit besonderem Dank für die Spendenbereitschaft.