Grüne pflanzen „Baum des Jahres“

Da bei der Baumpflanzaktion für den Baum des Jahres ein eisiger Wind pfiff, arbeiteten sich Wilhelm Lucka (von links), Birgit Luttermann und Michael Papke von den Grünen beim Ausheben des Pflanzlochs am Mittwoch auf der Ausgleichsfläche in Verlängerung der Soltauer Straße in Bissendorf schon mal warm, während die Rotbuche (im Hintergrund) noch auf dem Anhänger der Baumschule auf ihre Bestimmung wartete. Foto: A. Wiese

Rotbuche galt lange als Hoffnungsträger für klimastabilen Mischwald

Bissendorf (awi). Am längsten dauerte es, die Ausgleichsfläche zwischen Langer Acker und Schlager Chaussee am Rand des Gewerbegebiets Bissendorf überhaupt zu finden. Als das mit einiger Verzögerung dann fast allen geglückt war – inklusive dem Vertreter der Baumschule Schmidt, der die Rotbuche auf dem Anhänger mitbrachte, konnten Mitglieder und Unterstützer des Wedemärker Ortsverbandes von Bündnis 90/ Die Grünen am Mittwoch zur Rat schreiten und eine Rotbuche pflanzen. Diese Buche ist nämlich „Baum des Jahres 2022“ und sehr gut in der Lage, sich wechselnden klimatischen Bedingungen anzupassen, wie Norbert Bakenhus von den Grünen betonte.Mit der symbolischen Aktion möchten die Mitglieder auf die zentrale Rolle von Bäumen bei der Bekämpfung des Klimawandels hinweisen. Vorstandsmitglied Birgit Luttermann: „Bäume sind ein zentraler Baustein unseres Ökosystems. Sie binden Kohlenstoffe und bremsen den Klimawandel. Für einen Kubikmeter Holz verbraucht ein Baum im Durchschnitt eine Tonne CO2. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Neuanpflanzungen und Aufforstungen auch in der Wedemark von großer Bedeutung sind. Bereits jetzt sind viele Wälder nachhaltig geschädigt. Außerdem werden leider immer wieder zum Teil sehr alte Bäume gefällt, etwa für Baumaßnahmen wie auf dem Gelände der Kita Kranichweg.“Ein Ratsantrag der Grünen für ein umfassendes Aufforstungsprogramm für die Gemeinde ist in Vorbereitung. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres 2022. Die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung erkor die Baumart damit zum zweiten Mal für diesen Titel. Bereits 1990 hatte die Wodarz-Stiftung die Rotbuche zum Baum des Jahres ausgerufen. Die konkurrenzstarke und mit enormer Wuchskraft ausgestattete Baumart – sie kann eine Höhe von bis zu 45 Metern und einen Stammdurchmesser von 1,50 Metern erreichen – hatte lange als Hoffnungsträger für den klimastabilen Mischwald gegolten. Dass sie unter der klimabedingten Trockenheit zunehmend leidet, gab für die Stiftung den Ausschlag, die Buche erneut ins öffentliche Blickfeld zu rücken. Die Buche ist die häufigste Laubbaumart in Deutschland. Unter optimalen Bedingungen kann sie etwa 350 Jahre alt werden.