Grüne und Naturschützer in Sorge

Ein Blick ins Otternhagener Moor. Foto: Archiv

Renaturierung der Hannoverschen Moorgeest drei Jahre im Rückstand

Wedemark. Es ist ein Mega-Projekt: In der Region Hannover liegt mit der Hannoverschen Moorgeest eine der am besten erhaltenen Hochmoorlandschaften in Niedersachsen. Um diesen wertvollen Naturraum zu erhalten, sollen das Helstorfer, Bissendorfer, Otternhagener und Schwarzes Moor renaturiert und wiedervernässt werden. Eine Landtags-Anfrage der Grünen im Landtag bestätigt nun jedoch die Befürchtungen von Naturschützern. Das Landesumweltministerium räumt in den Antworten ein: Das Projekt ist massiv verzögert.
Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Naturschutz-Experte der Landtags-Grünen stellt fest: „Das Moorschutz-Projekt liegt vier Jahre hinter dem Zeitplan. Das Land konnte noch immer nicht alle notwendigen Flächen erwerben, davon hängt alles Weitere ab.“ Meyer fordert: „Umweltminister Lies muss die Umsetzung zur Chefsache machen. Einzelne Flächenbesitzer dürfen nicht das Gesamtprojekt torpedieren. Es ist schade, dass das Freiwilligkeitsprinzip nicht in allen Verhandlungen zum Erfolg geführt hat. Deshalb ist es überfällig, dass das Land nun auch mit Enteignung droht, wenn für Schlüsselflächen keine Einigung durch Kauf, Flächentausch oder Gestattungsverträge erreicht werden kann.“
Auch aufwendige Genehmigungsverfahren haben zur Verzögerung beigetragen, bestätigt das Ministerium. Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Regionsfraktion und Ludwig Uphues, Sprecher des Aktionskreises Hannoversche Moorgeest, fordern, die Umsetzung der Moor-Renaturierung durch personelle Verstärkung zu beschleunigen: „Seit das Flurbereinigungsverfahren durch Sachverständige unterstützt wird, läuft es viel besser. Daraus kann das Land lernen, auch für Maßnahmenplanung müssen Planungsbüros hinzugezogen werden.“
Ob die Europäische Union als Haupt-Geldgeberin einer Projektverlängerung zustimmt, ist noch unklar. Erst Ende 2021 will das Land einen entsprechenden Antrag stellen und bis dahin einen verlässlichen Zeitplan für den Abschluss der Maßnahmen erstellen. Die Europäische Union hat das Life+-Projekt Hannoversche Moorgeest mit einer Laufzeit bis 2023 und einem Finanzvolumen von 14,5 Millionen Euro genehmigt, co-finanziert durch Land und Region. Lebendige Moore helfen auch dem Klimaschutz, denn Moore sind natürliche CO2-Speicher. Durch die Wiedervernässung sollen jährlich 2.700 Tonnen CO2-Ausstoß eingespart werden.