„Grüne Hausnummer“ nach Sanierung

Wedemarks Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt und Vanessa Kohmeier von der Klimaschutzagentur vor dem Haus Danziger Ring 13.
 
Sahen sich beim Ortstermin am Danziger Ring 13 auch die Pelletheizung und das Pelletlager im Keller an: Ralf Grewecke (von links) von den Gemeindewerken, Vanessa Kohlmeier von der Klimaschutzagentur, Bürgermeister Helge Zychlinski, Hausbesitzerin Mirjam Wilimzig mit Tochter Antonia, Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt und Hausbesitzer Ulrich Wilimzig. Fotos: A: Wiese

Gemeinde macht auf Fördermittel aus ihrem aufgestockten Topf aufmerksam

Mellendorf (awi). „Die fünfte Grüne Hausnummer für die Wedemark erfüllt mich mit besonderem Stolz“, so Bürgermeister Helge Zychlinski anlässlich des Bekanntwerdens der Auszeichnung für die Wedemärker Familie Wilimzig. Die Verleihung betone, welchen Stellenwert Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht nur in der Gemeindeverwaltung, sondern auch unter den Bürgern mittlerweile einnehmen würden. Ulrich und Mirjam Wilimzig hatte die Kernsanierung ihres Hauses, Baujahr 1971, am Danziger Ring in Mellendorf genutzt, um die Immobilie „nachhaltig umzukrempeln“, wie Ralf Grewecke, Energieberater der Gemeindewerke Wedemark GmbH es bezeichnet. Konkret wurden alle Fenster ausgetauscht, die alten Nachtspeicheröfen gegen eine Pelletheizung ausgetauscht und das ganze Gebäude umfangreich mit Isoliermaterial ausnachwachsenden Rohstoffen gedämmt. Die Gemeindewerke haben die Familie bei der Sanierung beraten.
„Es gibt bereits viele gute Beispiele an hocheffizienten Sanierungen und Neubauten, die zeigen, wie es gehen kann und dass es gehen kann. Wir möchten mit der Kampagne diese Beispiele sichtbar machen und Hausbesitzer oder Bauwillige anregen, sich auszutauschen“, führt Vanessa Kohlmeier von der Klimaschutzagentur der Region Hannover aus. Bis zum 16. August letzten Jahres konnten sich Hausbesitzer, die ihren Neubau mindestens als Effizienzhaus 55 fertiggestellt oder ihren Bestandsbau besonders energieeffizient saniert haben, bei der Klimaschutzagentur bewerben. Die regionsweit ersten 50 Bewerber, die die Kriterien erfüllten, bekamen eine individuelle Grüne Hausnummer und eine Urkunde. Nähere Infos zum Wettbewerb gibt es für Interessierte auf dem Internetauftritt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH: https://www.klimaschutz-niedersachsen.de/umweltbil... projekte/grune-hausnummer.html und auf dem Portal der Klimaschutzregion Hannover: https://www.klimaschutz-hannover.de/themen/bauen-m... hausnummer.html.
Die Grüne Hausnummer selbst ist nur eine ideelle Auszeichnung. Ein Preisgel ist damit nicht verbunden. Familie Wilimzig hat jedoch von der Gemeinde 2.000 Euro Förermittel erhalten. Und in diesem Jahr ist der Fördertopf für Einzelmaßnahmen sogar auf 60.000 Euro aufgestockt worden, betonen Bürgermeister Helge Zychlinski und Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt. Gespart habe er, indem er viel selber gemacht habe, zum Beispiel den Lehmputz, berichtet Ulrich Wilimzig. So habe bei vielen Dingen am Arbeitslohn, jedoch nicht am Material gespart werden können. Allerdings hat es auch zwei Jahre gedauert, bis die Familie 2016 in ihr Haus einziehen konnte. Solange wohnte das Ehepaar noch in einer Wohnung in Mellendorf und pendelte immer zwischen Haussanierung und Wohnung hin und her. Es sei schon eine stressige Zeit gewesen, räumt Mirjam Wilimzig ein, aber es habe sich gelohnt. Die Sanierung mit Entkernung bis auf die Grundmauern, bei der sogar das Dach komplett weg war, grenzt an einen Neubau. Familie Wilimzig hatte kompetente Beratung durch einen Architekten aus der Familie, das sei ein großes Glück gewesen, so Ulrich Wilimzig. Jetzt müsse nur noch die Terrasse neu gemacht und auf dem Terrassendach eine Photovoltaikanlage aufgebracht werden. Die Ausrichtung des Hauses sei zwar für Solarenergie nichtoptimal, aber in einem Teilbereich wolle die Familie diese verwirklichen. Auf die Fördermöglichkeiten durch die Gemeinde und die Beratung durch die Gemeindewerke seien sie mehr durch Zufall aufmerksam geworden, berichtet Ulrich Wilimzig. Ralf Grewecke von den Gemeindewerken habe dann auf den Wettbewerb der Klimaschutzagentur der Region aufmerksam gemacht, bei dem in der Wedemark mittlerweile drei Neubauten und zwei Sanierungsprojekte mit der Grünen Hausnummer ausgezeichnet worden seien. Gerne hätte Grewecke Familie Wilimzig auch auf Landesebene mit ihrem Projekt ganz vorne gesehen, aber dafür habe es knapp nicht gereicht, bedauerte der Berater der Gemeindewerke. Die schönste Belohnung sei doch, so der Bürgermeister, die Erhöhung der Nachhaltigkeit, dass man weniger Energie benötige und die Art des Energieverbrauchs habe ändern können.