Grüne sehen sich in der Mitte

Wedemarks Grünen-Vorstandsmitglied Marco Kurz (links) spricht beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus viele aktuelle Themen an. Foto: B. Stache
 
„40 Jahre Grün – Von den Anfängen der Grünen bis heute“ beschreiben die sechs Aufsteller in Wort und Bild. Foto: B. Stache

Neujahrsempfang des Ortsverbands Wedemark im Bürgerhaus

Bissendorf (st). „Ein frohes neues Jahr“ wünschte Vorstandsmitglied Marco Kurz allen zum Auftakt des Neujahrsempfangs der Grünen Ortsverband Wedemark am Freitagabend im Bürgerhaus in Bissendorf. Da ein externer Grünen-Gastredner trotz aller Bemühungen auch der Grünen-Sprecherin Kathrin Kuhfß für diesen Empfang nicht zu gewinnen war, übernahm Marco Kurz die Rolle selber. Er gab zunächst einen Hinweis auf die Ausstellung „40 Jahre Grün – Von den Anfängen der Grünen bis heute“, die zum Empfang im Bürgerhaus zu sehen war. Auf sechs Aufstellern präsentierte sich die Partei Die Grünen, die im Januar 1980 in Karlsruhe gegründet wurde, in Wort und Bild vom Ursprung der Grünenbewegung bis zur Partei mit Abgeordneten in Bund und Ländern. „Nicht links, nicht rechts, sondern vorn“ hatte ein Grünen-Gründungsmitglied einst formuliert. Diesen Satz stellte Marco Kurz an den Beginn seines Jahresrückblicks auf 2019. Das gute Ergebnis der Grünen sei durch die Erfolge der Populisten ein wenig getrübt. Es sei ganz wichtig, die Demokratie gegenüber Populisten und Spaltern zu verteidigen, betonte er. Kritisch nahm er die EU-Kommission ins Visier, lobte jedoch die Tatsache, dass diese sich mit dem Klimawandel auseinandersetze. Marco Kurz sprach die allgemein bekannten „Klimaleugner“ an – viel gefährlicher aber seien aus seiner Sicht all diejenigen, die den Klimawandel mit den Worten relativierten: „So schlimm wird es schon nicht werden.“ In der Wedemark habe die Feuerwehr gleich zweimal in Folge einen Feldbrand löschen müssen, der aufgrund der großen Trockenheit durch ein landwirtschaftliches Fahrzeug bei der Ernte ausgelöst worden war. Diesen Vorfall und Häufung entsprechender Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren nannte Marco Kurz als Beispiel für den Klimawandel, der schon angekommen sei. Ein weiteres Thema war die Belastung durch den Straßenverkehr. Das Wedemärker Grünen-Vorstandsmitglied forderte Tempo 30 innerorts bei Tag und Nacht. Eine solche Maßnahme reduziere Emissionen und schone den Straßenbelag. Zum Gewerbegebiet in Gailhof erklärte er, dass die Ansiedlung von Logistikunternehmen – mit der einhergehenden Versiegelung von großen Flächen – nicht im Interesse der Grünen und der Bürger sein könne. „Ich finde auch, in Gailhof wehren sich die Menschen zu Recht.“ Die Grünen seien aber nicht generell gegen die Ansiedlung von Gewerbe in Gailhof, räumte er ein und sprach von einem grünen Gewerbegebiet, beispielsweise energieautonom und mit einem Blockheizkraftwerk. Ortsansässige Betriebe sollten die Möglichkeit erhalten, sich im Gewerbegebiet Gailhof niederzulassen. Dazu forderte Marco Kurz die Verwaltung auf, Visionen zu entwickeln. „Ich finde, ein grünes Gewerbegebiet das ist nicht links und das ist nicht rechts, sondern das ist auch vorne“, formulierte er es ganz im Sinne des Grünen-Gründungszitats. Den Mangel an Fachkräften bei Erziehern zu beseitigen, beispielsweise durch kreative Lösungsansätze (Gehalt für Praktikanten, Stipendien), sei eine weitere Aufgabe der Wedemärker Verwaltung, forderte Marco Kurz. Er erinnerte zudem an den Wunsch aus der Elternschaft nach einem Waldkindergarten. Einen Dank richtete er an all die Mitarbeiter im Rathaus, die sich für das Thema „Vereinbarung von Familie und Beruf“ engagieren. Marco Kurz dankte zum Abschluss seiner Ausführungen Angela Klingrad für ihr Engagement beim jährlich stattfindenden Ökomarkt in Bissendorf sowie Kathrin Kuhfß für die Organisation der gelungenen Dialogveranstaltung mit den Landwirten im Dezember 2019. Auch dieses gesellschaftliche Engagement sei vorn, betonte Marco Kurz. Ihm war es anschließend vorbehalten, das kalte Büfett freizugeben. Der weitere Neujahrsempfang bot viel Raum für Gespräche. So waren beispielsweise die aktuelle Entwicklung des LIFE+ Projekts Renaturierung der Hannoverschen Moorgeest, die Schleiereulen-Population in der Wedemark und Verluste bei der Hühner-Freilandhaltung durch Greifvögel Themen, die ausgiebig diskutiert wurden.