Heimat in der Wedemark

Sich wandelnde Zeiten fordern verändertes Verhalten. Szene aus dem Theaterstück "Heim.We." im Bürgerhaus in Bissendorf. Foto: E. Rodenbostel

Heim.We. über, von und mit Wedemärkern

Bissendorf (er). Jetzt war das Finale der Theatertage und die Premiere der Theatergruppe der Wedemark. „Heim.We.“ hieß das Stück des Projekts „Probebühne“, in dem sich alles um die Begriffe Heimat, Heimweh und Wedemark drehte. „Hier wird lokale Kultur von lokalen Schauspielern geboten“, eröffnete die Kulturbeauftragte Angela von Mirbach zusammen mit dem künstlerischen Leiter Dirk Ihle die Veranstaltung. „Buch und Regie kamen von der professionellen Berliner Regisseurin aus dem Schauspielhaus Hannover Anne-Stine Peters. Gebildet hat sich eine Theaterkompanie, die zusammenhält und etwas Schönes entwickelt hat“, freute sich von Mirbach. Begonnen wurde mit verschiedenen Berichten aus der eigenen Familiengeschichte. Meine Mutter hat dies erlebt, mein Vater das, mein Opa dieses und meine Oma jenes. Jeder kann zu Krieg, Vertreibung und Vergangenheit bewegende Geschichten mitteilen. „Es ist noch nicht so lange her und erst eine Generation, die ohne Entbehrung aufwachsen konnte. Nur eine Generation und nun haben wir die Globalisierung. Was in dieser Zeit passiert ist, reicht eigentlich für drei Generationen“, war eine Aussage im Theaterstück, die gut nachempfunden werden konnte. Die Geschichte der ganzen Welt wurde in der nächs-ten Szene auf die Wedemark hinuntergebrochen. Angefangen von Geröllmassen, die sich aufeinander zu- und wegbewegten bis zu den ersten Niedersachsen. Napoleon und die Germanen, der Ursprung der Herrenhäuser und der Wedemärker Arbeit an der Wohlfühlgemeinde. Alles wurde in Szenen dargestellt.   Auch die eigentliche Geschichte der Wedemark mit Landwirtschaft, Honig, Ziegelei und dem Kreisverband Burgdorf fand seinen Platz. Schließlich kam der Hype der 70er Jahre: das Zusammenwachsen der 16 Ortsteile, damit zusammenwächst, was zusammengehört. Dreh- und Angelpunkt war das Gefühl der Heimat, oder die Frage: Was macht Heimat eigentlich aus? Und die Erkenntnis, dass sich Grenzen verschieben. Was gestern noch fremd war, ist heute Gewohnheit. Eine gelungene Aufführung zu einem aktuellen, sich wandelnden Thema.