Hesse will im Fall der Wahl Mandat nicht

Wedemark (awi). Der Mellendorfer Michael Hesse, gegen den die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts des Betruges ermittelt (das ECHO berichtete) und der auf der Liste der Linken für den Rat der Gemeinde Wedemark kandidiert, hat seinen Austritt aus der Partei Die Linke bekannt gegeben, für die er auf der Liste für den Gemeinderat Wedemark an zweiter Stelle kandidiert. Hesse erklärte gegenüber dem ECHO in einer schriftlichen Stellungnahme: „Mit Blick auf meine Kandidatur für den Rat der Gemeinde Wedemark stelle ich wie folgt fest: Ich bitte diejenigen meiner Mitbürger, die auf Grund der aktuellen Kampagne der Staatsanwaltschaft Hannover, (...) von meiner Wahl Abstand zu nehmen gedenken, ihre Stimme entweder Herrn Clemens Strube, Die Linken, oder Frau Caren Marks, SPD, zukommen zu lassen. Im Falle meiner Wahl werde ich das Mandat nicht ausüben.“ Hesse erklärt in seiner Stellungnahme unter anderem auch: „Die gegen mein Unternehmen gerichteten Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Hannover, wie etwa die von Ihnen erwähnte Durchsuchung und Beschlagnahme von geschäftlichem Eigentum, beruhen auf der Grundlage von richterlichen Beschlüssen, die nicht das Papier wert sind, auf welchem sie gedruckt stehen.“ Er habe „selbstredend auch Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen den Haftrichter sowie gegen den ermittelnden Staatsanwalt und den Leiter des Betrugsdezernats der Polizei Wedemark erstattet“.
„Gegen dieses Trio wird unter dem Vorwurf des bandenmäßig begangenen Diebstahls (...) ermittelt“, schreibt Hesse. Er betont, dass insgesamt knapp 20.000 Schreiben an Unternehmen aller Branchen und Innungen versandt worden seien. „Die vermeintlich ‚betrügerischere‘ Absicht meines Vorzugsangebots der Weiterführung ihres Eintrags im Register der HGBR UG war folgerichtig mit der in der Wirtschaft unerlässlichen Sorgfalt von etwa 98,5 Prozent aller Rezipienten klar und problemlos wahrnehmbar“, begründet Hesse seine Auffassung, „dass nicht etwa die Arglist meiner Unternehmung, sondern vielmehr die völlige Abwesenheit geschäftlicher Korrektheit auf Seiten der nunmehr Klagenden die Ursache der kollektiven Fehlwahrnehmungen ist“. Zudem seien nicht nur gezielt neu gegründete Unternehmen angeschrieben worden sondern „zu den zufriedenen Kunden der HGBR UG gehören namhafte Konzerne und Unternehmen, die teils seit Jahrzehnten der Allgemeinheit bekannt sind“, so Hesse in seiner Stellungnahme.