Hans Klipphahn ist gestorben

Hans Klipphahn ist tot.

Schützen trauern um Ehrenvorsitzenden

Bissendorf (awi). Wer ihn am letzten Wochenende beim Schützenfest in Bissendorf erlebt hat, mochte die Nachricht am Dienstag gar nicht glauben: Hans Klipphahn, Ehrenvorsitzender der Bissendorfer Schützengesellschaft, Ehrenmitglied des Kreisschützenverbandes, Pionier der Gartencenter nach dem Krieg und Mitbegründer der IBK ist am Dienstag im Alter von 82 Jahren verstorben. Er erlitt am Montag auf dem Weg zur Dialyse, auf die seit vielen Jahren angewiesen war, was er aber wie alles Schwierige in seinem Leben, mit Gelassenheit und Optimismus meisterte, einen Herzinfarkt. Am Wochenende hatte er beim Schützenfest in Bissendorf noch genossen, dass es mit „seinen“ Schützen nach einer personellen Durststrecke wieder bergauf ging und Vorsitzender Christian Petereit am Sonntag mit 160 Gästen beim Mittagessen vor einem vollen Zelt stand. Hans Klipphahn war wie jedes Jahr dabei und ließ es sich auch nicht nehmen, im strömenden Regen in seinem Rollstuhl den Umzug zu begleiten. Geboren wurde Hans Klipphahn am 22. November 1928 in Bissendorf, hier ging er zur Volksschule, wurde er konfirmiert und absolvierte von 1943 bis 1944 eine Lehre im Gartenbaubetrieb seines Vaters Johannes. Er ging anschließend in einem Blumen- und Zierpflanzenbetrieb in Davenstedt in die Lehre. Als er 1944 in Limmer ausgebombt wurde, zog er wieder nach Bissendorf und machte sich nun täglich mit dem Zug auf den Weg nach Hannover. Als der Davenstedter Betrieb gegen Kriegsende in Trümmern lag, beendete Hans Klipphahn die Lehre 1945 im Betrieb seines Vaters und legte 1946 die Gärtnergehilfenprüfung ab. Er bildete sich als Schädlingsbekämpfer weiter, besuchte die Rheinische Lehranstalt für Gemüse und Obstbau in Straehen und einen Gemüsebaubetrieb bei Stuttgart. Die Meisterprüfung legte er 1952 in Krefeld ab. Es folgten 1955 Verlobung und Hochzeit mit Anneliese Habur. 1956 übernahm das jungverheiratete Paar den Gartenbaubetrieb Klipphahn, 1958, 1961 und 1966 wurden die Söhne Hans-Jürgen, Detlev und Frank geboren. 1970 gründete Hans Klipphahn das Gartencenter der Wedemark, 1989 übergab er den Betrieb an seinen Sohn Hans-Jürgen. Bei der Schützengesellschaft Bissendorf gehörte Hans Klipphahn 1950 zu den Mitbegründern. Er bekleidete diverse Vorstandsämter, bis er 1971 zunächst zweiter und 1977 erster Vorsitzender wurde. Erst 1992 gab er aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz ab und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seine Diabetes-Erkrankung führte im Januar 1993 zur Amputation des linken Beines, doch ließ sich Hans Klipphahn nicht unterkriegen. Gemeinsam mit seiner Frau Anneliese verfolgte er weiterhin die Aktivitäten und Feierlichkeiten der Bissendorfer Schützen und auch des Kreisverbandes, den er 1955 mit aus der Taufe gehoben hatte und in dem er ebenfalls diverse Posten bekleidete. Hans Klipphahn war Träger der Ehrennadel des Niedersächsischen Sportschützenverbandes in Gold, der Goldenen Ehrenmedaille des Deutschen Schützenbundes, des bronzenen und silbernen Ehrenkreues und des Goldenen Verdienstordens des Pfälzischen Schützenbundes. Hans Klipphahn tat sich für die Schützen auf Orts- und Kreisebene auch als Chronist hervor, sammelte zum Beispiel seit der Erstausgabe alle Ausgaben des ECHO, gab 1994 die Chronik des Kreisschützenverbandes heraus und war auch in berufsständischen Verbindungen und Bissendorfer Vereinen aktiv. 1985 gehörte er zu den Mitbegründern der Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute (IBK). In Bissendorf herrscht über den Tod des „Urgesteins“ Hans Klipphahn tiefe Trauer und Betroffenheit. Am Montag, 27. Juni, wird Hans Klipphahn um 13.30 Uhr auf dem Bissendorfer Friedhof beigesetzt. Die Schützen treffen sich zum feierlichen Ehrengeleit.