Grünes Licht für Erbbaurechtsvertrag

Rat begrüßt Neubau für Montessori-Schule durch Anja-Fichte-Stiftung

Bissendorf (awi). Der Rat der Gemeinde hat in seiner Sitzung am Montagabend fast einmütig grünes Licht für Bestellung eines Erbbaurechts mit der Anja-Fichte-Stiftung und Abschluss eines Fördervertrags für die Montessori-Grundschule „Schule auf Entdeckungsreise“ gegeben. Damit ist der Weg frei für den Abriss des alten Grundschulgebäudes und den Neubau einer neuen Schule durch den privaten Investor Anja-Fichte-Stifung. Gemeindeverwaltung, SPD und CDU begrüßten diese Chance für die Schule und die Wedemark ausdrücklich. Auch die Grünen und die WGW stimmten der Bestellung des Erbbaurechts zu. Lediglich der Ratsherr der Linken, Clemens Strube, votierte dagegen, Erich van der Vorm von der FDP, dessen Änderungsantrag auf Teilung des Grundstücks zuvor abgelehnt worden war, enthielt sich der Stimme. Den Fördervertrag für die Schule, den die Gemeinde auf Basis der sonst von der Region geforderten Gastschulbeiträge ausgearbeitet hat, lehnte Strube ebenfalls ab, der Ratsherr der WGW, Patrick Cordes, enthielt sich bei diesem Punkt. Alle anderen Ratspolitiker hoben auch hier die Hand. Seit dem Schuljahr 2007/2008 betreibe der Verein Montessorischule auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule von Bissendorf-Wietze die Montessori-Grundschule, trug die Gemeinde auf der Ratssitzung vor. Der kleine Trägerverein sei auf private Initiative entstanden und habe die ersten Jahre ganz ohne finanzielle Mittel auskommen müssen. Vereinsvertreter seien damals auf die Gemeinde zugekommen, mit der Bitte, Gelände und Gebäude in Bissendorf-Wietze anmieten zu können. Die Schule werde sehr gut angenommen, habe 30 bis 35 Schüler, darunter 24 Kinder aus der Wedemark. Jetzt habe die Schule großes Glück, denn die Schülerzahl wachse, das Gebäude entspreche in keinster Weise den Anforderungen und die private Anja-Fichte-Stiftung habe den Neubau eines kompletten neuen Schulgebäudes angeboten. Die Gemeinde begrüße dieses Angebot und sei bereit der Anfrage auf einen Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück zu entsprechen. Zugleich werde dem Rat ein Fördervertrag für eine freiwillige finanzielle Förderung der Schule vorgelegt. 25 Kinder gingen sonst in die kommunalen Grundschulen und die Gemeinde müsste mehr Schulraum vorhalten, heißt es in der Begründung. Das Schulangebot der Montessori-Schule mache die Wedemark als Schulstandort attraktiv. Sie sei so breit aufgestellt und verfüge mit der Montessori-Schuleüber eine sehr schöne Bereicherung des eigenen Grundschulangebots. An diesem Punkt schaltete sich FDP-Ratsherr Erik van der Vorm mit der Anfrage ein, was dieHerstellung des Klassenraumes gekostet habe, den Ende der 90er Jahre Bürger in Eigenleistung angebaut hätten. Bürgermeister Tjark Bartels sprach von ungefähr 40.000 Euro. Davon hätten die Bürger die Hälfte bis zwei Drittel aufgebraucht, wieviel davon Sach- und wieviel Geldspenden gewesen seien, könne er so auf Anhieb nicht sagen. Der FDP-Ratsherr erklärte, er freue sich, dass ein privater Investor soviel Geld investieren wolle und die Montessori-Schule in den Genuss dieser Unterstützung komme. Er bezweifele jedoch, dass ein Abriss des alten Schulgebäudes erforderlich sei. Außerdem gebe es in dem Gebäude eineWohnung, dievon einem älteren Ehepaar bewohnt werde, mit dem noch nicht über seine Zukunft gesprochen worden sei, mahnte van der Vorm an. Diese Mieter wüssten nicht wohin, einer von beiden sei wohl auch nicht ganz gesund, gab vam der Vorm zu bedenken. Er schlug vor, das über 6.000 Quadratmeter große Grundstück zu teilen, das alte Gebäude stehen zu lassen und der Wietze-Gemeinschaft zum Umbau und dörflichen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Es gebe viele Bürger, die in diesem Fall bereit wären, einen entsprechenden Betrag zur Verfügung zu stellen, merkte der FDP-Ratsherr an. Zudem habe er sich gewünscht, dass der neue Ortsrat sich nicht so einseitig festlege, wie er es jetzt getan habe, monierte van der Vorm. Er bedauere sehr, dass sich der Ortsbürgermeister ganz offensichtlich nicht für die Gemeinschaft eingesetzt habe. Der angesprochene Daniel Leide betonte, die CDU habesich immer für kleine Grundschuleinheiten eingesetzt und ja auch die Grundschule Hellendorf wieder belebt. Ein solcher Trend zu einer eigenen kommunalen Grundschule zeichne sich jedoch in Bissendorf-Wietze nicht ab. Doch auch die Montessori-Schule sei eine kleine Einheit, die zudem das Angebot an Schulen in der Wedemark erweitere. Als Dorfgemeinschaftshaus sei das alte Schulgebäude zu groß, die Unterhaltungskosten zu hoch und auch die Sanierungskosten nicht finanzierbar. Bei einer Grundschulteilung müsse zudem Wald abgeholzt werden. Bürgermeister Tjark Bartels führte noch einmal aus, wie froh die Gemeinde sei, dass die Montessori-Schule die Schullandschaft erweitere. Käme der Schulneubau nicht zustande, werde die Wedemark die Montessori-Schule binnen Jahresfrist verlieren, so Bartels. Sollte dieser Fall eintreten werde das Grundstück, das einen hohen Marktwert habe, veräußert und auch dann auf keinen Fall für die Dorfgemeinschaft genutzt, machte Bartels klar und ließ sich diese Absicht im folgenden Ratsbeschluss auch absichern. Die Diskussion um ein Dorfgemeinschaftshaus für Bissendorf-Wietze sei zudem schon aus Gründen der Gleichbehandlung der Dörfer völlig unreif.