Helstorfer Pastorin verabschiedet

Pastorin Annedore Wendebourg und Superintendent Michael Hagen vor dem Einzug in die Helstorfer Kirche. Foto: B. Stache
 
Michael Hagen (rechts) und Annedore Wendebourg sehen dem Entpflichtungsgottesdienst entspannt entgegen. Werner Rump (links) hat als Vorsitzender des Kirchenvorstands alles im Blick. Foto: B. Stache

Superintendent entpflichtet Annedore Wendebourg nach mehr als 30 Amtsjahren

Helstorf (st). Die Helstorfer Pastorin Annedore Wendebourg, zu deren Aufgabenbereich auch die Kapellengemeinde Abbensen gehörte, wurde am Sonntag feierlich verabschiedet. Nach mehr als 30 Amtsjahren, 17 davon in Helstorf, entpflichtete Superintendent Michael Hagen die Pastorin im Rahmen ihres letzten Gottesdienstes. Annedore Wendebourg wuchs im Kreis Nienburg auf. Sie studierte in Münster/Westfalen und Hamburg Theologie. Nach dem Vikariat in Bramsche und einjährigem Predigerseminar in Loccum trat sie 1987 in der St.-Wilhadi-Gemeinde in Stade ihre erste Pastorenstelle an, die sie elf Jahre innehatte. Anschließend wurde sie für drei Jahre Oberin im Diakonissen-Mutterhaus in Quakenbrück. Am 1. Januar 2002 übernahm sie die Pfarrstelle in Helstorf. „Die Selbständigkeit der Gemeinde hat mich besonders beeindruckt. Dass hier viele Leute Verantwortung übernommen und mitgemacht haben“, erklärt die Pastorin mit Blick auf ihre Helstorfer Amtszeit. So seien beispielsweise der Frauenkreis und das Gemeindefrühstück zu nennen – beide ein Ergebnis erfolgreicher ehrenamtlicher Arbeit. Aber auch „Queerbeet“ und die Gartenkirche sind auf Anregung von Gemeindemitgliedern entstanden. Nachdem ihre Pastorenstelle von Amts wegen gekürzt worden war, übernahmen Kirchenmitglieder vor zirka zehn Jahren das sogenannte Sonntagslob, ein kleines Gottesdienstformat, das an Sonntagen die Pastorin entlastete. Annedore Wendebourg führte Passionsandachten ein, die ebenfalls von engagierten Gruppen, auch Konfirmanden, übernommen wurden. „Das hat mich immer wieder beglückt, ich wurde nie enttäuscht“, erinnert sie sich. Jetzt endet ihre Amtszeit mit dem 1. Februar 2019. Superintendent Michael Hagen überreichte der scheidenden Pastorin beim Gottesdienst am Sonntag die offizielle Urkunde, die Werner Rump als Vorsitzender des Kirchenvorstands zuvor verlesen hatte: „Pastorin Annedore Wendebourg, Helstorf, wird mit Wirkung vom 1. Februar 2019 in den Ruhestand versetzt. Für ihre treuen Dienste sprechen wir ihr Dank aus. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister.“ In seiner Ansprache würdigte der Superintendent die langjährigen Verdienste von Annedore Wendebourg, die in ihrer Predigt auch selbstkritische Worte gefunden hatte. „Es waren schon bewegende Tage in den vergangenen zwei Wochen, in denen ich mein Dienstzimmer aufgeräumt habe“, gestand die Pastorin. „Immer wieder stiegen Bilder in mir auf: Ach ja, das war die Taufe..., ach ja, das war die indische Hochzeit...“, ließ sie die Gemeinde wissen. Superintendent Michael Hagen rief allen noch einmal den bisherigen Lebensweg der Pastorin in Erinnerung. „Der Zugang, den sie hier zu so vielen unterschiedlichen Menschen bekamen, der hat sie beglückt“, berichtete er. Auf ihre plattdeutschen Gottesdienste habe es viel Resonanz gegeben. Der Superintendent erwähnte auch das Engagement von Annedore Wendebour im Hospiz- und Palliativdienst. Grußworte sprachen unter anderem Werner Rump für den Kirchenvorstand, Ortsbürgermeisterin Silvia Luft und Pastor Tim Kröger von der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Wunstorf-Neustadt. Werner Rump dankte der Pastorin für ihre gute seelsorgerische Arbeit. Er betonte, dass Annedore Wendebourg den Menschen, besonders auch den Alten und Kranken, sehr zugewandt war. Lobende Worte fand der Kirchenvorstandsvorsitzende auch für ihr engagiertes Eintreten für Flüchtlinge. Posaunen- und Kirchenchor sowie Flötenensemble der Gemeinde waren in den Gottesdienst eingebunden. Jan Katzschke spielte die Orgel. Nach dem Verabschiedungsgottesdienst ging es zum Empfang in das benachbarte Pfarrhaus. „Mein Mann und ich werden in nächster Zeit Freunde in Deutschland, im Senegal und Rumänien besuchen“, sagt Annedore Wendebourg auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Auch möchte sie ihre neue Freizeit nutzen, um Musik- und Gesangsunterricht zu nehmen „Ich habe mir eine kleine Orgel gekauft, kann aber noch nicht Klavier spielen“, gesteht sie. „Ich möchte Zeit haben für die irakische Familie, um die wir uns schon länger kümmern. Den Kindern möchte ich eine gute Oma sein.“ Auch weiteres ehrenamtliches Engagement, beispielsweise als Lesepate an der Schule oder als Mitglied im Heimatverein, kann sie sich sehr gut vorstellen. Ihre freiwerdende Pastorenstelle werde jetzt ausgeschrieben, erklärte der Superintendent am Sonntag in Helstorf. Die Pastoren Jan Mondorf aus Basse und Jens Rake werden bis auf Weiteres die seelsorgerische Arbeit in der Gemeinde Helstorf mit übernehmen. Michael Hagen wird beide Pastoren der Gemeinde in einem Gottesdienst im Februar vorstellen.