Grün & 3 stellen Antrag für Klimabeirat

Die Grünen und ihre Partner wollen Photovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Gebäuden wie hier auf der Grundschule Bissendorf, dem Pilotprojekt der BürgerEnergieWedemark, das sich Michale Papke und Carolin Beulshausen von exponierter Stelle anschauen. Foto: A. Wiese

Ehrenamtliches Beratungsgremium soll Klimaschutzprojekte entwickeln

Wedemark (awi). Sie wollen nicht unnötig Zeit ins Land gehen lassen: Knapp zwei Monate, nachdem der neugewählte Gemeinderat seine sich konstituiert hat, hat die Gruppe Grüne & 3, hinter der sich die sechs Ratsmitgieder der Grünen sowie die Ratsmitglieder von WGW, WWR und Tierschutzpartei verbergen mehrere Anträge für die nächste Ratssitzung am 24. Januar vorbereitet, die allerdings wegen der Coronapandemie nicht in Präsenz, sondern als Videokonferenz stattfinden wird.Der Fokus liegt dabei auf der Einrichtung eines ehrenamtlichen Klimabeirates, dem die Grünen und ihre Partner große Bedeutung beimessen. Sie haben sich für für diese „Taskforce Kima in Not“ seit Wochen detailliert Gedanken gemacht. Der Klimabeirat soll als Beratungsgremium für Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie für Bürger der Wedemark dienen, abrer auch Klimaschutz-Projekte der Gemeinde entwickeln und begleiten.Darüber hinaus soll der Kli-mabeirat auch den Austausch und die Kooperation mit benachbarten Kommunen und der Region Hannover fördern, betonten Gruppensprecher Michael Papke und seine Grüne Parteikollegin Carolin Beulshausen im Gespräch mit der Presse letzten Sonnabend. Zu den Mitglieder des Klimabeirats sollen der Bürgermeister, Vertreter der Ratsfraktionen, Vertreter der Verwaltung, die Klimaschutzmanagerin, der Umweltschutzbeauftragte, Vertreter der Gemeindewerke und der BürgerEnergie Wedemark, aus Wirtschaft und Landwirtschaft und möglicherweise auch der Kirchen, außerdem von NABU, ADFC, Fridays for Future und Parents for Future, gegebenenfalls weiterer Vereine und Verbände, die thematisch das Thema „Klimaschutz“ wesentlich berühren sowie Vertreterder Zivilgesellschaft gehören, die über besondere Expertise beziehungsweise Engagement im Bereich Klimaschutz verfügen. Laut Antrag von Grüne & 3 soll der Klimabeirat mindestens drei Mal pro Jahr tagen und in Ausschüssen oder Gemeinderat Bericht erstatten. Die Gruppe stellt sich vor, dass
der Beirat auf eigene Initiative Themen aufgreift, aber auch auf Anregungen der Gemeindeverwaltung und der Ratsfraktionen reagiert sowie im Rahmen seiner Kapazitäten auch auf Anregungen von Seiten der Bürger. Der Klimabeirat soll einmal im Jahr für die Bürger der Wedemark eine Exkursion zu einem für den Klimaschutz relevanten Standort anbieten. Das könnten möglicherweise beispielgebende Siedlungsquartiere sein, in denen Wohnen und vorbildlicher Klimaschutz realisiert sind.
Als Begründung für den Antrag auf Einrichtung eines Klimabeirates nennen Papke und Beulshausen das ambitionierte Ziel der Gemeinde Wedemark, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Neben dem massiven Ausbau erneuerbarer Energie gelte es auch, den CO2-Ausstoß im Verkehr sowie im Bestand von Wohnhäusern zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, werde es gewaltiger Anstrengungen, Investitionen, Förderprogramme, Beratungsangebote und fachlicher Expertise bedürfen, ist die Gruppe überzeugt. Umwelt- und Naturschutzverbände verfügten ebenso über spezielle Kompetenzen wie auch Klimaschutzbewegungen und Fachleute in der Zivilgesellschaft. Diese Expertise gelte es zu nutzen, zu koordinieren und in die Entwicklung der Gemeinde einfließen zu lassen. Der Klimabeirat soll sich insbesondere mit diesen Themen- und Aufgabenbereichen beschäftigen, so der Antrag von Grüne & 3:
Mobilität, Verkehrswende, Bauen und Sanieren, Klimaanpassung, erneuerbare Energien – hier möchten die Grünen Photovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Wedemark –, Landwirtschaft, Ernährung, Konsum, Gewerbe, Handwerk und Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Wasserschutz, Gewässer und Moore, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Fortschreibung und Neufassung des Klimaschutz-Aktionsprogramms von 2010. Klimabeiräte gebe es bereits in zahlreichen deutschen Städten und Kommunen. Angesichts der Größe und Dringlichkeit der bevorstehenden Aufgaben zum Klimaschutz sei es geboten, auch die vorhandene unabhängige und überparteiliche Expertise außerhalb von Politik und Verwaltung zu nutzen, zeigt sich Michael Papke überzeugt: „Als „Wohlfühlgemeinde“ kann und sollte die Wedemark hier zu den Vorreitern gehören und ein deutliches Zeichen setzen, dass sie es mit dem Klimaschutz ernst meint.“