Hemme Milch weiht neue Molkerei ein

Jörgen Hemme (l.), Landwirt und Unternehmer, begrüßte gestern Mittag den Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung. Ebenfalls zu Gast bei der offiziellen Einweihung der neuen Molkerei: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks (SPD) und die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg. Foto: A. Wiese

Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke sparte nicht mit Lob für den Unternehmer

Sprockhof (awi). Die Glückwünsche der niedersächsischen Landesregierung zur offiziellen Einweihung der neuen Hofmolkerei überbrachte gestern Mittag der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Friedrich-Otto Ripke. Mehr als 400 Jahre Tradition und Innovation bringe das Hemme-Herz zusammen, spielte Ripke in seiner Gastrede auf das Herz auf dem Kuhkopf in der Hemme Milch-Werbung an. „Wir lernen gerade, dass es nicht reicht, Fleisch und Milch zu produzieren. Für eine Verbundenheit der Verbraucher mit dem Produkt brauchen wir mehr“, so Ripke. Und dieser „Mehrwert“ heiße vor allem Region. Kein Begriff erfahre zurzeit beim Verbraucher eine solche Akzeption wie „Region“. „Das vermittelt Vertrauen. Das Produkt entsteht unter den Augen der Verbraucher. Die sehen, ein Jörgen Hemme bleibt hier, stellt sich mit seiner Familie der Verantwortung“, erklärte Ripke. Mit Kühen verbänden alle Menschen etwas Positives, Kühe ständen für Naturschutz, Tierschutz und gesunde Weiden. Landwirt und Unternehmer Jörgen Hemme verstehe es, „über den Bauch“ den Verbraucher zu erreichen. „Bei Hemme läuft alles rund, das sieht man schon am schwimmenden Melkkarussell, 1998 das erste in Deutschland überhaupt, wodurch Kühe absolut vibrationsfrei gemolken werden“, erläuterte Ripke das Prinzip seines Berufskollegen. Hemme Milch stehe aber auch für Transparenz. „Wir wollen Landwirtschaft sichtbar, fühlbar und erlebbar machen, weil wir den Frieden im Bereich der Landwirtschaft sonst nicht erhalten können“, appellierte Ripke an die 60 geladenen Gäste der Einweihung der Hofmolkerei in Sprockhof ges-tern Mittag. Jedes Jahr verliere Niedersachsen vier Prozent seiner landwirtschaftlichen Betriebe. „Wachstum in der Landwirtschaft ist nicht das Schlechteste. Das müssen wir rüberbringen. Und wir sind als Politiker nicht so glaubwürdig wie ein Hemme mit Herz!“, erklärte der Staatssekretär ernst.
Mit dem heutigen Einweihungsfest für die Molkerei würden gleich mehrere für den Hof Hemme wichtige Jubiläen zugleich gefeiert, sagte Barbara Thiel, Finanz- und Baudezernentin bei der Region Hannover. Auch Direktvermarktung und Milchladen feierten nämlich Jubiläen, alles wichtige Bausteine auf Hemmes Weg zum Erfolg. Die Idee der Direktvermarktung habe Jörgen Hemme gemeinsam mit seinen Eltern entwickelt und damit den Grundstein für die Erfolgsgeschichte für diesen Hof und auch die Gemeinde Wedemark gelegt, die auf ihrem Gebiet den größten Direktvermarkter der Region beherberge, der sich zugleich ein zweites Standbein in der Uckermark in Brandenburg aufgebaut habe. „Milch ist eines der hochwertigsten Lebensmittel überhaupt. Sie erfüllt alle Ansprüche einer anerkannten Säuglingsernährung, bei Menschen ebenso wie bei Säugetieren“, so Thiel. Hemme habe früh erkannt, dass dem Verbraucher an unverfälschter Milch und daraus gewonnenen Produkten gelegen sei. Mit seiner stattlichen Autoflotte sorge er zudem für die Lieferung bis vor die Haustür. „Aufgeschlossenheit für Neues und der Mut, es umzusetzen, zeichnen Jörgen Hemme aus“, lobte die Regionsdezernentin. Die Einhaltung optimaler Hygienebedingungen, die wachsende Nachfrage der Verbraucher, der Hemme bestens gerecht werde, und die EU-weite Vermarktung seien der Schlüssel zum Erfolg. „Die Region schätzt Sie als zuverlässigen Unternehmer“, bekundete Barbara Thiel dem Hausherrn. Im Namen der Gemeinde Wedemark bedankte sich Bürgermeister Tjark Bartels, dass Hemme Neues gewagt habe, beständig Arbeitsplatze schaffe und in der stark landwirtschaftlich geprägten Wedemark eine Vorbildfunktion einnehme. Die Situation der in ständigem Wandel befindlichen Landwirtschaft sei sehr schwierig, räumte Bartels ein. Hemmes Kollegen seien stark von Marktpreisen abhängig, kämen kaum über die Runden, Hemme mache das einfach ganz anders. „Ich freue mich, dass aus der Wedemark so gute Ideen rausgehen“, lobte der Bürgermeis-ter das „Konzept der Regionalisierung, das Früchte trägt“.
Jörgen Hemme selbst berichtete von seinem „Schlüsselerlebnis“: „Als Zwölfjähriger musste ich sonntags in der Kartoffelscheune Kartoffeln verkaufen, da beschloss ich die Situation zu verändern und regte an, auf Kühe und Milch zu setzen.“ Es sei ihm gelungen und heute stehe der erste Milchladen der Region da, wo früher die Kartoffelscheune gestanden hätte. Der Betrieb bewirtschafte 300 Hektar und halte 320 Kühe und 600 Rinder. Er produziere drei Millionen Liter Milch im Jahr, das seien 8000 Liter pro Tag. Um seine Produktpalette von mittlerweile mehr als 40 Produkten herstellen zu könne, kaufe er sogar noch Milch von drei benachbarten Bauern dazu, legte Hemme seinen Gäste dar.