Henstorf-Stiftung fördert das Lesen

Margret Fietz von der Berthold-Otto-Schule belegte mit Bildern die Wirksamkeit der Spenden der Henstorf-Stiftung für Pastor Volkmar Biesalski, Fritz Schöning und Andreas Weiner. Foto: A. Wiese

Doch der finanzielle Spielraum wird immer kleiner

Bissendorf (awi). Eine Stiftung fördert mit den Zinserträgen ihres Kapitals, und werden die immer kleiner, wird dies auch der finanzielle Spielraum der Stiftung. So ergeht es gerade der Henstorf-Stiftung. Als Heinrich Henstorf verfügte, dass sein Vermögen in einer Stiftung angelegt und die Zinserträge ausgeschüttet werden sollten, um Kinder und Jugendliche in Bissendorf zu fördern, konnte er die wirtschaftliche Entwickung nicht vorausahnen. Die heutigen Vertreter der Henstorf-Stiftung jedoch müssen den Gürtel immer enger schnallen. Daran ließen Pastor Volkmar Biesalski, Andreas Weiner und Fritz Schöning keinen Zweifel, als sie kürzlich gemeinsam mit Margret Fietz von der Berthold-Otto-Schule den Erfolg des Projektes „Heinrich liest" an der Förderschule vorstellten.
Die Berthold-Otto-Schule ist zwar nicht in Bissendorf, aber für Bissendorfer Kinder mit zuständig und so kann die Stiftung guten Gewissens auch an dieser Schule ein Langzeitprojekt unterstützen. Alarmierende Zahlen über funktionalen Analphabetismus in Deutschland hätten die Stiftung zu ihrem Projekt „Heinrich liest" bewogen, erläuterte Fritz Schöning. Die Lesefertigkeit sei eine der wesentlichen Schlüsselfunktionen in dieser Welt und so sei „Heinrich liest" der Nachfolger von „Heinrich rennt" an den Kitas in Bissendorf und Wennebostel, der Berthold-Otto-Schule und in der Bücherei Bissendorf geworden. Auf drei Jahre, von 2012 bis 2014 sei das Projekt angelegt, und jetzt gerade Halbzeit. Die Gesamtsumme von 5.900 Euro stehe dafür zur Verfügung, 3.500 Euro seien bereits aufgewendet worden. Da gab es Bücherkisten, eine Märchenerzählerin wurde engagiert, die Attraktivität der Bücherei gesteigert und der Julius-Club gesponsert. „Dabei haben wir gelernt, dass sich Lesen nicht nur auf die Sinnentnahme eines Textes bezieht", erzählte Fritz Schöning seinen aufmerksamen Zuhörern. Das hätten die interessanten Kochveranstaltungen im letzten Jahr gezeigt. Besonders gut habe sich die Zusammenarbeit mit der Berthold-Otto-Schule entwickelt. Die Spenden der Stiftung seien wie ein warmer Regen für die Schüler, schwärmte Lehrerin Margret Fietz. Bereits 2010 habe die Stiftung der Schule eine große Bücherkiste übergeben. Dabei sei es zum einen um Gefühle und gutes Benehmen, zum anderen um das Thema Sexualität gegangen. Die Bücherei in der Schule habe sich zu einem der beliebtesten Aufenthaltsräume entwickelt. Für die Großen habe im vergangenen Jahr das Thema Nationalsozialismus im Mittelpunkt gestanden. Die neunte Klasse habe ein dickes Medienpaket dazu erhalten. In diesem Jahr gab es nun bereits eine Autorenlesung mit Achim Bröger (das ECHO berichtete), einem Autoren mit viel Erfahrung mit Jugendlichen, betonte Margret Fietz in ihrem Vortrag. Zu der Lesung sei auch eine zweite Klasse der Grundschule Mellendorf eingeladen gewesen. Anschließend konnten die Schüler entscheiden, welche Bücher von Achim Bröger sie von dem Geld der Henstorf-Stiftung anschaffen wollten. „Wir fühlen uns sehr verwöhnt von der Henstorf-Stiftung. Sie finanziert unter anderem auch unser Frühaufsteherfrühstück und unterstützt Klassenfahrten", bedankte sich Margret Fietz. Die Stiftung bedankte sich im Gegenzug für die „gute Pflege der Beziehung, in dem Projekte präsentiert und Stiftungsvertreter eingeladen werden". Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit will die Stiftung jetzt um Spenden aus zum Beispiel runden Geburtstagen werben, um ihren finanziellen Spielraum wieder zu vergrößern: „Wenn man in Bissendorf im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit etwas fördern möchte, ist die Henstorf-Stiftung die richtige Plattform dafür", betonte Pastor Volkmar Biesalski.