Henry Wanyoike besuchte die Wedemark

Henry Wanyoike (v.l.), Regina Bühne und Guide Joseph bummelten am Donnerstag durch Bissendorf und schauten auch auf einen Sprung beim ECHO vorbei, mit dem Henry Wanyoike seit Jahren eng zusammenarbeitet. Foto: A. Wiese

Blinder Läufer wurde vom Bürgermeister empfangen und trainierte mit Schülern

Wedemark (awi). Er hat sich bereits ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark eingetragen und nutzt auch weiterhin jede Gelegenheit, der Wedemark einen Besuch abzustatten: Der blinde Marathon-Läufer Henry Wanyoike und sein Guide Joseph bereiten sich in Deutschland gerade auf London vor und nutzten die Chance für einen Abstecher in die Wedemark. Der fünfte Platz in Dresden beim Zehn-Kilometer-Lauf war ein toller Erfolg nach der langen Auszeit seit einem Autounfall in Kenia, der den Läufer beim Training zurückwarf. Henry und Joseph sind in 35:29 Gesamtfünfte in Dresden über zehn Kilometer geworden. Wegen der Paralympics-Qualifikation in Hannover am morgigen Sonntag gaben die beiden nicht alles, sonst wären sie wohl noch weiter vorn gelandet.Beide sind gut drauf, lustig wie immer, und fahren jetzt zur Übergabe der goldenen Schuhe für den Film „GOLD“ nach Hamburg.
Zwischen Trainingseinheiten und Wettkämpfen werden Henry und Joseph in Dresden, Hannover und Bensheim Schulen besuchen. Henry wird als Botschafter der Christoffel-Blindenmission die Geschichte vom Hinfallen und wieder Aufstehen erzählen, seine Lebensgeschichte, die der 2009 verstorbene Wedemärker Journalist Bengt Pflughaupt in seinem Buch „Mein langer Lauf ins Licht“ aufgearbeitet hat. Während der Vorbereitung auf den Hannover-Marathon bezogen Henry und Joseph wie fast immer Quartier bei Regina Bühne in Bissendorf vom Freundeskreis Henry Wanyoike. Gestern wurden sie nun mittags von Bürgermeister Tjark Bartels im Rathaus empfangen und gingen anschließend ins Gymnasium, wo sie erst gemeinsam mit den Schülern einen Film ansahen beziehungsweise anhörten und dann zusammen auf dem Sportplatz trainierten. Anschließend besuchte der kenianische Sportler das Grab seines Freundes Bengt Pflughaupt auf dem Mellendorfer Friedhof, ein Termin, bei dem ihm Medienrummel verständlicherweise nicht Recht war. Aber sonst nutzte der Sportler wie immer jede Möglichkeit als Botschafter der Christoffel-Blindenmission.